Handball
Sirene als Streitpunkt bei Mundenheim-Remis
Es sind selten Zeitnehmer und Sekretär, die über den Ausgang eines Handballspiels entscheiden. Am Samstag erlebten die rund 200 Zuschauer im Schulzentrum Mundenheim genau dieses Kuriosum. Denn die Frage war, ob der Freiwurf von HSG-Akteur Niklas Roth noch vor der Schlusssirene im Netz gelandet war. Noch zwei Sekunden waren auf der Uhr, als Roth zur Ausführung schritt. Ihm wurde nach dem Anpfiff der Ball zugespielt, der Mundenheimer Block lenkte die Kugel noch leicht ab, der Aufsetzer sprang zum 25:25 an Nico Klein vorbei, der den Ball ebenfalls noch berührte, ins Netz. Viel Handlung für nur zwei Sekunden.
Deshalb ertönte auch schon beim Aufsetzen des Balles das Horn, was die beiden Unparteiischen Dominik und Lars Salles (Pleidelsheim/Karlsruhe) durch ihr Headset nicht wahrgenommen haben wollen und sich daher am Zeitnehmertisch über den Zeitpunkt der Sirene erkundigten. Dort wurde ihnen ein Treffer vor der Sirene signalisiert. Am letztlich gerechten Unentschieden bleibt ein „Geschmäckle“ haften. Die Gäste aus Hessen feierten den Punktgewinn trotzdem.
VTV vor Pause ohne Abwehr- und Torhüterleistung
Dabei hatte nach 30 Spielminuten eigentlich niemand im Schulzentrum noch einen Euro auf die Gastgeber gewettet. Ohne Abwehr und auch ohne Torhüterleistung – Janik Kunz und der nach 20 Minuten für ihn eingewechselte Nico Klein hielten im ersten Durchgang keinen einzigen Ball – hatten die Mundenheimer den solide und präzise aufspielenden Gästen praktisch nichts entgegenzusetzen. Zumal der Angriff mit 15 Toren im ersten Abschnitt lediglich „in Ordnung“ war, aber einmal mehr zu viele leichte Bälle liegen ließ.
„Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff bekommen“, bilanzierte deshalb VTV-Trainer Steffen Schneider. „Dadurch sind wir etwas in eine Negativspirale gekommen.“ Nach dem 9:9 (17.) setzten sich die Gäste Tor um Tor ab, hatten nicht nur zur Pause, sondern bis zur 39. Spielminute (18:23) alles im Griff. „Wir hatten uns vorgenommen, besser zu decken und uns vor allem mehr gegenseitig zu unterstützen“, verriet Schneider das Thema seiner Halbzeitansprache. Und die Vorgabe griff! Nach dem 18:23 vernagelten die Mundenheimer im Verbund für satte 17 Minuten den eigenen Kasten, kämpften sich in dieser Zeit wieder heran und gingen per Siebenmeter durch Max Schneider gar mit 24:23 (56.) in Führung.
Packende Schlussminuten
Es folgten packende Schlussminuten, in denen es niemanden mehr auf den Sitzen hielt. Erst legten die VTV über Bastian Schleidweiler zum 25:24 (58.) vor, auf der Gegenseite traf Henning Schopper nur die Latte. Aber im Gegenzug war Schleidweiler zu übermotiviert, brachte die Gäste erneut in Ballgewinn. Und wieder stoppten Verteidigung und Torhüter Klein die Versuche der Gäste. Bei noch 38 Sekunden nahm Schneider seine letzte Auszeit, schwor sein Team auf die offene Deckung der HSG ein. „Es war klar, dass wir die Zeit nicht herunterspielen konnten“, erklärte er. Den Ballverlust von Tim Schmieder hatte er aber sicher nicht auf der Rechnung. So hatte Rodgau Nieder-Roden doch noch einmal für elf Sekunden den Ball und dieses Mal trafen sie auch – nach Ansicht der Unparteiischen rechtzeitig.