Ludwigshafen Seitenwechsel:

Alte Liebe rostet nicht – so lautet ein Sprichwort. Und es scheint tatsächlich etwas Wahres dran zu sein. Zumindest bei Janosch Diemer, dem ehemaligen Oberligaspieler des FC Arminia Ludwigshafen. Der Rechtsaußen war vor gut einem halben Jahr mit seiner Freundin Lisa – übrigens die Tochter von Karsten Metzger, dem früheren Co-Trainer des FSV Oggersheim, - nach Berlin umgezogen. Genauer gesagt in den Stadtteil Charlottenburg. In der Hauptstadt arbeitet der 21 Jahre alte Sportler als Verkaufsberater bei einem italienischen Modelabel und fühlt sich nach einer Eingewöhnungszeit sichtlich wohl. Doch derzeit hat er Urlaub und da ließ es sich Diemer nicht nehmen, das Spiel seiner alten Liebe Arminia gegen Diefflen am Samstag im Südwest-Stadion zu beobachten. Vor der Partie saß er sogar auf der Auswechselbank, die Nähe zu seinem früheren Klub ist also immer noch gegeben. Sein neuer Verein heißt SC Charlottenburg und spielt in der Landesliga. Der muss in den ersten beiden Partien auf seinen neuen Stürmer verzichten – dessen alter Liebe wegen. (thl) Junge Menschen sind viel selbstbewusster geworden, als sie es vor einigen Jahrzehnten waren. Das lässt sich auch im Fußball beobachten. Ältere Zeitgenossen, die in den 50er und 60er Jahren gekickt haben, erzählen häufig, dass sie als Spieler, die gerade der Jugend entwachsen waren, ehrfurchtsvoll zu den etablierten Mitspielern aufgeschaut haben. Mitunter wird gar kolportiert, man habe die älteren Mitspieler respektvoll gesiezt. Die Generation der Schürrles’, Reus’, oder Götzes’ geht heute viel unverkrampfter mit solchen Situationen um. Ein Beispiel: Bei einer Spielunterbrechung im Oberligaspiel Arminia Ludwigshafen gegen FV Diefflen machte sich der gerade aus der Jugend gekommene Marcel Bormeth (18) etwa zehn Meter von der Seitenlinie entfernt mit einem Wink und der Geste, er wolle etwas trinken, bemerkbar. Der renommierte Co-Trainer Stefan Malz (42), immerhin früherer Bundesligaspieler und Arsenal-Profi, drehte sich um, lief zur Bank, holte eine Flasche Wasser und reichte sie dem Youngster. 2014 Normalität, 1954 nahezu undenkbar. (thl) Der Spielführer gilt im Fußball als verlängerter Arm des Trainers. Er wird entweder vom Team gewählt oder vom Coach bestimmt. In der Regel trägt er die Binde die gesamte Saison über, manchmal sogar über mehrere Jahre. Mitunter gleicht das Stück Stoff aber einem Wanderpokal, geht von Spieler zu Spieler und bleibt dann bei einem hängen, der nie damit gerechnet hätte, so schnell zum Kapitän zu werden. Beim Ludwigshafener SC trat dieser Fall im Spiel gegen Ingelheim ein. Eigentlich war die Sache vor der Runde klar. Kapitän bleibt Bernd Fröhlich, der sich wie kaum ein anderer mit dem Klub identifiziert. Doch Fröhlich ist jetzt auch Co-Trainer und gab die Binde ab. Der neue Mann heißt Enis Baltaci, aber der war verletzt und sein Vertreter Marco Zühlsdorff in Urlaub. Also führte Dominik Jolic das Team auf Feld. Als der ausgewechselt wurde, drückte er Furkan Konur die Binde in die Hand. Der wollte sie aber nicht und so landete sie bei Hüseyin Coskun, der sich das Stückchen Stoff als Spielführer für wenige Minuten stolz über den Arm streifte. (thl)