Ludwigshafen Per QR-Code zum Arzt
Eine App weist den Weg: „Docs in Lu“ heißt die neue Internetseite, die jetzt alle Hausärzte in Ludwigshafen auflistet. Sie soll Flüchtlingen den Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtern.
Auch Flüchtlinge bekommen einen Infekt, verletzen sich oder haben starke Schmerzen. Wie sollen sie in diesen Fällen am besten medizinisch versorgt werden? Mit dieser Frage befasste sich ein Runder Tisch mit Akteuren aus dem Gesundheitswesen und von der Feuerwehr. Eine Möglichkeit ist, die Versorgung in den Flüchtlingsunterkünften vorzunehmen. „Diesen Weg wollten wir in Ludwigshafen nicht gehen“, betont Peter Uebel, Internist und Initiator der „Street Docs“. Die medizinische Versorgung in den Unterkünften trage zur Ghettobildung bei, außerdem gebe es zu viele und vor allem dezentrale Unterkünfte. „Wir möchten die ärztliche Versorgung der Flüchtlinge in die Regelversorgung implementieren“, sagt der Arzt. Mit über 75 Hausärzten verfüge Ludwigshafen über ein sehr leistungsfähiges System, so dass dies sehr gut zu leisten sei. Um die Flüchtlinge über die Standorte der Arztpraxen zu informieren, wurde zunächst erwogen, einen Flyer zu drucken. Doch schnell beschloss man, lieber eine App zu entwickeln. „Alle Flüchtlinge haben schließlich ein Smartphone“, sagt Walter Münzenberger, Geschäftsführer der Ökumenischen Fördergemeinschaft, die das Projekt auf den Weg gebracht hat. Hans-Uwe Daumann von „medien+bildung.com“ programmierte die Homepage. Über einen QR-Code, der ab sofort in allen Unterkünften aushängt, gelangt man auf die Internetseite. Dort steht ein Stadtplan von Ludwigshafen, auf dem die großen Flüchtlingsunterkünfte sowie alle Hausarztpraxen markiert sind. Fährt man über die Marker, öffnet sich ein Fenster mit dem Namen des Arztes und der Adresse. „Die Hausärzte sind die primären Ansprechpartner für die Flüchtlinge“, erläutert Peter Uebel. Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz haben die Flüchtlinge Anspruch auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände. Dazu müssen sie sich beim Sozialamt einen Behandlungsschein holen. Ein Routenplaner ist ebenfalls verlinkt. Außerdem sind in einer Liste alle Praxen nach Stadtteilen geordnet. Die Seite ist ausbaufähig. So ist geplant, auch die Flüchtlings-Cafés und Zahnärzte mit aufzunehmen. Im Netz www.docs-in-lu.de