Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ruchheim: Ortsbeirat will Schlossmauer erhalten

Als Sofortmaßnahme ist der einsturzgefährdete Abschnitt der Mauer im Frühjahr abgestützt worden.
Als Sofortmaßnahme ist der einsturzgefährdete Abschnitt der Mauer im Frühjahr abgestützt worden.

„Das Schloss ist das herausragende Wahrzeichen Ruchheims und eines der wenigen historischen Denkmäler der langen Ruchheimer Geschichte“, erklärte Grünen-Ortsbeirätin Jutta Kreiselmaier-Schricker. Aktuell sieht sie die Schlossmauer als Bestandteil des Gesamtensembles in Gefahr. Ein Teil sei mittlerweile durch Efeu und Wurzelwerk einsturzgefährdet.

Denkmalschutzwürdig sei die Mauer nicht, erklärte der Bereich Denkmalpflege der Stadt. Erhaltenswert sei der Komplex trotzdem. Nach einem Ortstermin von Denkmalpflege und Bereich Tiefbau habe man beraten und „aufgrund der ortsgeschichtlichen Bedeutung auch zum Erhalt geraten“. Einen Weg zum Erhalt zeigte der Fachbereich nicht auf: „Gemäß der aktuellen haushalterischen Lage und der nicht gegebenen Unabweisbarkeit ist eine Begründung für die Abtragung inklusive Wiederaufbau der Mauer nicht gegeben“, heißt es im Verwaltungsdeutsch in der Antwort auf die Grünen-Anfrage. Denn der rund 25 Meter lange einsturzgefährdete Teil zwischen Oggersheimer- und Schlossstraße müsse komplett abgetragen werden, von Bewuchs inklusive Wurzelwerk gereinigt und anschließend wiederaufgebaut werden. Die Kosten dafür belaufen sich, laut Schätzung, auf rund 60.000 Euro.

Appell an Anwohner

Als vorläufige Maßnahme wurde der entsprechende Teil der Mauer im Frühjahr abgesperrt und abgestützt. Kein Dauerzustand, war sich der Ortsbeirat Ruchheim einig. Und auch der Alternativvorschlag, die Mauer jetzt abzubauen, einzulagern und wieder aufzubauen, wenn Haushaltsmittel dafür zur Verfügung stehen, fand keinen Beifall. In den Befürchtungen gingen die Meinungen allerdings auseinander. Während Antragstellerin Kreiselmaier-Schricker zunächst eine Kostensteigerung befürchtete, sagte SPD-Sprecher Peter Eisenberg eine Verschiebung auf unabsehbare Zeit voraus: „Wenn die Mauer erst mal weg ist, dann ist sie weg.“ FDP-Vertreter Andreas Guth erbat eine Gegenrechnung: „Was würde eine Einlagerung der Steine kosten?“

Insgesamt pochte man jedoch auf die Wiederherstellung der Schlossmauer. Zum Erhalt könnten auch die Anlieger beitragen, denn Efeu und Wurzelwerk begleiten das Bauwerk zwischen Schloss und Oggersheimer Straße über weite Strecken: „Man muss die Grundstückseigentümer informieren, dass dieser Bewuchs der Schlossmauer schadet“, forderte Kreiselmaier-Schricker.

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