Ludwigshafen Papa braucht Prothesen

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Der schwere Unfall ereignete sich, als Shpetim Bulari 13 Jahre alt war: Er kam in seiner Heimat Albanien mit einem defekten Starkstromkabel in Berührung. Beide Arme verschmorten. Beinahe hätte ihn der Unfall das Leben gekostet. Seitdem muss er den Alltag ohne Arme und Hände bewältigen. Was das heißt, kann sich jeder ausmalen: Selbstverständlichkeiten wie das Öffnen einer Tür, das Lesen eines Buchs, Essen und Trinken, Kleidung und Schuhe anziehen oder der Gang zur Toilette kann er nur mit fremder Hilfe erledigen. Seine Frau Blerina Bulari (33) und die siebenjährige Tochter stehen ihm ständig zur Seite. „Mein größter Wunsch ist es, meine Töchter einmal in den Arm zu nehmen“, sagt der junge Mann mit den braunen Augen, die während des ganzen Gesprächs traurig dreinblicken. „Herr Bulari hat Angst, allein zu sein“, berichtet Ihri Abdullahi, der das Gespräch übersetzt. „Was soll er machen, wenn die zweijährige Tochter weint und seine Frau nicht da ist? Oder wenn es an der Tür klopft. Die kann er nicht aufmachen“, nennt er Beispiele. Shpetim Bulari könne ja noch nicht mal ein Glas Wasser alleine trinken. Da die medizinische Versorgung in seiner Heimat sehr schlecht ist und Prothesen dort für arme Leute unerschwinglich sind, entschied sich Shpetim Bulari im vergangenen Winter, Albanien zu verlassen und nach Deutschland zu kommen, um hier Hilfe zu finden und Prothesen zu erhalten. Seit Februar lebt er mit seiner Familie im Rheingönheimer Rampenweg. Über den Straßensozialarbeiter Robert Azari wurde Johannes Hucke von der Ökumenischen Fördergemeinschaft auf das Schicksal des jungen Mannes aufmerksam, schaltete die ehrenamtlich helfenden Mediziner der Vereinigung „Street Docs“ ein und startete einen Spendenaufruf. Denn mit der Versorgung von Shpetim Bulari mit Prothesen sind große Kosten verbunden. 180.000 Euro werden wohl gebraucht. Eine Summe, die von Ärzten in der Orthopädischen Klinik der Universität Heidelberg genannt wurde. Mittlerweile hat Peter Uebel von den „Street Docs“ Kontakt zur Oggersheimer BG Klinik und dem Sanitätshaus Brunner, die Spezialisten für Orthopädietechnik und Prothesen sind, aufgenommen. „Wir brauchen klare Fakten“, sagt der Internist. Daher soll in diesen Tagen geklärt werden, wie es bei Shpetim Bulari um die Gelenksituation bestellt ist und wie ihm am besten geholfen werden kann. Diese Kosten übernehmen die „Street Docs“. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um Shpetim Bulari zu helfen“, betont Uebel. Bulari sei ein sehr liebenswerter Mann, der erst am Anfang seines Lebens stehe und der ein schwer zu stemmendes Schicksal, ein „riesen Handicap“, habe. „Da spürt man ein inneres Bedürfnis, ihm zu helfen“, sagt Uebel. Spendenkonto Ökumenische Fördergemeinschaft, Stichwort „Prothesen“, IBAN DE94 5455 0010 0000 0008 36, BIC LUHSDE6AXXX

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