Fußball Oberliga: Warum der FC Arminia Ludwigshafen weiter auf einen Sieg wartet

Arminias Mittelfeldspieler Leon Zinnicke (vorne), der hier von Keita Kinoshita (Emmelshausen-Karbach) bedrängt wird, erzielt das
Arminias Mittelfeldspieler Leon Zinnicke (vorne), der hier von Keita Kinoshita (Emmelshausen-Karbach) bedrängt wird, erzielt das zweite Tor der Ludwigshafener.

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen steht gegen den FC Emmelshausen-Karbach auf verlorenen Posten. Für die ersatzgeschwächte Mannschaft folgt ein weiterer Rückschlag.

Den Mannschaftskreis nach dem Spiel gibt es offenbar nicht mehr. Nach dem Abpfiff des mit 2:5 (1:4) deutlich verlorenen Spiels gegen den FC Emmelshausen-Karbach verschwanden die Spieler des FC Arminia Ludwigshafen in Windeseile in die Kabine. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Lukas Hartlieb aber stellte sich und redete nicht um den heißen Brei herum. „Bei den Diagonalbällen der Gäste stehen wir nicht gut, sind zu weit vom Gegenspieler entfernt“, spricht der erfahrene Abwehrspieler die offenkundigen Mängel an. Über beide Flügel rissen die Hunsrücker die Arminia-Defensive regelmäßig auf und sorgten so häufig für helle Aufregung im Strafraum.

Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht so schlecht gewesen. Emmelshausen-Karbach hatte zuvor zweimal verloren und musste drei Akteure ersetzen, die in der Partie bei Cosmos Koblenz eine Woche zuvor jeweils die Gelb-Rote Karte gesehen hatten. Außerdem gelang Mittelstürmer Maximilian Krämer nach klasse Vorarbeit von Sebastian Beikert früh das 1:0 (12.). „Der hat ja ein brutales Tempo. Damit hatten wir unsere Probleme“, räumt Gästetrainer Patrick Kühnreich ein. Die Freude über das Führungstor hielt aber nicht lange an, drei Minuten später glich der kaum zu kontrollierende Torjäger Max Wilschrey nach uneigennütziger Vorlage von Kieran Ike aus.

Außen in Unterzahl

„Auf den Außenbahnen waren wir zu oft in Unterzahl. Wir müssen uns mehr coachen, so bekommen wir keine Sicherheit“, bemängelt Trainer Matteo Monetta. Der FCA sei sich nicht einig gewesen, habe zu wenig Druck auf den Gegner ausgeübt, der nach Herzenslust kombinieren durfte. Dass es kurz vor der Pause noch immer 1:1 stand, war schmeichelhaft für die Gastgeber. Das Team aus dem Hunsrück ging zunächst viel zu verschwenderisch mit seinen Gelegenheiten um, außerdem verhinderte Torwart Peter Klug bei seinem Oberliga-Comeback in der einen oder anderen Situation weitere Gegentore. „Die haben uns den Schneid abgekauft, wir haben uns viele Ballverluste und Schnitzer erlaubt“, klagt Monetta.

Innerhalb von acht Minuten entschieden die Gäste die zwischenzeitlich einseitige Begegnung. Wilschrey (39.), Enrico Rössler (44.) und nochmals Wilschrey (45.+2) erzielten drei sehenswert herausgespielte Treffer zum 4:1. Bei diesen Toren wurde der große Unterschied an diesem Tag deutlich. Hier der Gast, der spielfreudig und fußballerisch stark auftrat, schnell nach vorne spielte und die Räume prima nutzte. Auf der anderen Seite eine hilflose und überforderte Arminia. „Wir kamen immer einen Schritt zu spät, haben keinen Zugriff auf die Partie bekommen“, nennt der um Geschlossenheit bemühte Hartlieb Gründe für die Pleite.

Zweite Halbzeit „um die Ehre“

„Das sich der Gegner in unserem Strafraum ungestört den Ball zuspielen kann, akzeptiere ich nicht. Nach der Pause hat die Mannschaft für ihre Ehre gespielt und das Ergebnis in Grenzen gehalten“, verdeutlicht Monetta. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das Team aus dem Hunsrück nach dem erneut überragend herausgespielten 5:1 von Rössler (52.) nicht mehr ganz so gierig auf weitere Treffer aus war. Nicht nur in dieser Szene war zu erkennen, dass der FCA die fehlenden Defensivakteure Wal Fall, Jhon Mosquera und Philip Krischa in der geballten Anzahl nicht ersetzen konnte. Das 2:5, das der lauffreudige Leon Zinnicke auf Zuspiel von Ricardo Antonaci erzielte (58.), machte die Schlappe nicht erträglicher.

Und als hätte der FCA nicht schon genug sportliche Rückschläge erlitten, sah Kapitän Antonaci noch eine ungerechtfertigte Rote Karte (67.). Sein Handspiel war unstrittig, aber eine klare Chance hat er nicht verhindert, weil noch Kollegen in der Nähe des Gästespielers standen, der den Ball auch erst mal hätte annehmen und verarbeiten müssen.

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