Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Stefan Salger ist der verhinderte Held des Zweitligisten Eulen Ludwigshafen

Stefan Salger (links, hier gegen Bietigheims Nikola Vlahovic) erzielt kurz nach der Pause das Tor zum 17:19 für die Ludwigshafen
Stefan Salger (links, hier gegen Bietigheims Nikola Vlahovic) erzielt kurz nach der Pause das Tor zum 17:19 für die Ludwigshafener. Der Eulen-Halbrechte kam am Sonntag auf starke sieben Treffer.

Das Rückraum-Ass trumpft im Heimduell der Eulen Ludwigshafen mit der SG BBM Bietigheim groß auf, muss dann aber auf der Bank mitansehen, wie der angesichts einer Zwei-Tore-Vorsprung sicher geglaubte Sieg noch verspielt wird.

Es hätte alles so schön sein können. Eine ausverkaufte Eberthalle mit 2315 Zuschauern und am Ende der erste Sieg der Eulen Ludwigshafen im neuen Jahr. Zum Schluss gab das Team von Andrej Kogut gegen die SG BBM Bietigheim das Spiel noch aus der Hand und musste sich mit einem 34:34 (16:19)-Unentschieden begnügen.

Rückraum-Ass Stefan Salger hätte mal wieder in einem Handball-Krimi zum Held der Fans werden können. Eineinhalb Minuten vor Ende traf der wurfgewaltige Linkshänder mit seinem siebten Treffer zum 34:32 für die Gastgeber. Die Halle tobte und der erste Sieg unter Aushilfscoach Andrej Kogut stand kurz bevor. Kurz darauf erhielt Salger allerdings eine Zeitstrafe und seine Mannschaftskollegen kassierten mit einem Mann weniger zwei Sekunden vor Abpfiff noch den Ausgleich. Das war richtig bitter!

Noch näher an der Mannschaft

„Ein Punkt ist immer gut. Gerade nach dem Rückstand zur Pause hat sich die Mannschaft wieder herangekämpft. Die Liga ist so etwas von ausgeglichen“, sagte Stefan Salger nach dem Spiel. Von einem gerechten Unentschieden über den gesamten Spielverlauf gesehen sprach das Friesenheimer Handball-Urgestein Philipp Grimm. Von 2007 bis 2017 erzielte der flinke Linksaußen und Siebenmeterspezialist über 1900 Tore für die TSG Friesenheim und später die Eulen Ludwigshafen. Danach hat der langjährige Kapitän den Posten des Teammanagers übernommen.

Durch das vorübergehende Fehlen von Cheftrainer Michel Abt ist der 38-jährige Familienvater von heute auf morgen in eine neue Rolle reingerutscht. Als Unterstützer des zum Cheftrainer aufgerückten Andrej Kogut ist Grimm jetzt noch näher an der Mannschaft dran. „Ich bin jetzt auf der Bank ein Platz weiter nach rechts gerutscht. Das ist Neuland für mich und Andrej. Wir versuchen, das bestmöglich zu kompensieren und hoffen, dass Michel so bald wie möglich wieder zur Verfügung steht. Die Mannschaft zieht gut mit“, sagte Grimm.

Natürlich weiß der aushelfende Co-Trainer, dass die aktuelle Situation für die Spieler, den Trainerstab, den gesamten Verein und die Fans nicht gerade einfach ist. Alle wollen mit der Situation des aus privaten Gründen fehlenden Michel Abts so professionell wie möglich umgehen. Genaue Gründe sind offiziell nicht bekannt. Auf dem Spielfeld hat Philipp Grimm gestern viele positive Momente feststellen können.

Fortschritte erkennbar

„Leider wurde die kämpferische Leistung durch einen Fehlpass in der Ecke am Ende nicht belohnt. Das darf natürlich nicht passieren. Aber die Moral hat hundertprozentig gepasst. Das haben die Fans gesehen. Die Mannschaft hat sich gegenüber den letzten Spielen weiter entwickelt“, sieht Philipp Grimm in seinen dritten Spiel als Co-Trainer ganz klar Fortschritte.

Eine Lanze für das aktuelle Trainerduo Kogut und Grimm bricht der Eulen-Fanclub Vorsitzende Peter Ackermann. „Beide sind ins kalte Wasser geworfen worden. Dafür machen sie das recht gut. Die Unterstützung der Fans haben Andrej und Philipp auf jeden Fall. Es bleibt zu hoffen, dass Michel Abt nach dem Nettelstedt-Spiel am Freitag nächster Woche wieder zurück kommt“.

Bührers Ehrgeiz

Gewinner des pfälzisch-baden-württembergischen Derbys waren auf jeden Fall die stimmungsvollen Zuschauer. Eine ausverkaufte Halle nach einem 1:7 Punktestart im neuen Jahr war nicht unbedingt zu erwarten. „ Wir können uns auf unsere Fans verlassen. Bei unseren Spielen ist immer etwas geboten und die Fans wissen, dass wir uns bis zur letzten Sekunde voll ins Zeug hängen. Statt am Ende über einen Sieg zu jubeln, haben wir die bittere Seite des Handballs kennen gelernt. Das gehört einfach dazu“, sagte Pascal Bührer.

Der Spielmacher der Eulen, der gegen Bietigheim gut Regie führte und fünf Mal ins Schwarze traf, wird allerdings nur noch bis zum Saisonende die Stimmung in der „Eberthölle“ erleben. Dann zieht es den Schwarzwälder nach sechs Jahren bei den Eulen Ludwigshafen wieder zu seinem Stammverein SG Köndringen-Teningen in der Nähe von Freiburg zurück. „Daran denke ich jetzt noch längst nicht. Vielleicht beim letzten Training. Ich will mit meinem Eulen Team noch so viele Spiele wie möglich gewinnen. Warum denn nicht gleich wieder am nächsten Freitag bei TuS Nettelstedt-Lübbecke. Auch wenn uns da eine sehr große Herausforderung erwartet“, blickte Bührer nach vorne.

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