Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen holt erfahrenen Verteidiger zurück

Auftritt im Pokal: Tim Amberger zwischen zwei Spielern des FSV Schifferstadt.
Auftritt im Pokal: Tim Amberger zwischen zwei Spielern des FSV Schifferstadt.

Der FC Arminia Ludwigshafen braucht im Abstiegskampf in der Oberliga dringend Punkte. Ein erfahrener Spieler und ein Rückkehrer sollen dem Verein helfen.

Wie gewonnen, so zerronnen. Dieser Satz gilt für den Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen in Bezug auf das Torverhältnis. Konnten die Rheingönheimer mit dem 7:0-Sieg gegen den FV Eppelborn diese Bilanz deutlich verbessern, so machten sie diese mit der 0:5-Niederlage bei Wormatia Worms wieder zunichte. In der Oberliga zählt bei Punktgleichheit das Torverhältnis. Und in diesem Bereich sind die Arminen nun wesentlich schlechter aufgestellt als die Abstiegskandidaten, die in der Tabelle vor ihnen rangieren. Und von diesen Mannschaften muss der FCA mindestens eine, besser zwei überholen, um in der Liga zu bleiben.

Einige Gründe für die klare Niederlage in Worms nennt Trainer Ralf Gimmy: „Die Ordnung hat gefehlt, es gab zu viele und krasse individuelle Fehler. Wir haben es Worms zu einfach gemacht, zu den Toren zu kommen, sind regelrecht überrannt worden.“ Dass die Arminia viel zu hochstand, keinerlei Kompaktheit aufweisen konnte und viel zu luftig verteidigte, sei so nicht geplant gewesen. In einem Auswärtsspiel schon in der ersten Halbzeit mehrfach ausgekontert zu werden, sei unerklärlich. Hinzu kam, dass sich die Wormatia nach einem Trainerwechsel wenige Tage vor der Partie als sehr spielfreudig erwies.

Einige Ausfälle

Vor der richtungsweisenden Begegnung gegen den Tabellenneunten Rot-Weiß Koblenz am Samstag, 16 Uhr, gilt es sich zu sammeln und einen weiteren Anlauf in Richtung rettendes Ufer zu unternehmen. Die Koblenzer haben am vergangenen Wochenende gegen Gonsenheim 1:2 verloren und zogen auch im Hinspiel gegen die Arminia mit 2:3 den Kürzeren. Dies war in der stärksten Saisonphase der Arminia. „Unsere Heimspiele müssen wir zwingend gewinnen und die Instabilität nach einem Gegentor ablegen“, fordert Gimmy. Es gebe einige Themen zu beackern, der Coach spricht das Passspiel, das taktische Verhalten oder das Spiel ohne Ball an.

Personell sieht es allerdings eher mau aus, wichtige Spieler fallen aus. Etwa Yakup Polat, der sich in Worms eine Gelb-Rote Karte wegen Meckerns einhandelte, oder aber die jungen Leon Zinnicke (19) und Philip Krischa (23), auf die der Übungsleiter große Stücke hält. Zinnicke zog sich in Worms eine Bänderverletzung im Knöchel zu, Krischa laboriert an einer Zerrung. Dazu ist Martin Amoako im Aufbautraining und hinter Noah Hannawalds Einsatz steht wegen einer Blessur an Hüfte und Oberschenkel ein Fragezeichen. Positiv ist, dass Außenbahnspieler Malte Moos wieder auflaufen kann und der spielende Co-Trainer Kevin Selzer nach langer Pause ins Training zurückgekehrt ist und eventuell auf der Bank sitzen wird.

Metzger ist zurück

„Außerdem haben wir Marco Metzger zurückgeholt“, berichtet Gimmy. Der 34-jährige Innenverteidiger hatte in der vorigen Runde ausgeholfen, bestritt zum Ende der Hinserie vier Partien, in denen er ein Tor erzielte und eines vorbereitete. Der Ex-Profi soll erneut zum Nothelfer werden. Metzger, der danach noch bei Mechtersheim unter Vertrag stand, hat nach einem Bandscheibenvorfall länger nicht gespielt und konnte deshalb verpflichtet werden. Es ist aber unklar, in welchem körperlichen Zustand der Routinier ist. Während Metzger auf der Zielgeraden seiner Laufbahn angelangt ist, steht Luis Moog aus der Reserveelf erst am Anfang. Gimmy plant, ihn am Samstag dazuzunehmen.

Ob Tim Amberger, der in den zurückliegenden fünf Partien eingewechselt wurde und auf 14 Saisoneinsätze kommt, zum Kader zählt, ist offen. „Ich plage mich mit Fersenproblemen“, informiert der 38-jährige Flügelstürmer. Dies ist ein Grund dafür, dass der in Neuhofen und Mutterstadt aufgewachsene Amberger am Saisonende seine Laufbahn vermutlich beenden wird. „Meine intensive Spielweise kostet viel Kraft. Viel mehr als 30 Minuten sind kaum noch drin“, sagt der Joker, der sich nicht mit einem Abstieg verabschieden möchte und die Begegnung gegen Koblenz als erstes Endspiel bezeichnet. „Tim bringt viel Erfahrung mit, sein Herz schlägt für die Arminia, und er tut uns im Rahmen seiner Möglichkeiten gut“, verdeutlicht Gimmy.

Aufstieg mit Arminia

Der Außenstürmer ist der letzte Akteur aus der Aufstiegsmannschaft 2011, der noch das schwarz-weiße Trikot trägt. Sonst ist nur noch der damalige Keeper und heutige Torwarttrainer Michael Hauk bei der Arminia. 218 Oberligaspiele hat Amberger für die Arminen bestritten, in denen er 43 Treffer erzielte. Der kaufmännische Angestellte ist nach Nico Pantano (247) der Spieler mit den meisten Einsätzen, worauf er zurecht ein bisschen stolz ist. Zum zweiten Aufstieg 2018 steuerte er in 30 Verbandsliga-Begegnungen 18 Treffer bei.

Tim Amberger, Vater des viereinhalbjährigen Lukas, war über viele Jahre bei den Gegnern in der Oberliga gefürchtet. Mit Kumpel Kai Müller verstand er sich blind, legte dem wuseligen Mittelstürmer unzählige Treffer auf, viele nach demselben Muster. Die kurzen Abstecher zu TuS Mechtersheim und TuS Altrip sind eher zu vernachlässigen. Sein Verein ist und war immer die Arminia. „Die Familie meines Vaters kommt aus Rheingönheim, das verstärkt die Beziehung zum Klub“, erklärt der Fußballer. Seit März 2024 arbeitet Amberger bei „Absolute Teamsport Rhein-Pfalz“, dessen Geschäftsführer der frühere Arminia-Coach Marco Laping ist.

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