Ludwigshafen „Spitzeln“ nicht erlaubt

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Der 27-jährige Patrick Wilhelm von der Weinkellerei der BASF in Ludwigshafen ist im Rennen um den Titel des Nachwuchs-Sommeliers des Jahres 2016. Er hat sich nun bei einem einschlägigen Wettbewerb des Neustadter Verlags Meininger einer Fachjury gestellt.

Man schätzt ihre kompetente Dienstleistung beim Besuch eines guten Restaurants, freut sich über zum Essen passende Weinempfehlungen und wundert sich bisweilen auch über das profunde Fachwissen. Sommeliers sind das Aushängeschild eines Hauses, das etwas auf sich hält. Um das zu werden, misst sich der Nachwuchs alle zwei Jahre beim Fachwettbewerb des Neustadter Verlags Meininger. Sommeliers beraten den Gast, erkennen dessen Wünsche und Vorlieben und sorgen im besten Fall auch dafür, dass die Gläser nicht leer werden. Doch die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Um die geschulte Servicekraft vom Fachmann abzugrenzen, hat die Industrie- und Handelskammer daher den Abschluss des anerkannten Sommeliers entgegengesetzt. Und um in der internationalen Spitzengastronomie Fuß zu fassen, gibt es einschlägige Wettbewerbe, bei denen sich die Experten zusätzliche Meriten verdienen können. Seit rund 15 Jahren veranstaltet der Neustadter Fachverlag Meininger im zweijährigen Rhythmus einen Wettbewerb für Nachwuchs-Sommeliers, der durchaus als Sprungbrett zur Europa- oder gar Weltmeisterschaft gelten darf: Der beste Sommelier Deutschlands 2015, Torsten Junker, Chef-Sommelier in einem Hamburger Hotel, hatte 2013 in Neustadt den ersten Platz belegt. Beim Wettbewerb in dieser Woche waren zwölf Teilnehmer angetreten, der fünfköpfigen Fachjury ihr Wissen unter Beweis zu stellen, vier junge Männer und eine junge Frau schafften es letztlich ins Finale – darunter Patrick Wilhelm. Er stellte sich wie seine Mitbewerber einer praktischen Prüfung nach einem schriftlichem Teil. Mobiltelefone waren dabei verboten, schließlich könnte ja via Internet eine Wissenslücke geschlossen werden. Auch im praktischen Teil war „Spitzeln“ nicht erlaubt – einzeln und nacheinander mussten die Aufgaben absolviert werden. „Es ist spannend zu sehen, wo man steht“, sagt Patrick Wilhelm. Der 27-Jährige arbeitet seit vier Jahren in der Weinkellerei der BASF in Ludwigshafen und sah sich mit spannenden Aufgaben konfrontiert. Eine Weinbegleitung für ein Vier-Gang-Menü musste zusammengestellt werden, wobei jedes Anbaugebiet und jede Rebsorte nur einmal vorkommen und alles zusammen maximal 40 Euro kosten durfte, die Fehler einer fingierten Weinkarte entdeckt und anhand von Fotos Weingüter, Anbaugebiete und Produzenten aus aller Welt erkannt werden. Vier Weine galt es sensorisch zu prüfen und kompetent zu besprechen, bevor es mit einer Flasche Rosé-Champagner „an den Gast“ ging. Präsentieren, öffnen, servieren und schließlich auch erklären hieß es für die Nachwuchskräfte – schließlich weiß nicht jeder, wie Rosé-Champagner hergestellt wird. Praxisnah eben. Wer Nachwuchs-Sommelier 2016 ist, wird freilich erst auf der Fachmesse Pro-Wein in Düsseldorf vom 13. bis 15. März bekanntgegeben.

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