Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel Sixdays-Night: Wetter verhindert Finale in Friesenheim

Jagdrennen: Die Profis auf der Radrennbahn in Friesenheim.
Jagdrennen: Die Profis auf der Radrennbahn in Friesenheim.

Das Wetter übernimmt dieses Jahr einmal mehr die Kontrolle auf der Radrennbahn in Friesenheim. Die Sixdays-Night des RSC Ludwigshafen endet früher als geplant. Die Profis finden sich in einer völlig neuen Rolle wieder.

Am Ende hat es nicht sollen sein: Zwar ging die Sixdays-Night des RSC Ludwigshafen auf der Radrennbahn in Friesenheim erst ordnungsgemäß über die Bühne, musste aber vor dem Ausscheidungsfahren und dem Madison der Profis aufgrund des Regens abgebrochen werden.

Wegen der wetterbedingten Verschiebung der Sixdays um eine Woche mussten die Veranstalter Ausfälle von Kampfrichtern und Fahrern, die bei den zeitgleich ausgetragenen Europameisterschaften in Cottbus im Einsatz waren, hinnehmen. Diese war immer mal wieder Gesprächsthema. Der stets gut informierte Bahnsprecher Michael Schulz aus dem badischen Oberhausen berichtete über die Goldmedaille des Juniorinnen-Vierers mit Messane Bräutigam (RSV Rheinzabern) und die Silbermedaille Henric Hackmanns (RV Rodenbach) im Zeitfahren über 1000 Meter.

Profis als Schrittmacher

Die Athleten der RSV Rheinzabern standen ihrer besten Fahrerin in nichts nach: Hinter Paul Slosharek (Team Pfälzer Land) belegte Julius Thomas den zweiten Platz im Omnium der U17. Seine Teamkollegin Hannah-Franziska Brand gewann das Omnium der U17-Juniorinnen, Linus Sturm das der U15. Bereits zum Auftakt beeindruckte Slosharek, als er im Punkterennen auf der Zielgerade gut vorbereitet seine Kontrahenten überholte und als Erster über die Ziellinie fuhr. Im Derny der Junioren, in dem statt wie gewöhnlich Motorräder als Schrittmacher fungieren, übernahmen das bei den Sixdays pro Jugendfahrer ein Profi. Die Begeisterung darüber war beiderseits gegeben. „Sie konnten schnell fahren und die anderen auch mal anmotzen, dass sie auf die Seite gehen sollen“, sagte Till Holle vom RSC Wörth, schnellster Fahrer der U11. Der biss sich ans Hinterrad seines Schrittmachers, musste lediglich zwei U13-Fahrer den Vortritt lassen und bekam spontan eine Sympathieprämie. „Vielleicht habe ich die bekommen, weil ich erst Vierter und dann zweimal Dritter war.“ Holle hat in diesem Jahr schon drei große Etappenrennen seiner Altersklasse gewonnen: Ostthüringen-Tour, Allgäu-Tour und Südpfalz-Tour am letzten Wochenende in Roschbach. Als nächstes geht es zu einer fünftägigen Rundfahrt in die Niederlande.

Auch der Gommersheimer Jakob Gerbes (RSV Edelweiß Oberhausen), Sieger der U13, fuhr zufrieden nach Hause. Schon als fünfjähriger saß der Elfjährige auf dem Rad, fährt aber lieber auf der Straße: „Da kann einfach mehr passieren, man hat ja auch mal Berge drin.“ Trotzdem haben die Sixdays es ihm angetan: „Beim Derny haben uns die Profis angefeuert. Ansonsten ist es auch eine schöne Veranstaltung, weil viele Zuschauer da sind.“

Strapazen für Starter

Die Beliebtheit der Veranstaltung zeigen auch die Strapazen, die die Fahrer zur Teilnahme auf sich nehmen. Tim Schlichenmaier vom RSC Kempten arbeitet in Winnenden und konnte am ersten Rennen nicht teilnehmen: „Ich hatte noch Kunden in der Firma und kann dann ja nicht einfach weg. Dann war auch noch Stau auf der A6.“ Sein Teamkollege Andreas Mayr wohnt in Neuhausen auf den Fildern und hatte das gleiche Verkehrsproblem: „Ich konnte zwar kurz nach 14 Uhr Feierabend machen, um Pforzheim herum, wo ich Moritz Augenstein noch eingeladen habe, war dann alles dicht und wir kamen zu spät zur Fahrerbesprechung.“ Mayr, hauptsächlich auf der Straße bei Kriteriumsrennen unterwegs, kennt die Schwierigkeiten auf der Bahn: „Wenn man es nicht so oft macht, hat man weniger die Automatismen der reinen Bahnfahrer drin. Meistens mache ich die falschen Gänge drauf.“ Gangschaltung besitzen die Bahnräder nicht, jedoch können Kettenblatt und Kassette zwischen den Rennen gewechselt werden. „Man versucht dann einfach, sich ein paar Dinge von den Profis abzuschauen. Aber es macht einfach Spaß hier, eine richtig schöne Veranstaltung.“ Mit seinem Teamkollegen Tim Schlichenmaier wurde er in der Gesamtwertung Dritter. Platz eins ging an Samuel Kemm und Moritz Augenstein, der damit zum vierten Mal die Sixdays-Night in Friesenheim gewann. Zweiter wurden Tobias Müller/Louis Grupp.

Nach dem regenbedingten Abbruch sprach der RSC-Vorsitzende Benjamin Keller Dankesworte: „Danke an alle Fahrer, Sponsoren und Zuschauer. Wir haben alles rausgeholt und auf höhere Gewalt leider keinen Einfluss.“

Zuschauer: Die Silbernen Eulen müssen aufs nächste Jahr warten.
Zuschauer: Die Silbernen Eulen müssen aufs nächste Jahr warten.
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