Ludwigshafen
Ruchheim: Auf Tuchfühlung mit Vogelspinnen und Hirschkäfern
Über 500 Spinnen und Insekten konnten bei der Ausstellung im Ruchheimer Gemeinschaftshaus bewundert werden. Zu sehen waren neben präparierten Schmetterlingen, Motten und Hirschkäfern auch lebende Hundertfüßer und Skorpione. Im Mittelpunkt der Ausstellung standen jedoch die Vogelspinnen.
Die Ausstellung hatte zum Ziel, aufzuklären und den Menschen die Angst vor den achtbeinigen Kreaturen zu nehmen. Ein Schwerpunkt lag darauf, den Mythos des für Menschen tödlichen Vogelspinnenbisses zu entkräften. Die Besucher hatten außerdem die Möglichkeit, etwas über die Atmung, die Verdauung und den Kreislauf der Tiere zu lernen. Wer den Wildtieren noch näherkommen wollte, konnte sogar eine Rothaarvogelspinne auf die Hand nehmen.
Zwischen Reiz und Schrecken
Unter den Anwesenden waren viele Spinnenliebhaber, die dieses Angebot gerne nutzten. Nathalie Kump war fasziniert von den Gliederfüßern. Die 20-Jährige ließ sich nicht von den Giftzähnen der Tiere einschüchtern. Was andere beunruhigte, machte für sie erst den Reiz aus. „Es sind nun mal keine herkömmlichen Haustiere“, sagte Kump. Nicht jeder teilte diese Faszination.
Viele Eltern kamen vor allem wegen ihrer Kinder. Markus Becker war zusammen mit seiner Frau und Tochter bei der Ausstellung. „Unsere Tochter interessiert sich sehr für Spinnen, deswegen sind wir hergekommen. Ich würde mir auf keinen Fall eine Vogelspinne auf die Hand setzen lassen“, erklärte der Ludwigshafener. Weniger zurückhaltend als Familienvater Markus Becker waren tatsächlich viele der kleinen Besucher, die in der „Insectophobie“-Ausstellung unterwegs waren und unbedingt einmal eine lebendige Vogelspinne auf die Hand nehmen wollten. Etliche Kinder machten dabei ein Foto mit der Spinne aus Brasilien.
Eines von ihnen war Eli Heberle. „Es war nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe. Es hat nur etwas gepikst“, erzählte der Zehnjährige kurz danach und hält dabei stolz sein Foto in der Hand. Seine Mama Anja stand daneben und gab zu, dass sie nicht so mutig war wie ihr Sohn.