Fußball
Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen mit breiter Brust gegen FK Pirmasens
Wenn man sich vor der Saison umgehört hat, wer denn die größten Chancen hat, Meister der Oberliga zu werden, dann bekam man sehr häufig den Namen FK Pirmasens zu hören. „Die Klub“ hat die Vorschusslorbeeren voll umfänglich bestätigt. Nach 14 Spieltagen führt der FKP die Tabelle an, hat nur eine Partie verloren (1:2 bei Cosmos Koblenz) und mit 44 Treffern die meisten Tore erzielt. Die Torschützenliste der Liga wird von den beiden Pirmasensern Marc Ehrhart (14) und Luca Dimitrijevic (12) angeführt. Seit acht Begegnungen ist der Traditionsverein ohne Niederlage. Imponierende Zahlen und Fakten.
Die Westpfälzer haben zudem noch ein Nachholspiel zu Hause gegen Wormatia Worms in der Hinterhand. Diese Partie aus dem August musste verlegt werden, weil der FKP im DFB-Pokal für Furore sorgten. In der ersten Runde hatten sie Bundesliga-Aufsteiger Hamburger SV nach überragender Vorstellung am Rande einer Niederlage. Der 1:1-Ausgleich der Norddeutschen fiel erst in der Nachspielzeit. In der Verlängerung setzte sich der HSV mit 2:1 hauchdünn und ein Stück weit glücklich durch. Im aktuellen Verbandspokal-Wettbewerb steht Pirmasens schon wieder im Halbfinale, das der FC Arminia um Haaresbreite verpasste.
Arminia ist motiviert
Die Antwort des FCA auf diese 2:4-Pokalniederlage in Mechtersheim fiel beeindruckend aus. Mit 2:1 gewannen die Ludwigshafener beim Tabellensiebten Cosmos Koblenz und haben den schwachen Saisonstart fast schon vergessen gemacht. Mit 16 Zählern haben sie vor dem Gastspiel des FK Pirmasens am Samstag (14 Uhr, Bezirkssportanlage Rheingönheim) den Anschluss ans untere Mittelfeld hergestellt. „Mit diesem Erfolg im Rücken freuen wir uns auf die Partie gegen den FKP“, sagt Arminia-Trainer Matteo Monetta. Auch wenn der Gegner als Spitzenreiter kommt, gebe es keinen Grund sich kleiner zu machen, als man sei. „Wir haben Worms geschlagen und sind top motiviert“, betont der Coach.
Von den vergangenen fünf Oberligapartien haben die Arminen vier für sich entschieden. „Dudenhofen und Idar-Oberstein hatten am vorigen Samstag ihre Spiele gewonnen. Da lastete sonntags schon Druck auf dem Team. Doch die gute Entwicklung hält an“, freut sich Monetta. Bemerkenswert sei, dass die verletzten Kevin Urban und Maximilian Krämer die Busfahrt nach Koblenz mitgemacht und die Mannschaft unterstützt haben. „Das hat mich sehr gefreut, spricht für den Teamgeist und dafür, dass wir uns in der schwierigen Phase mit den vielen Niederlagen nicht zerfleischt haben, sondern noch enger zusammengerückt sind“, hat der 41-jährige Trainer registriert.
Verteidiger hat lange gefehlt
„Es ziehen alle an einem Strang, das Miteinander ist bestens“, sagt auch Innenverteidiger Lukas Hartlieb. Der 29-jährige erfahrene Abwehrspieler tut sich schwer bei der Frage, warum es seit ein paar Wochen urplötzlich so viel besser läuft. „Es ist schwer erklärbar, oft ist es die Summe von Kleinigkeiten. Das Selbstvertrauen ist deutlich gestiegen, und wir hatten in der einen oder anderen Situation auch etwas Spielglück. Das genügt mitunter, um den Schalter umzulegen“, sagt Hartlieb. Inzwischen sei man viel stabiler als zum Saisonstart, und es werde von allen gut verteidigt. Jeder erfülle momentan seine Aufgabe.
Vor einem Jahre ging es Lukas Hartlieb, der in der Lohnbuchhaltung von Hauptsponsor Bauhaus arbeitet, viel schlechter. Er hatte im ersten Saisonspiel einen Kreuzbandriss erlitten und stand im Sommer 2024 vor einer langen Pause. Doch mit Ehrgeiz, Disziplin und Willen – Attribute, die den Mann mit der Nummer 25 auch auf dem Platz auszeichnen – arbeitete er sich beharrlich Schritt für Schritt zurück. „Reha, bei den Partien zusehen zu müssen und alleine trainieren mit dem großen Ziel wieder fit zu werden, das ist schon etwas anderes als Training mit der Mannschaft und das Spiel am Wochenende“, berichtet Hartlieb. In der gesamten Serie 2024/25 kam er nicht mehr zum Einsatz.
Der Traum des Trainers
Dafür startete der frühere Junioren-Bundesligaspieler des 1. FC Kaiserslautern und Kapitän der Verbandsauswahl mit großem Elan in die neue Spielzeit. In allen 14 Oberligaspielen war er dabei, stand zuletzt zwölfmal in Folge 90 Minuten auf dem Feld und bringt es auf 122 Einsätze für die Arminia in dieser Liga. „Es ist nichts zurückgeblieben, ich habe keine Schwierigkeiten mehr“, verdeutlicht Hartlieb. Nur wenn es binnen kurzer Zeit einen Wechsel des Untergrunds, etwa von Naturrasen auf Kunstrasen, gibt, macht sich das Knie leicht bemerkbar.
Mit Monetta hatte er noch zusammengespielt. „Matteo macht ein top Training und stellt uns super auf die Gegner ein“, unterstreicht Hartlieb. Auch der Coach ist voll des Lobes für den eigentlich unersetzlichen Abwehrspieler, der für vorbildliche Einstellung, Einsatz und fußballerische Klasse steht: „Die DNA von Lukas ist Verteidigen. Das macht er überragend. Einen solchen Spieler im Kader zu haben, der immer mehr als 100 Prozent für das Team bringt, ist für einen Trainer ein Traum.“ Und mit Blick auf das Spiel am Samstag gibt sich Monetta kämpferisch: „Der FKP wird eine gute Leistung bringen müssen, um gegen uns zu gewinnen.“