Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen peilt Zwischenziel an

Wichtiger Stabilisator: Arminias Ricardo Antonaci (links), hier gegen den SV Morlautern.
Wichtiger Stabilisator: Arminias Ricardo Antonaci (links), hier gegen den SV Morlautern.

Zwei Siege in Folge haben das Stimmungsbarometer beim FC Arminia Ludwigshafen steigen lassen. Gegen Aufsteiger VfR Baumholder soll ein weiterer folgen. Die Rückkehr eines Leistungsträgers und Führungsspielers gibt Hoffnung.

Der Partie, die auf Donnerstag, 20 Uhr, vorverlegt wurde, kommt enorme Bedeutung zu. „Sollten wir gewinnen, hätten wir das Zwischenziel 40 Punkte erreicht. Der 3:2-Erfolg in Pfeddersheim dürfte uns weiteres Selbstvertrauen geben“, blickt Trainer Andreas Brill zurück. Die Moral sei intakt gewesen. Dies belege das Siegtor tief in der Nachspielzeit, nachdem der TSG in der 90. Minute das 2:2 gelungen war. Dieser Wille sei auch für die Partie gegen den Neuling Grundlage. Baumholder verfüge über zwei schnelle Spitzen und habe im Hinspiel (3:3) im 4-4-2-System agiert. „Es muss kein Augenschmaus sein, wichtig sind allein die drei Punkte“, legt Brill die Prioritäten fest.

Neben den Verletzten Björn Weisenborn und Lukas Kebernik fehlt weiterhin Noah Maier, der in Urlaub ist. Jamie Tahedl saß zuletzt zumindest zweimal auf der Bank. Zudem setzt der Coach hinter den Einsatz etlicher Akteure ein Fragezeichen: „Nico Pantano und Rik Hiemeleers schlagen sich mit muskulären Problemen herum, Sebastian Lindner plagen Rückenschmerzen, Bastian Hommrich ist erkältet.“ Kaum anzunehmenden, dass alle vier auflaufen können, was die Aufstellung zu einem Puzzle werden lässt. Wenigstens kehrt Mittelfeldspieler Wal Fall nach Wadenverletzung in den Kader zurück.

Schnelles Comeback

In einer solchen Situation ist das überraschend schnelle Comeback des seit Kurzem 29 Jahre alten Ricardo Antonaci ein Geschenk. Der Trainer hatte einen wochenlangen Ausfall befürchtet, doch der ehemalige Regionalligaspieler verpasste nur drei Begegnungen und kam in Pfeddersheim in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. „Die Probleme kommen vom Hüftgelenk und sind immer schlimmer geworden“, berichtet Antonaci. Er suchte einen Spezialisten in Saarbrücken auf. Der gab ihm eine Spitze, was die Schmerzen erträglich macht. Ein bis zwei Untersuchungen stehen noch aus.

„Ich bin natürlich noch nicht bei 100 Prozent, weil Kraft und Ausdauer noch fehlen. Aber so lange es geht, will ich der Mannschaft helfen“, verdeutlicht Antonaci. Die fehlende Explosivität will der Mann mit der Nummer 22 mit der Erfahrung von 175 Regionalligaspielen für Wormatia Worms, TuS Koblenz, FC Gießen, VfB Homberg und Alemannia Aachen ausgleichen. Und sicherlich auch mit seinem Zug nach vorne und als Vorlagengeber. In Pfeddersheim bereitete er den 1:1-Ausgleich von Lukas Hartlieb mit einer präzisen Flanke vor. Es war in seinem 42. Oberligaspiel für die Arminia bereits die 15. Torvorlage. Ein Spitzenwert für einen Außenverteidiger. In dieser Saison legte nur Steffen Straub mehr Treffer auf.

„Dreckiger Sieg reicht“

„Ricardo hat einen hohen Stellenwert im Team und ist mit seiner spielerischen Qualität sowie seinem Positionsspiel ein wichtiger Faktor für uns. Seine Ruhe am Ball und Übersicht tun uns gut. Außerdem kann er offensiv Akzente setzen“, beschreibt ihn Brill. Antonaci spielt zwar am liebsten im Zentrum, stellt sich aber selbstredend in den Dienst der Mannschaft und verteidigt in der Regel rechts. Dies auch von Anfang an, wenn Hiemeleers ausfallen sollte. „Ein dreckiger Sieg wie gegen Bitburg würde mir reichen. Wir sind aktuell nicht in der Verfassung, um zu glänzen. Es geht aber allein darum, zu punkten. Gegen Baumholder müssen drei Zähler her, das ist Pflicht“, fordert der Defensivallrounder.

Der in Worms geborene Ricardo Antonaci, dessen Freundin Kim zwar in Düsseldorf arbeitet, aber wegen der Möglichkeit Homeoffice zu nutzen, häufig in Ludwigshafen ist, hat den Arbeitsplatz gewechselt. „Mein Vater, der Geschäftsführer einer Zeitarbeitsfirma ist, hatte gesundheitliche Probleme. Da war es mir eine Herzensangelegenheit, ihn zu unterstützen“, sagt Antonaci, der in Düsseldorf Sportmanagement studierte und jetzt im Bereich Personalleasing tätig ist. Sein Vertrag bei der Arminia läuft noch bis zum 30. Juni 2025.

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