Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen braucht in Pfeddersheim Glück

Wetterkapriolen: Regen und Wind waren im Wormser Vorort ebenfalls beeinflussende Faktoren.
Wetterkapriolen: Regen und Wind waren im Wormser Vorort ebenfalls beeinflussende Faktoren.

Ein Treffer in der achten Minute der Nachspielzeit bei der TSG Pfeddersheim hilft dem FC Arminia Ludwigshafen, die Abstiegsplätze der Oberliga zu verlassen. Um den Klassenverbleib zu sichern, muss das Team einige Fehler abstellen.

Das Kräftemessen zwischen der TSG Pfeddersheim und dem FC Arminia Ludwigshafen war sicherlich keine wirklich gute Oberligapartie. Dazu stand aufgrund der Tabellensituation einfach zu viel auf dem Spiel. Aber dass an diesem Samstagnachmittag auch das Wetter noch seinen Beitrag leistete, darauf hätten die Verantwortlichen auf beiden Seiten sicher verzichten können. Beispiel gefällig? Ein Abschlag von Arminia-Schlussmann Kevin Urban wurde noch vor der Mittellinie von einer Böe erfasst, der Ball fiel wie ein Stein noch vor dem Mittelkreis wieder zu Boden. Die verblüfften Spieler hatten anschließend Mühe, das Spielgerät unter Kontrolle zu bringen.

Die Situation passte irgendwie auch zum zerfahrenen Auftakt. Viele Fehlpässe und technische Unzulänglichkeiten waren auf beiden Seiten zu sehen. Spielfluss? Fehlanzeige. „Die erste Hälfte war schwach“, stellte auch Arminen-Trainer Andreas Brill nach dem Abpfiff fest. Aber immerhin hatte seine Mannschaft häufiger den Ball, auch wenn gerade das Zusammenspiel in der Spitze nicht wirklich funktionierte. Einzige Gefahrenquelle blieben Standards. So bewahrte Urban nach einer Ecke sein Team vor dem Rückstand, als er erst einen Kopfball von Kevin da Silva Arnold und dann den Nachschuss von Mathias Tilschneider aus einem Meter mit einem Reflex abwehrte (25.). Dennoch gingen die Gastgeber in Führung, weil die Abwehr Tilschneider 17 Meter vor dem eigenen Tor nicht entscheidend störte und dieser die Kugel per Aufsetzer ins rechte Eck platzierte (45.+1).

Glück in der Nachspielzeit

Die Antwort gab die Arminia nach dem Seitenwechsel – natürlich per Standard: Eine Ecke des eingewechselten Ricardo Antonaci köpfte Laurenz Graf ins Tor (51.). Zudem rissen die Gäste das Spiel immer mehr an sich, ohne jedoch wirklich zwingende Torchancen zu kreieren. Der schönste Spielzug des Tages führte zum 1:2: Der in der 77. Minute eingewechselte Tim Amberger wechselte mit Übersicht die Seite zu Steffen Straub, der mit seiner Hereingabe Stürmer Matteo Monetta fand (81.). Aber das Spiel war noch nicht vorbei, da ein abgefälschter Freistoß von Aykan Aydin den Weg zum 2:2 ins FCA-Tor fand (90.). Aufgrund von Verletzungen zeigte der Schiedsrichter neun Minuten Nachspielzeit an. Da Pfeddersheim dringend auf drei Punkte angewiesen ist, warfen die Gastgeber alles nach vorne. Einen Konter nutzte Straub nach Amberger-Zuspiel mit einer guten Einzelleistung zum 2:3 (90.+8).

„Natürlich war der Druck bei Pfeddersheim größer. Sie stecken tiefer im Tabellenkeller“, war sich Brill der Ausgangslage bewusst. Aber er weiß auch, dass in seiner Mannschaft noch nicht alles rund läuft. Zumindest ansatzweise demonstrierten Kapitän Nico Pantano, Straub, Monetta und später der das Spiel belebende Amberger, dass sie ein Kombinationsspiel aufziehen können. Dennoch blieb vieles in Pfeddersheim Stückwerk. Gerade bei den Pässen über kurze Distanzen war die Genauigkeit überschaubar. Dies mag auch an dem schweren Geläuf im Wormser Vorort und den Wetterbedingungen gelegen haben. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Nicht umsonst benutzte Brill in seinem Resümee ebenfalls das Wort „Glück“.

In den kommenden Wochen muss wieder mehr kommen, will sich der FC Arminia Ludwigshafen frühzeitig den Verbleib in der Oberliga sichern. Mit zwei Siegen in Folge dürfte das Selbstbewusstsein des Teams, das sich nach Abpfiff lautstark als „Derbysieger“ titulierte, ein wenig gestiegen sein. Vielleicht hilft es in den anstehenden Begegnungen.

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