Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Provisorischer Fußweg aus Ruchheim zu Amazon kommt

Dort wollen die Menschen zu Fuß hin: zu ihrem Arbeitsplatz bei Amazon im Frankenthaler Gewerbegebiet Am Römig. Foto: Amazon/frei
Dort wollen die Menschen zu Fuß hin: zu ihrem Arbeitsplatz bei Amazon im Frankenthaler Gewerbegebiet Am Römig.

Der offizielle Fuß- und Radweg von Ruchheim aus zu Amazon wird noch in diesem Jahr gebaut. Das hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) mitgeteilt. Ab Ende Juli soll es außerdem eine provisorische Strecke zum Römig geben.

Für den dauerhaften Fuß- und Radweg entlang der Landesstraße 524 von Ruchheim zum Römig bestehe seit Ende Mai Baurecht. Das teilt Martin Schafft, Leiter des LBM Speyer, auf RHEINPFALZ-Nachfrage mit und ergänzt: „An der Ausschreibung für die Baumaßnahme wird mit Hochdruck gearbeitet.“ Vergabe und Baubeginn seien für September vorgesehen. Deshalb könne der rund 200.000 Euro teure Weg, wie geplant, noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Der Druck, möglichst schnell einen Fußgängerweg zum Römig anzubieten, ist vor allem aus Ruchheim groß. Trotz einer bestehenden Busverbindung von der Rhein-Haardtbahn-Haltestelle (RHB) in Ruchheim aus laufen täglich viele Amazon-Mitarbeiter zu Fuß zur Arbeit. Weil es bislang keinen offiziellen Fußweg gibt, laufen die Menschen von der Maxdorfer Straße aus entlang der L 524. Dabei queren sie ohne Ampel und Zebrastreifen die Auf- und Abfahrt der A 650 und laufen direkt an der Landstraße unter der Autobahnbrücke hindurch. Ein gefährliches Unterfangen – für Fußgänger und für Autofahrer.

Pläne für erstes Provisorium gescheitert

Im Januar hatte die Stadt Ludwigshafen bereits ein erstes Mal angekündigt, dass ein Provisorium eingerichtet werden soll, bis die dauerhafte Lösung gebaut wird. Das war jedoch daran gescheitert, dass diese Strecke über die Autobahnauffahrt führen sollte, was, zumindest ohne Fußgängerampel, nicht erlaubt ist. Doch es gab weitere Gespräche zwischen den Städten Ludwigshafen und Frankenthal, der Polizei sowie Amazon. Dabei ging es nicht nur um die ohnehin gefährliche Situation für Fußgänger. Wenn ab Herbst der dauerhafte Fuß- und Radweg eingerichtet wird, ist während der Bauzeit ein Durchkommen gar nicht mehr möglich.

Nun steht fest: Ab Ende Juli soll eine provisorische, also vorübergehende Route „über das Wirtschaftswegenetz“ angeboten werden, wie Schafft sagt. Dabei laufe man „komplett über befestigte Wege“, die schon vorhanden sind, ergänzt der LBM-Leiter. Von der Rhein-Haardtbahn-Haltestelle in Ruchheim aus geht es dann nicht direkt nördlich in Richtung Amazon. Stattdessen werden die Fußgänger zunächst zwischen den RHB-Schienen und dem Gelände der Autobahnpolizei geführt, anschließend unter der A 650 hindurch. Dann geht es nicht über den ersten Feldweg – der wäre unbefestigt –, sondern etwas weiter hinten nach rechts auf den befestigten Wirtschaftsweg, der geradeaus direkt zum Gewerbegebiet am Römig führt.

Die Polizei soll kontrollieren

„Zur Querung der L 527 wird eine Bedarfsampel benötigt“, sagt Schafft. Die soll auf Höhe des Amazon-Eingangs angebracht werden. Die Ampel wird laut Schafft bis Ende Juli aufgestellt. Der LBM-Chef gibt zu, dass das Provisorium ein Umweg ist. Und woher wissen die Amazon-Mitarbeiter, dass sie den neuen Weg nehmen müssen? Sobald die Ampel aufgestellt sei, wolle Amazon die Beschäftigten informieren, sagt Schafft. Auch wolle der US-Konzern eine Beschilderung anbringen. Zusätzlich soll die Polizei kontrollieren.

Die Kosten für die Ampelanlage liegen laut Schafft bei rund 10.000 Euro. „Wir vom LBM sind in Vorlage getreten“, sagt er. Letztlich sollen sich aber alle Beteiligten – also unter anderem auch die Städte – die Kosten aufteilen, sagt er.

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