Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Sieben Investoren wollen in Pesch-Siedlung bauen

In der Nachbarschaft des HPH entsteht die Siedlung,
In der Nachbarschaft des HPH entsteht die Siedlung,

Es ist ein Leuchtturmprojekt weit über Ludwigshafen hinaus: Derzeit läuft das Investorenauswahlverfahren für den ersten Bauabschnitt der Heinrich-Pesch-Siedlung. Sieben Unternehmen sind im Rennen. Im Januar 2023 müssen sie ihre Angebote und Planungen abgeben, anschließend tagt eine Jury. Baustart soll im Juni sein.

Mitte Oktober fand im Heinrich-Pesch-Haus (HPH) der Auftakt für das Auswahlverfahren für den ersten Bauabschnitt statt. Unternehmen aus ganz Deutschland nahmen teil. Für sie gab es alle wichtigen Informationen rund um das Bauvorhaben westlich des HPH auf einem rund zehn Hektar großen Areal. Zurzeit wird das Gelände erschlossen und die Straßen werden gebaut. Im Anschluss werden die Kanäle verlegt. Dann sollen Fernwärme, Strom und Wasser folgen. Die Straßenbau- und Leitungsverlegung stehen nach Angaben der Planer kurz vor dem Abschluss. Im kommenden Sommer soll der Bau von 700 bis 800 Wohnungen für bis zu 2000 Menschen beginnen.

Bei der Pesch-Siedlung soll es um mehr als nur um Wohnungsbau gehen: Die überwiegend Miet-, aber auch Eigentumswohnungen sind für alle gesellschaftlichen Schichten und Generationen gedacht. Für die Siedlung gibt es auch ein soziales Konzept. Ein Begegnungshaus, ein Tante-Emma-Laden und ein Café, die sich um einen zentralen Platz gruppieren, sollen das Miteinander der Bewohner fördern. Concierge und Quartiersmanager werden Ansprechpartner für die Bewohner in der verkehrsberuhigten Siedlung sein. Das Gelände wird in vier Bauabschnitten erschlossen. Träger des Projekts sind das HPH und der Jesuitenorden sowie die katholische Gesamtkirchengemeinde Ludwigshafen.

Erster Bauabschnitt

Um die Bauabwicklung kümmert sich die eigens gegründete HPH-Siedlung GmbH & Co. KG (HPS), deren Chef der ehemalige Ludwigshafener Baudezernent Ernst Merkel (CDU) ist. Nach seinen Angaben wurde eine aufwendiges Anforderungsprofil für die Investoren erarbeitet. Laut Merkel werden im ersten Bauabschnitt zwei Stadthäuser mit Tiefgarage sowie mehrere Mehrfamilienhäuser gebaut. In den Erdgeschosszonen entlang des Quartiersplatzes soll es kleine Gewerbebetriebe wie Bistro, Bäckerei oder Inklusionsbetriebe geben.

Insgesamt umfasst der Bauabschnitt knapp 20.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, davon etwa 700 Quadratmeter zur gewerblichen Nutzung. Für Teile der Siedlung ist eine Genossenschaft vorgesehen. Die Grundstücke werden zur Erbpacht abgegeben. „Unser Auftrag ist es, ein Gebiet zu entwickeln, das einen gemeinnützigen Ansatz verfolgt, keine Gewinnoptimierung“, verdeutlichte Projektentwickler Michael Böhmer.

Sieben Bewerber

„Wir haben sieben gute Bewerbungen von Investoren bekommen“, freut sich Ernst Merkel. Eine Jury wählt den Investor aus. Spätestens im April/Mai 2023 soll die Entscheidung vorliegen, im Juni soll dann der erste Bauabschnitt offiziell vergeben werden. Der zweite Bauabschnitt soll im Dezember 2023 folgen. „Unser Ziel ist es, bis Ende 2024 alle Bauabschnitte vergeben zu haben“, so Merkel. Die Siedlung soll spätesten 2028 stehen.

Laut dem aktuellen Baudezernenten Alexander Thewalt (parteilos) werde die Stadt wegen der neuen Siedlung die Bayreuther Straße ausbauen, um eine bessere Anbindung an den Autobahnknoten A 650 zu erreichen. Ziel sei es außerdem, 2025 eine neue Straßenbahnhaltestelle an der Siedlung zu eröffnen. Auch eine neue Schule südlich der Siedlung sei von der Stadt mittelfristig geplant.

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