Dannstadt-Schauernheim
Schulhof, Toiletten, Brandschutz: Was die VG an der Kurpfalzschule vorhat
Grüne Boxen stehen auf dem Schulhof der Kurpfalzschule in Dannstadt. „Vorsicht, nicht berühren“ und „Rattengift“ ist darauf zu lesen. Die Nagerfallen haben einige Eltern aufgeschreckt. Gibt es an der Schule ein Rattenproblem? Elternsprecherin Angela Herzhauser bestätigt, dass sie Anfragen erhalten hat. Doch die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim gibt Entwarnung: Es handelte sich um Mäuse, nicht um Ratten – und der Befall gilt inzwischen als behoben.
Das Auftauchen der Tiere nach den Weihnachtsferien fällt in eine Zeit, in der die Kurpfalzschule ohnehin im Fokus steht. Denn am Dannstadter Standort stehen umfangreiche Sanierungen an. Ein Rundgang zeigt, wo es hakt – und was sich ändern soll.
Mäusebefall eingedämmt
Vermutlich hätten sich die Mäuse über die Feiertage vermehrt, vermutet VG-Bürgermeister Stefan Veth (CDU). Das Gebäude aus dem Jahr 1962 stand in der Zeit leer, und offenbar blieben vorher Essensreste liegen. Gesichtet wurden die Tiere nicht – jedenfalls nicht Verwaltungsmitarbeitern –, aber Mäusekot fand sich in der Schulküche und auf dem Dachboden.
Die Verbandsgemeinde beauftragte eine professionelle Schädlingsbekämpfung. Kostenpunkt: ein mittlerer fünfstelliger Betrag. Die Köder liegen in gesicherten Boxen, sodass keine Kinder herankommen, betont der Bürgermeister. Neue Spuren gebe es keine, dennoch werde weiter „nachgekördert“, um sicherzugehen. Außerdem wurde der Müllbereich abgeschlossen, und es gilt eine strikte Anweisung, keine Essensreste liegen zu lassen.
Schulhof soll entsiegelt werden
Ein weiterer Punkt ist der hintere Schulhof, der früher zur Hauptschule gehörte. Heute nutzt ihn die Grundschule. Zwar gibt es auf dem Hof einige Bäume, doch große Flächen sind versiegelt, Grün und Schatten fehlen. Die Aufwertung des Bereichs ist Teil einer „Gafög“-Förderung. Das Ganztagsförderungsgesetz stellt Bundesmittel bereit, damit Grundschulen für den Ganztagsbetrieb ausgebaut werden können. Gefördert werden etwa Umbauten, Sanierungen und die Ausstattung, die für die Betreuung am Nachmittag nötig sind. Die Anträge für die Kurpfalzschule wurden fristgerecht zum 30. Juni 2025 eingereicht, wie Bürgermeister Veth betont.
Ursprünglich sollten die Arbeiten laut Förderungsbedingungen bis 2027 abgeschlossen sein, inzwischen wurde die Frist auf 2029 verlängert. „Aber natürlich wollen wir vorher fertig sein“, sagt Veth.
Ganztagsbetrieb macht Neuanschaffungen nötig
Ebenso muss der Toilettentrakt zwischen den beiden Schulhöfen saniert werden – und auch hier greift die Förderung. Optisch wirken die Räume solide, doch technisch sind sie überholt. Das Flachdach und die Wände müssen energetisch erneuert werden. Größere Sorgen bereitet der Kanal unter dem Gebäude. Er sei in schlechtem Zustand, erklärt Bauamtsleiter Roland Argus. Eine mögliche Lösung wäre ein neuer Kanal vor dem Gebäude – allerdings müssten dann alle Toiletten einzeln angeschlossen werden. Auch das wäre aufwendig.
Für den Ganztagsbetrieb braucht die Schule zudem neue Möbel: abschließbare Schränke, Regale, Tische. Auch das wird bezuschusst. Smartboards hingegen muss die VG weitgehend selbst finanzieren. „Wir administrieren die Technik, bekommen aber nur einen Bruchteil vom Land zurück. Da kommen wir an unsere Grenzen“, sagt Veth. Alle bis auf zwei ursprünglich nicht für den Unterricht genutzte Räume sind inzwischen mit Smartboards ausgestattet. Inzwischen sei die Technik bestellt.
Auch die Mensa wird durch den Ganztagsbetrieb an ihre Grenzen stoßen. Ein bereits überdachter Außenbereich soll verglast werden, um mehr Platz zu schaffen.
Brandschutz wartet auf pädagisches Konzept
Eine weitere große Aufgabe ist die Brandschutzsanierung. Die Treppenhäuser müssen künftig eingehaust werden, bis zur massiven Decke. Dafür müssen alte Zwischendecken entfernt und auch neue Türen eingebaut werden. Gleichzeitig prüft die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) derzeit das neue pädagogische Konzept der Schule, das auch die Nutzung von Fluren und Treppenhäusern umfasst. Erst wenn diese Entscheidung vorliegt, kann die Brandschutzsanierung angegangen werden. „Das hängt alles zusammen“, erklärt Veth.
An einigen Stellen sind provisorische Lösungen sichtbar – etwa zwischen Fenstern und Wänden, wo Lücken erkennbar und Flächen nicht geputzt sind. Die Fenster wurden während der energetischen Sanierung in der Corona-Zeit erneuert, ebenso Dämmung und Heizung. Nach 25 Jahren war die alte Anlage kaum noch zu reparieren. Die VG entschied sich für eine Wärmepumpe, was zusätzliche Dämmmaßnahmen nötig machte. Kostenpunkt: rund 2,5 Millionen Euro.
Turnhalle ist plastikverkleidet
Auch die Turnhalle, die von beiden Schulstandorten genutzt wird, ist ein Sanierungsfall. Die Sanitäranlagen stammen aus den 1960er-Jahren. Beim Anblick fühlt man sich in alte Schulfilme versetzt. Die Wände der Halle sind teilweise mit Folien und Sperrholz verkleidet, weil das Dämmmaterial – Glaswolle – sich durchdrückte. Im Zuge der Brandschutzsanierung soll die Halle 2027/28 erneuert werden und auch neue Fenster erhalten. Manche Geräte sind defekt, aber Veth betont: Was in den Lagerräumen steht, kann für den Sportunterricht genutzt werden.
Bürokratie bremst
Dass die Arbeiten nicht schneller vorankommen, liege nicht am fehlenden Willen, betonen die Verantwortlichen. Ab bestimmten Investitionssummen muss die Planung ausgeschrieben werden. Dafür braucht es Fachbüros, manchmal juristische Begleitung. Der bisherige Planer ist in Rente gegangen, ein neuer muss erst gefunden werden. Und weil viele Maßnahmen voneinander abhängen – Brandschutz, pädagogisches Konzept, bauliche Veränderungen – lässt sich kaum etwas isoliert erledigen.
Die VG versuche, größere Arbeiten in die Sommerferien zu legen, doch nicht alles lasse sich in sechs Wochen erledigen, betont Argus. Bei früheren Maßnahmen habe es Probleme mit Staub, Dreck oder im Weg stehenden Gegenständen im laufenden Betrieb gegeben, sagt Veth. Das sei auch nicht verhinderbar. Aber immerhin gebe es im ehemaligen Hauptschulgebäude noch Ausweichräume.
Wie es weitergeht
Bevor ein neuer Planer loslegen kann, muss die ADD das pädagogische Konzept genehmigen. Die VG rechnet damit, noch in diesem Jahr ein Planungsbüro zu finden. Baubeginn wäre dann voraussichtlich 2027. Die kommenden Maßnahmen werden erneut mehrere Millionen Euro kosten – ähnlich viel wie die energetische Sanierung. Bis 2029 muss alles fertig sein, damit die Fördergelder fließen.