Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Sportausschuss will die Eintrittspreise für die Ludwigshafener Bäder erhöhen

Im Schwimmbad ein paar Bahnen zu schwimmen, wird in Ludwigshafen ab kommendem Jahr mehr kosten.
Im Schwimmbad ein paar Bahnen zu schwimmen, wird in Ludwigshafen ab kommendem Jahr mehr kosten.

Der Besuch der Ludwigshafener Schwimmbäder wird ab kommendem Jahr teurer. Mit großer Mehrheit – allerdings nach zweijähriger Verzögerung – folgte der Sportausschuss dem Vorschlag der Verwaltung, die Eintrittspreise zum 1. Januar 2025 teilweise deutlich zu erhöhen. Die Diskussion darüber verlief nicht immer gradlinig.

Kostensteigerungen für Personal und Energie sowie die Vorgabe der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), dass alle Sparten der Verwaltung ihren Beitrag zu einem ausgeglichenen Haushalt leisten müssen, mache die teilweise drastische Erhöhung um teilweise bis zu 33 Prozent unumgänglich. So hatte Oberbürgermeisterin und Sportdezernentin Jutta Steinruck (parteilos) für Zustimmung für das umfangreich ausgearbeitete Papier geworben. Sie fand nach langer Diskussion damit auch Gehör: CDU, SPD, FDP, FWG und Grüne stimmten für den Vorschlag der Verwaltung, AfD, Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) und Linke dagegen.

Bei einem Besuch etwa in der Höhe der Besucherzahlen von 2023 verspricht sich die Verwaltung dadurch Mehreinnahmen von rund 85.000 Euro. Von einem kostendeckenden Betrieb bei den Bädern sei man aber auch damit noch meilenweit entfernt.

So liege der Zuschussbedarf pro Besucher eines Schwimmbads auch mit der Erhöhung bei mindestens zehn Euro im Freibad und noch einmal deutlich höher für den Besuch der Hallenbäder, erklärte Bäderchef Wolfgang Köllner. Trotzdem wolle man die Schließung der Bäder mit allen Mitteln verhindern, kündigte Steinruck an. Das letzte Wort hat nun der Stadtrat.

Preisliste überarbeitet

Ganze 13 Positionen umfasst die Preisliste, aufgeteilt in die Entgelte für Erwachsene und Ermäßigte, in Zehnerkarten, Freibad-Saisonkarten oder Vierteljahreskarten. Hinzu kommen die Preise für den angebotenen Schwimmunterricht, Aqua-Jogging, Aqua-Fitness und Wassergymnastik und auch die Vermietung der Schwimmbecken an Vereine und andere Organisationen. „Im Schnitt liegen die Erhöhungen zwischen zwölf und 25 Prozent“, rechnete Köllner vor.

Ausreißer nach oben seien die Steigerung der Vierteljahreskarten für Erwachsene und Ermäßigte sowie die Einzelkarten für Heranwachsende im Familienpass im Freibad um jeweils ein Drittel. Grund dafür sei, dass bei der letzten Entgeltanpassung im Jahr 2020 die Kosten für die Einzelkarten im Familienpass von 1,60 auf 1,50 gesenkt worden sind.

Konkret schlägt man nun vor, das Entgelt für die Einzelkarte für Erwachsene in den Hallenbädern von vier auf 4,50 Euro und im Freibad auf fünf Euro zu erhöhen. Die ermäßigte Einzelkarte in den Hallenbädern soll von 2,50 auf 2,80 Euro und im Freibad auf drei Euro angepasst werden.

Die Anhebung bei der Vierteljahreskarte sei durch die häufige Nutzung der Käufer noch immer eine erhebliche Ersparnis gegenüber den Einzelkarten. Warmbadezuschlag werde nicht mehr erhoben. Mit der vorgestellten Preisliste befinde man sich weiterhin eng an den Preisen umliegender Kommunen und biete teilweise sogar weiterhin deutlich günstigere Tarife an, wie es in den Ausschussunterlagen nachzulesen ist.

An den umliegender Kommunen orientiert

Mit der vorgestellten Preisliste befinde man sich weiterhin eng an den Preisen umliegender Kommunen, biete teilweise sogar weiterhin deutlich günstigere Tarife an, wie es in den Ausschussunterlagen nachzulesen ist.

Das hatte die CDU offensichtlich nicht gemacht, obwohl die Unterlagen bereits seit dem 1. August im Ratsinformationssystem der Stadt für alle einsehbar waren. Mit Unverständnis reagierte Steinruck daher auf den Vorstoß von Sprecher Daniel Beiner, der um eine Vertagung der Abstimmung beantragt hatte – aber im Anschluss nicht einmal für seinen eigenen Antrag stimmte und auch ohne Rücksprache Zustimmung signalisierte. Bei der SPD sprach sich hingegen Michael Hwasta kurz und knapp für das vorgelegte Zahlenwerk aus, und auch FDP und Grüne gingen den von Steinruck und Köllner aufgezeigten Weg mit.

Silas Walz vom Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) stimmte ebenso gegen die Vorlage der Verwaltung wie AfD und Linke. „Ich verstehe die Argumente der Verwaltung, aber Preiserhöhungen in Schwimmbädern gehen immer auf Kosten der Armen“, begründete Walz (BSW) seine Ablehnung. Riccardo Lombardo von der AfD überraschte mit der Aussage, „dass man die Bäder von mir aus auch ganz schließen“ könne. Dabei handele es sich allerdings um seine private Meinung und nicht um die Position seiner Partei, schob er noch schnell hinterher.

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