Ludwigshafen Publikumsliebling kehrt als Trainer zurück
LUDWIGSHAFEN. Michael Petry war nicht sehr lange beim Fußball-Oberligisten Arminia Ludwigshafen, hat sich aber rasch viele Sympathien erworben. Heute, 15 Uhr, kommt der frühere Mittelstürmer als Trainer von Borussia Neunkirchen zurück.
Vor wenigen Tagen war noch gar nicht sicher, ob die Partie ausgetragen wird. Dem ehemaligen Bundesligisten droht die Insolvenz, die Abmeldung der Oberligaelf stand im Raum. Nach vielen Gesprächen mit Sponsoren werden zeitnah liquide Mittel zur Abwendung der drohenden Insolvenz bereitstehen, heißt es auf der Internetseite der Borussia. Michael Petry, inzwischen 39 Jahre alt, bestätigt die Darstellung. „Es gibt Bürgschaften, die garantieren, dass es mindestens bis zum 31. Dezember weitergeht“, erklärt der Trainer. Es seien Konten aufgetaucht, die zunächst nicht zuzuordnen waren, zudem fehlten Belege, weshalb zwei Bilanzen nicht gefertigt worden seien. „Inzwischen ist alles nachvollziehbar geregelt“, sagt Petry. Nach einem zu erwartenden Testat des Finanzamts steht danach aus der Sicht des Vorstands einem bereits vorverhandelten Kredit, der über die Einspeisevergütung der Photovoltaikanlage auf dem Stadiondach getilgt werden soll, keine Hürde mehr im Weg, ist auf der Internetseite der Neunkirchener weiter zu lesen. Sportlich hat die Borussia nach gutem Start mit sieben Punkten aus den ersten drei Partien zuletzt etwas Federn gelassen und gegen Aufsteiger BW Karbach (0:2) sowie Regionalliga-Absteiger TuS Koblenz (0:1) verloren. Der Trainer zeigt sich davon unbeirrt, denn das Saisonziel bleibt unverändert. „Wir haben eine Reihe gestandener Spieler wie Backmann, Haas oder Dausend verloren und uns für einen anderen Weg entschieden“, sagt Petry. Die Borussia setzt jetzt auf junge Spieler, die finanzierbar sind. „Deshalb wollen wir früh den Ligaverbleib schaffen und zur Imageverbesserung des Verein beitragen“, ergänzt Petry. Zu den neuen und jungen Akteuren zählt Malcolm Little, in der vergangenen Saison im Tor des Verbandsligisten Ludwigshafener SC. Der Schlussmann ist die Nummer eins der Borussia. „Er hat sich sehr gut eingefügt und ist mitverantwortlich dafür, dass es ordentlich läuft“, betont der Trainer, der mit dem Torhüter hochzufrieden ist. Das ist er auch mit dem zweiten Gesicht im Borussia-Trikot aus der Region. Markus Schmitt hat kurzzeitig für die Arminia gespielt, kam damals aber nicht zur Geltung. „Markus hat sich menschlich wie fußballerisch weiterentwickelt und macht derzeit einen Reifeprozess vom Talent zum Führungsspieler durch“, sagt Petry. Zu Arminia-Coach Thomas Fichtner ist sein Kontakt nach wie vor intensiv. Wöchentlich tauschen sich die beiden Trainer aus. „Ich weiß, dass er uns gerne schlagen würde, aber wir haben in Salmrohr die passende Antwort auf das 0:4 gegen Jägersburg gegeben“, freut sich Fichtner über den 2:1-Auswärtssieg. Pietro Berrafato fehlt heute aus privaten Gründen und wird von Kevin Lohrke ersetzt. Die Fingerverletzung von Peter Klug ist ausgeheilt, er kann spielen. Dagegen ist der Einsatz von Steffen Burkhard (muskuläre Probleme) fraglich. (thl)