Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen hat viel Luft nach oben

Als einziger in alle Spielen auf dem Platz: FCA-Verteidiger Lukas Hartlieb (rechts).
Als einziger in alle Spielen auf dem Platz: FCA-Verteidiger Lukas Hartlieb (rechts).

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen hat eine durchwachsene Hinrunde auf dem zwölften Tabellenplatz abgeschlossen. Damit stehen die Rheingönheimer zwar „über dem Strich“, ein Ruhekissen ist die Platzierung aber nicht. Trainer Andreas Brill verrät, was sich ändern muss.

„Wir haben eine gute Qualität, rufen sie aber nicht immer ab. Uns hat in erster Linie die Konstanz gefehlt“, urteilt Coach Andreas Brill über den bisherigen Saisonverlauf. Außerdem sei die Arminia nicht gut gestartet, auch weil etliche Akteure die Vorbereitung nicht komplett absolviert hätten. Von den ersten acht Begegnungen wurden sechs verloren. Dies führte dazu, dass der FCA lange im unteren Drittel festklebte. Tiefpunkte waren die beiden aufeinanderfolgenden Auswärtsspiele, bei denen es in Gonsenheim (0:7) und bei Aufsteiger Bitburg (3:5), der aktuell das abgeschlagene Schlusslicht verkörpert, zwei empfindliche Niederlagen setzte.

„Am Anfang hatten wir auch wenig Kontinuität in der Aufstellung“, nennt Brill einen Aspekt für die schwache Punktausbeute. Ein Grund dafür sind die zehn Platzverweise (je fünf Rote und Gelb-Rote Karten), unabhängig davon, ob sie berechtigt waren oder nicht. Die Arminia musste zu oft eine Partie in Unterzahl beenden. Ausreißer war der 6:3-Sieg gegen die TSG Pfeddersheim, eine der besten Vorstellungen der Rheingönheimer. Aber auch bei dieser herausragenden Darbietung gab es einen Schönheitsfleck: In der Nachspielzeit steckten die Gastgeber noch zwei Gegentore ein und verschandelten so einen möglichen glanzvollen 6:1-Erfolg.

32 Gegentore in elf Partien

Nach der 1:2-Niederlage gegen Morlautern und 32 Gegentoren in elf Partien setzte ein Umdenken ein. Ergebnis statt Spektakel lautete nun die Losung. In acht Begegnungen ohne Niederlage sammelte der FCA 18 Punkte und verließ die Abstiegszone. „Wir haben uns tiefer positioniert, weniger Angriffsfläche geboten und gut verteidigt. Dazu haben wir uns bei gegnerischen Standards verbessert“, beschreibt der Coach die Veränderungen. Dass von den letzten fünf Partien vier verloren wurden, verschärft die Lage erneut. Hinzu kommt der wochenlange Ausfall verletzter Spieler wie Kevin Urban, Fabian Herchenhan, Rik Hiemeleers, Daniel Fichtner, Jamie Tahedl, Wal Fall, Tim Amberger und am Ende auch Sebastian Lindner.

FCA-Trainer Andreas Brill
FCA-Trainer Andreas Brill

Dies führte dazu, dass der 37-jährige Brill den kompletten Kader benötigte. Inklusive des abgewanderten Norichika Nomiya setzte er 24 Akteure ein, von denen nur Innenverteidiger Lukas Hartlieb alle 24 Spiele mitmachte und keine Minute fehlte. „Er ist unser Mister zuverlässig, gibt immer 100 Prozent, ist der Kopf in der Abwehr und genießt hohes Ansehen“, sagt der Trainer. Hartlieb ist mit seiner Zweikampf- und Kopfballstärke, Cleverness und gutem Spielaufbau eine Bank und ein unverzichtbarer Leistungsträger. Auf 23 Einsätze kommen Laurenz Graf und Bastian Hommrich, gefolgt von Ricardo Antonaci und Steffen Straub (je 22).

Zuverlässiger Knipser fehlt

In dieser Saison macht sich bemerkbar, dass dem FCA ein zuverlässiger Knipser fehlt. Die vereinsinterne Schützenliste führt der defensive Mittelfeldspieler Graf mit sieben Toren an. Gefolgt von Kapitän Nico Pantano und Noah Maier (je 6), der in seiner ersten Saison sein großes Potenzial aufblitzen ließ. „Nico ist ein Vorbild, fit wie nie und torgefährlich“, lobt Brill. Jeder Treffer des Routiniers und Führungsspielers führte zu Punktgewinnen. Dass er sechs Partien gesperrt verpasste, tat der Arminia weh. Matteo Monetta traf viermal. Er ist nicht mehr in erster Linie der Vollstrecker, sondern hält und verteilt die Bälle, schafft Räume und bindet Gegenspieler. Die besten Vorlagengeber sind Straub mit zwölf Assists und Antonaci mit fünf. Zwei Verpflichtungen, die dem Team enorm helfen.

„Wir haben die Qualität, um in den restlichen 14 Begegnungen die nötigen Punkte zum Klassenverbleib einzufahren“, ist Brill überzeugt. Er hofft, dass der gesamte Kader bis zum Trainingsstart Ende Januar zur Verfügung steht und nennt das Ausmerzen der Inkonstanz in allen Bereichen das vordringliche Ziel. Zu verbessern sei auch das Umschaltverhalten und der letzte vertikale Pass, der zu einer Chance und im Idealfall zu einem Treffer führe. Zudem brauche die Arminia mehr Konsequenz in beiden Strafräumen.

„Wichtig ist, dass wir uns nicht nur körperlich, sondern auch mental erholen“, betont der Übungsleiter. 24 Punktspiele plus zwei Pokalrunden in etwas mehr als vier Monaten seien schon ein heftiges Programm.

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