Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Tabellenkeller statt Spitzengruppe

In der vorigen Runde hatte Mundenheim/Rheingönheim (hier mit Linda Götz im Spiel gegen Leipzig) eine Ausnahmemannschaft.
In der vorigen Runde hatte Mundenheim/Rheingönheim (hier mit Linda Götz im Spiel gegen Leipzig) eine Ausnahmemannschaft.

Die 22:25 (12:11)-Niederlage der weiblichen B-Jugend der HSG Dudenhofen/Schifferstadt im Duell der Handball-Oberliga gegen die JSG Mundenheim/Rheingönheim ist keine Überraschung. In der Vorsaison war diese Partie noch ein Spitzenspiel gewesen, jetzt war es ein Aufeinandertreffen im Tabellenkeller. Die Gründe für das Abrutschen unterscheiden sich jedoch.

„Es ist für uns schwer, weil wir immer mit dem anderen Jahrgang verglichen werden“, erklärte Roland Gantner, Trainer bei der JSG. „Der andere Jahrgang“ waren die Spielerinnen, die im Vorjahr unter Trainer Marcus Muth die Oberliga dominiert hatten. Ein Jahrgang, der mittlerweile komplett in die A-Jugend aufgerückt ist und sich dort für die Bundesliga qualifizierte. „Das waren Ausnahmespielerinnen, wie sie ein Verein nicht jedes Jahr hat.“ Deshalb sei die aktuelle Tabellenposition als Sechster und damit Drittletzter der Oberliga eine realistische Einordnung. Zumal es nicht nur die von den Vorgängerinnen geweckte Erwartungshaltung ist, die die JSG ausbremst. „Vor zwei Jahren haben wir mit dieser Mannschaft in der C-Jugend-Oberliga gespielt, wobei wir uns auch da eher am Tabellenende orientiert haben.“ Dann habe eine ganze Saison für die Jugendlichen gar nicht erst stattgefunden. „Deshalb ist es unser Ziel, uns dieses Jahr mit dem Team wieder für die Oberliga zu qualifizieren“, so Gantner. Das wurde erreicht. „Alles andere ist Bonus.“

Scheibs Team ist Vorletzter

Die Ausgangslage bei der HSG Dudenhofen/Schifferstadt ist hingegen eine andere. „Wir haben hier eine gebeutelte Mannschaft“, so Trainerin Christiane Scheib. Das wurde auch im Lokalderby deutlich. In der Pfalzhalle in Haßloch hatten die nominellen Gastgeberinnen gerade einmal acht Spielerinnen auf der Mannschaftsliste – sieben für das Feld und eine Torfrau. Corona und Verletzungen machten aus dem ursprünglichen Meisterschaftskandidaten ein Kellerkind. Scheib verweist dabei auf die Qualifikationsspiele, die sie noch einigermaßen vollständig bestreiten konnte. „Das war ein grandioser Saisonstart.“

Danach ging es nur noch bergab. Angefangen bei der Hallensituation im Landkreis, die einen regulären Trainingsbetrieb extrem erschwerte, bis hin zu Pandemie und Verletzungspech. Nach und nach dünnte der HSG-Kader immer weiter aus. Wobei ein Teil des Verletzungspech sicher auch mit der Pandemie zusammenhänge, so Scheib: „Wir hatten vor der Qualifikation nur knapp zwei Wochen Vorbereitung nach anderthalb Jahren ohne geregeltes Training.“ Aber dafür folgte sofort ein Hammerprogramm. Zuviel für jugendliche Körper. „Deshalb war ganz schnell klar, dass es für uns nicht für das obere Tabellendrittel reicht“, so die HSG-Trainerin. Eine realistische Einschätzung. Die Spielgemeinschaft aus Dudenhofen und Schifferstadt ist Vorletzter.

Laura Pavicic trifft neunmal

Scheib verwaltet aktuell den Mangel. „Die Stimmung ist gut. Wir freuen uns auf jedes Spiel.“ Der verbliebene harte Kern hat eine Wagenburgmentalität entwickelt. Und mit Laura Pavicic eine Spielerin, die es jüngst sogar bis zum DHB-Lehrgang geschafft hat. Auch für sie, die im Lokalderby neun der 22 HSG-Tore erzielte, ist die Trainerin froh, dass es weitergeht. Sie blickt aber auch über den Tellerrand hinaus: „Es ist richtig und gut, dass in dieser Saison wieder gespielt wird.“ Mit einem weiteren Jahr ohne Wettkampfpraxis hätten die HSG und viele andere Vereine noch größere Probleme bekommen, Mannschaften im Jugendbereich zu stellen.

x