Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen nach Debakel ohne Trainer

Arminias Innenverteidiger Jhon Mosquera (links) wird beim Spielaufbau vom Eisbachtaler Gabriel Jost gestört. Dessen Anschlusstre
Arminias Innenverteidiger Jhon Mosquera (links) wird beim Spielaufbau vom Eisbachtaler Gabriel Jost gestört. Dessen Anschlusstreffer gibt der Partie eine Wende.

FC Arminia Ludwigshafen rutscht in der Oberliga-Tabelle weiter ab und steht auf einem Abstiegsplatz. Die zweite Hälfte gegen Eisbachtal war unterirdisch, das hat Folgen.

Die Miene versteinert, die Lippen schmal, die Augen funkeln. Die Befürchtung, dass der Vulkan jeden Moment zum Ausbruch kommen könnte, trog nicht. „Die Mannschaft ist tot, körperlich und mental nicht auf der Höhe. Der Gegner konnte in der zweiten Halbzeit machen, was er wollte. Das war unglaublich, die Leistung bodenlos“, sprudeln die Worte geradezu aus dem Mund von Arminia-Trainer Marco Laping. Der Coach war stinksauer. Kein Wunder. Was sein Team in der zweiten Halbzeit bot, spottete jeder Beschreibung. Harmlos, hilflos, irgendwie nicht bei der Sache – so präsentierte sich der FCA. Noch am Abend traten Laping und sein Co-Trainer Matteo Monetta von ihren Ämtern zurück.

Nach diesem Debakel sah es in der ersten 30 Minuten nicht aus. Die Arminia hatte viel Ballbesitz, baute ihr Spiel bis auf eine Ausnahme aus der Abwehr sicher auf, was dazu führte, dass die Eisbachtaler ihr anfängliches Pressing mit dem Ziel, Wal Fall zuzustellen, irgendwann aufgaben. Gewiss, mitunter dauerte es wegen vieler Quer- und Rückpässe lange, bis der FCA einen Raumgewinn verzeichnete, aber auf diese Spielweise hatte sich die Arminen beim Amtsantritt von Laping verständigt. Der Auftritt war bis zur Pause erfolgversprechend.

Ein Tor aus dem Nichts

Es gab ja auch Situationen, in denen die Bemühungen die nötige Tiefe hatten. Meist über die rechte Seite, wo Lukas Hartlieb einige sehr gute Offensivaktionen hatte. Etwa beim 2:0, als ihn Bastian Hommrich anspielte und Hartliebs Hereingabe von der Grundlinie von Noah Hannawald, der sich zum ersten Pfosten orientierte, verwertet wurde (42.). Übrigens: Hannawald war auch Schütze des ersten Tores, nicht Jhon Mosquera wie es ob der Gratulationen zunächst den Anschein hatte (10.). „Ich war zwar dran, aber Noah hat den Ball letztlich über die Linie gedrückt“, gibt der Innenverteidiger zu.

Bis zur Pause hatte der FCA zwar nicht übermäßig viele Chancen, aber die Gäste kamen überhaupt nur zweimal zum Abschluss. Dann fiel der Anschlusstreffer, eine Produktion der beiden besten Eisbachtaler. Kapitän Max Olbrich spielte einen gut getimten Pass auf Gabriel Jost, der mit sattem Linksschuss aus rund 20 Metern (44.) traf. Die Frage, ob dieses Tor der Mannschaft den Stecker gezogen habe, wischt der Coach vom Tisch. „Wieso, wir haben doch immer noch geführt“, antwortet Laping. „Ein Tor aus dem Nichts“, beschreibt der später eingewechselte Flügelstürmer Tim Amberger diesen Treffer.

Zwei unterschiedliche Gesichter

In der Tat hatten die Rheingönheimer beim Anpfiff zur zweiten Halbzeit immer noch die besseren Karten in der Hand. Eine, wenn auch knappe Führung, die Westerwälder mussten mehr in ihr Offensivspiel investieren, was der Arminia Räume öffnen würde. In der Praxis sah es jedoch anders aus. Das Chancenverhältnis in der zweiten Hälfte lautete 1:7, Eisbachtal wurde in dem Maße besser und immer selbstbewusster, in dem der FCA abbaute. Die einzige Möglichkeit besaß Yassin Memokoh nach Doppelpass mit Max Krämer, doch Matti Jung verhinderte das mögliche 3:1 (61.). Wenig später sprang Olbrichs Schuss aus 30 Metern von der Unterkante der Latte ins Feld zurück (66.).

„Es ist unerklärlich, wie man in 90 Minute zwei so unterschiedliche Gesichter zeigen kann. Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen. Eine gute Halbzeit reicht nicht“, verdeutlicht Yakup Polat, der im ersten Abschnitt viele Ballkontakte hatte und das Spiel aus der Tiefe lenkte. „Das war viel zu wenig, wir müssen mehr machen und bessere Lösungen finden“, ergänzt Mosquera. Das 2:2 war nur eine Frage der Zeit und fiel, als Silas Held nach einem Steilpass von Jost die Nerven behielt (69.). Die Sportfreunde hatten längst gemerkt, dass ein Sieg drin ist. Nach einem Abseitstor von Jonah Arnolds machten ihn Olbrich mit einem Schuss ins lange Eck (90.) und Finn Müller per Kontertor in der Nachspielzeit perfekt.

„Die zweite Halbzeit hatte nichts mit unseren Ansprüchen zu tun“, resümiert Amberger. In dieser Phase machte Eisbachtal ein richtig gutes Auswärtsspiel und siegte völlig zurecht, traf aber auf einen Gegner, der jegliche Gegenwehr fast eingestellt hatte. „Im Moment habe ich nicht das Gefühl, dass ich an das Team herankomme“, sagt der Trainer. Ein Satz der nachdenklich stimmt und noch am selben Abend Bestätigung erfuhr.

x