Ludwigshafen
Rheingönheim: Sanierung Bezirkssportanlage kommt trotz Diebstählen voran
„Die Flutlichtmasten sind gesetzt und auch die Ballfangzäune stehen“, zählte Bindert auf. Mit der Pflasterung der Zuschauerflächen sei mittlerweile begonnen worden. „Aber für die Verlegung der Kunstrasenfläche benötigen wir eine Temperatur von stabilen zehn Grad“, erklärte sie. Deshalb könne damit nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst im kommenden Frühjahr begonnen werden. Damit falle ein Großteil der Kosten erst 2024 an, denn bislang wurde erst rund eine Million der vorgesehenen 2,8 Millionen Euro ausgegeben.
Bindert musste jedoch die Euphorie von Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) ein wenig bremsen, die sich über eine Bundesförderung von 90 Prozent für die Gesamtmaßnahme freute. „Das galt nur für das Jahr 2018, als wir das Projekt eingereicht haben.“ Durch Verzögerungen bei der Planung und Corona seien die Kosten gestiegen, die Bundesförderung mit knapp 2,03 Millionen Euro aber konstant geblieben. „Aktuell beträgt der Fördersatz damit noch rund 74 Prozent“, rechnete sie vor.
Regenwaaser zur Bewässerung
Ermöglicht wurde der hohe Fördersatz unter anderem mit der Umsetzung der Klimaschutzziele. Zu nennen sei da das große Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 250 Kubikmetern Wasser. Es soll zur Bewässerung der neuen Kunstrasenplätze verwendet werden. Ein volles Becken genüge dabei für zehn Bewässerungen, die im Oberliga-Spielbetrieb Pflicht sind. Bei der Kunstrasenfläche handle es sich um eine der neusten Generation, die nicht mehr mit Mikroplastik, sondern vor allem mit Sand und einem geringen Korkanteil verfüllt werde.
Viel mehr als der Baufortschritt macht der Bereichsleiterin jedoch der Diebstahl auf der Baustelle zu schaffen. „Gerade letzte Woche wurden erst wieder 1000 Liter Diesel gestohlen.“ Trotz abgesperrter Baustelle werden die Maschinen angezapft. Einziger unerfreulicher Aspekt bei einer ansonsten rundherum reibungslos funktionierenden Baustelle. Das freute die Ausschussmitglieder.
Ortstermin geplant
„Es geht einem das Herz auf, wenn man sieht, wie sich die Anlage entwickelt“, erklärte die Oberbürgermeisterin als Ausschussvorsitzende. Sie verriet, dass Arminia Ludwigshafen als einer der Hauptnutzer der Anlage weitergehende Ideen entwickelt. „Dafür müssen wir jetzt noch den Rechtsrahmen prüfen“, kündigte sie an. Der Sportausschuss werde sich von der fertiggestellten Anlage dann selbst ein Bild machen.
Für die nächste Sportausschusssitzung im April 2024 schlug Steinruck als Tagungsort die Vereinsgaststätte der Arminia vor. Die Sanierung der Bezirkssportanlage sei schließlich ein Meilenstein für die Stadt. „So eine Maßnahme könnten wir heute nicht mehr genehmigen“, sagte Steinruck. Denn auch für den Sport gelte die Einschränkung der ADD, dass nur noch „unabwendbare“ Sanierungen, also solche zum Schutz von Leib und Leben genehmigungsfähig seien. „Da gehört der Sport für mich automatisch dazu, der ein zentrales Element für den sozialen Zusammenhalt ist“, sagte die Oberbürgermeisterin. Sie habe deshalb ein großes Interesse daran, bestehende Sportanlagen, Hallen und Bäder zu erhalten.