Fußball
Oberliga: Worauf Trainer Matteo Monetta beim FC Arminia Ludwigshafen achtet
Das 3:3 gegen den SC Idar-Oberstein, das Matteo Monetta, der Trainer des FC Arminia Ludwigshafen, wegen des späten Ausgleichstores der Gäste nachvollziehbar als „gefühlte Niederlage“ bezeichnete, ist zwar ärgerlich, blieb aber tabellarisch ohne Konsequenzen. Dies deswegen, weil von den Mannschaften der unteren Tabellenhälfte nur eine gewann. Dies war der SV Auersmacher, der am Samstag, 15 Uhr, in Rheingönheim antritt. Die Saarländer gewannen überraschend beim SV Gonsenheim 1:0 und feierten den ersten Auswärtssieg sowie den Sprung auf Tabellenplatz zehn.
Zuvor hatte Auersmacher nur beim SC Idar-Oberstein (2:2) gepunktet, alle anderen sieben Auswärtspartien verloren. Klingt ernüchternd, relativiert sich aber, wenn man sieht, dass diese sieben Gegner aktuell die Ränge eins bis sieben belegen. „Ich weiß, dass das eine starke Mannschaft ist, die mit dem Sieg in Gonsenheim Selbstvertrauen getankt hat“, warnt der Coach. In der Oberliga stehe jede Begegnung auf der Kippe. Ein Problem ist die hohe Zahl an Gegentoren. Nur bei Monettas Einstand gegen Dudenhofen (1:0) stand die Null. „Zunächst stand das Kreieren von Chancen ganz oben auf der Agenda“, spielt der Coach auf magere neun Tore in den ersten neun Partien an.
Anspielstationen fehlen
Inzwischen haben sich die Prioritäten verschoben, denn der Durchschnittswert der erzielten Tore pro Partie stieg von 1,0 auf 2,5 (Spieltag zehn bis 17) exorbitant an. „Wir brauchen wieder eine bessere Einstellung zum Verteidigen und müssen die Anzahl der Gegentore reduzieren“, fordert der Übungsleiter. Ein Appell, der allen gilt, denn die Offensivkräfte sollen dafür sensibilisiert werden, defensiv besser mitzumachen. Das heißt aber nicht, dass der mitunter riskante Spielaufbau, der manchen Zuschauer die Luft anhalten lässt, in der Versenkung verschwindet. Aber der Abwehrspieler, der von pressenden Gegnern attackiert wird, braucht mehr Abspieloptionen. Die haben gegen Idar-Oberstein nach der Pause zu oft gefehlt.
Das lag am wenigsten am frischen Wind bringenden Joker Martin Amoako, dem mit vielen guten Offensivaktionen und zwei Toren fast die Wende gelungen wäre. „Martin hat seine deutliche Leistungssteigerung im Training angedeutet. Ich habe ihm schon nach dem Spiel bei Cosmos Koblenz gesagt, dass seine Zeit kommen wird“, verdeutlicht der Trainer und bescheinigt seiner Nummer 19 eine gute Schnelligkeit und einen beidfüßig großartigen Abschluss. „Martin ist ein lustiger, immer gut gelaunter und positiver Typ. Er tut der Mannschaft gut“, sagt Monetta. Wenn ein Kollege ein Tor erziele, sei Amoako immer einer der ersten, der dies mit dem Torschützen bejubele.
100. Spiel im Aktivenbereich
Der 22-jährige Stürmer steht vor einem Jubiläum. Nach dem Ende seiner Juniorenzeit kann er am Sonntag sein 100. Punktspiel bei den Erwachsenen bestreiten. 62 für den ASV Fußgönheim und 37 für die Arminia stehen bislang zu Buche. Das Kuriose dabei: Amoako hat in der Oberliga noch kein Spiel über 90 Minuten bestritten und stand nur dreimal in der Startformation. Eigentlich deprimierend. Doch die Reaktion darauf ist typisch für die optimistische Frohnatur: „Der Trainer entscheidet. Ich werde aber weitermachen und eines Tages tatsächlich 90 Minuten spielen.“ Dass sein Vertrag ausläuft, treibt den Tempodribbler nicht um. „Ich will Leistung bringen, alles andere kommt von selbst“, erklärt Amoako.
Martin Amoako begann seine Laufbahn beim Ludwigshafener SC kurioserweise als Verteidiger. In der U13 und U14 beim 1. FC Kaiserslautern wurde er zum Flügelstürmer umgeschult. Das ist auch die Position seiner Vorbilder Franck Ribéry und Leroy Sané. „Der FC Bayern München ist mein Lieblingsverein“, sagt der Speditionskaufmann, der in der kommenden Woche seine Prüfungen ablegt. Apropos Sané. „Eine frühere Freundin hat mir zum Geburtstag mal ein Trikot von Sané geschenkt“, berichtet Amoako. Auch ein Trikot Ribérys aus der Triple-Saison der Bayern 2012/13 hat er ergattert.
Amoakos Bruder ist Trainer
Der gebürtige Ludwigshafener, der regelmäßig im Fitnessstudio anzutreffen ist, hat körperlich sehr an sich gearbeitet und ist stabiler geworden. Er hat ghanaische Wurzeln, noch drei Brüder und eine Schwester. Dominik hat bis vor Kurzem noch selbst gespielt, Jeffrey ist Trainer der Regionalliga-C-Junioren des LSC. „Martin ist ein begeisterter Fußballer, sehr offen, zugänglich und ein herzensguter Mensch“, beschreibt Jeffrey seinen jüngeren Bruder. Untereinander ist die Familie immer in Kontakt und ständig im Austausch. So war Jeffrey einer der ersten, dem Martin von seinem Doppelpack am Samstag erzählte.
Die gesamte Familie fiebert bei Weltmeisterschaften oder dem Afrikacup mit Ghanas Nationalmannschaft. Etwa anlässlich der WM 2014, als der spätere Weltmeister Deutschland in der Vorrunde gegen die „Schwarzen Sterne“ aus Ghana 2:2 spielte. Es war die einzige Begegnung, die die Deutschen nicht gewannen. „Vielleicht treffen sich die beiden Teams im nächsten Jahr bei der WM wieder“, überlegt Amoako. Und vielleicht hat er bis dorthin mal 90 Minuten durchgespielt.