Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen muss gegen Gonsenheim Lücken stopfen

Verlässlicher Defensivarbeiter: Arminias Philip Krischa (rechts).
Verlässlicher Defensivarbeiter: Arminias Philip Krischa (rechts).

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen hat zuletzt dreimal in Folge verloren und ist auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen. Jetzt kommt der spielstarke SV Gonsenheim. Ein junger Spieler, der gerade gut in Form ist, soll der Arminia helfen.

Philip Krischa hat von allen neu verpflichteten Akteuren bislang am längsten auf dem Feld gestanden und wurde in jeder der sieben Oberligapartien in die Startformation berufen. Das ist keine Überraschung, denn der 21-jährige Defensivspezialist bringt konstant gute Leistungen. „Philip hat nach kleinen Anlaufschwierigkeiten in einem neuen Umfeld eine super Entwicklung genommen“, attestiert Trainer Chris Chorrosch dem Mann mit der Rückennummer 15. Krischa sei ruhig am Ball, bringe auch fußballerisch viel mit und sei auf der Sechserposition kein reiner Zerstörer. „Er findet gute Lösungen, ist menschlich ein sehr angenehmer Typ und hat uns auf jeden Fall verstärkt“, lobt der Coach.

Chorrosch kennt den ballsicheren Aufbauspieler Krischa schon seit fünf Jahren und hat immer wieder versucht, ihn für das A-Junioren-Regionalligateam des Ludwigshafener SC zu verpflichten, das er damals trainierte. „Nach meinem Abitur habe ich am Standort von „Anpfiff ins Leben„ beim Ludwigshafener SC mein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert“, erinnert sich der Fußballer. Dort ist er mit Chorrosch ins Gespräch gekommen. Doch der Trainer bekam anfangs nur Körbe, ließ sich aber nicht entmutigen. Diese Hartnäckigkeit zahlte sich aus, denn jetzt fanden die beiden beim FC Arminia zusammen.

Faible für Ballsport

Philip Krischa liebt Ballsportarten. „Ich komme eigentlich aus einer Handballfamilie. Mein Vater hat gespielt, meine Mutter und auch mein Onkel“, berichtet er. Eine Zeit lang habe er beide Sportarten parallel ausgeübt, sich dann aber für Fußball entschieden. Offenbar eine gute Wahl, wenn man sieht, wie weit es der bei den Rheingönheimern als defensiver Mittelfeldspieler eingeplante 21-Jährige, der in Edingen-Neckarhausen lebt, gebracht hat.

An seinem Wohnort begann er mit dem Fußballspielen. „Weil ich keinen Zweikampf gescheut habe, wurde ich im Mittelfeld und als Innenverteidiger aufgestellt“, blickt Krischa zurück. Über die SpVgg Ilvesheim und den SV Schwetzingen führte ihn sein Weg in der B-Jugend erstmals in die Pfalz. Er hat für Phönix Schifferstadt und den FC Speyer 09 gespielt, ehe er in die U19 des SV Waldhof wechselte. Dort lief er nach seiner Jugendzeit in der zweiten Garnitur der Waldhöfer in der Verbandsliga auf und wurde zum Kapitän ernannt. Einen Unterschied zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar hat er schon festgestellt. „Hier geht es deutlich physischer zu, die Spieler sind robuster. Aber ich habe noch nicht alle Teams erlebt“, verdeutlicht Krischa.

Lehramtsstudium in Heidelberg

In Heidelberg studiert er im sechsten Semester Sportwissenschaften und Geografie auf Lehramt. „In einem guten Jahr dürfte ich fertig sein, will danach mit dem Master abschließen und ins Referendariat gehen“, hat der junge Fußballer konkrete Vorstellungen. Das Sportstudium sei übrigens sehr vielseitig. So sei ein Tanzkurs integriert gewesen, und im nächsten Semester folgt ein großer Block Turnen. Die Umstellung auf Oberligafußball sei nicht schwierig gewesen, und auch bei seinem Debüt als Innenverteidiger am Samstag in Eisbachtal überzeugte Krischa. „Im Moment fehlt uns etwas die Durchschlagskraft“, hat der Nordbadener erkannt.

Und vermutlich reißt Chorrosch gegen Gonsenheim die Innenverteidigung mit Krischa und Hasan Yalcinkaya nicht auseinander. Ihm fehlen auch Alternativen. Wal Fall kommt erst am Freitag aus dem Urlaub zurück. Lukas Kebernik ist wegen seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen RW Koblenz für zwei Partien plus ein Spiel auf Bewährung gesperrt. Jamie Tahedl hingegen ist nach Ablauf seiner Sperre spielberechtigt, und auch Giuliano Cultrera steht wieder zur Verfügung. Dagegen muss Ricardo Antonaci, der zur Hochzeit seines besten Freundes eingeladen ist, ersetzt werden. Da auch Bastian Hommrich und Rik Hiemeleers wegen Schambeinentzündungen nicht auflaufen können, ist die Personalsituation weiter extrem angespannt.

„Die sechs Punkte entsprechen nicht unseren Leistungen, aber wir werden ruhig bleiben. Es war klar, dass es ein schweres Jahr werden kann“, konstatiert der Trainer. Vielleicht gelingt ja gegen den spielstarken und gut kombinierenden Tabellenvierten Gonsenheim zum Auftakt zweier englischen Wochen eine Überraschung. Unabhängig davon hat Chorrosch den Blick schon auf die Duelle mit den Tabellennachbarn Eppelborn, Idar-Oberstein und Auersmacher gerichtet. Da kann der FCA gegen Mitkonkurrenten binnen acht Tagen viel Boden gutmachen.

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