Fußball
Oberliga: FC Arminia braucht 20 Punkte für den Klassenverbleib
Am Wochenende startet die Fußball-Oberliga in die Rückserie. Dabei wartet auf den FC Arminia Ludwigshafen, der inzwischen auf einem möglichen Abstiegsplatz steht, beim Mitkonkurrenten FV Diefflen eine schwierige Aufgabe (Sonntag, 14 Uhr).
Abstiegsplatz klingt erst einmal erschreckend, aber man muss etwas genauer hinsehen. Maximal können acht Verein aus der 20 Klubs umfassenden Liga absteigen, da die Spielklasse auf 18 reduziert werden soll. Weil der Abstieg aus der Regionalliga für TuS Koblenz und TSV Schott Mainz kaum noch zu verhindern ist, müssen sieben Oberligisten eine Etage tiefer, wenn der Vizemeister nicht aufsteigt. Der kämpft gegen den Zweiten aus Baden-Württemberg und Hessen um den letzten freien Platz in der Regionalliga. Acht Absteiger werden es nur dann, wenn es auch noch den FSV Mainz 05 II in der Regionalliga erwischen sollte, was nicht unmöglich ist, und der Vizemeister scheitert. Im günstigsten Fall müssen sechs Teams in die Verbandsliga.
51 Punkte Minimalziel
„Ich gehe von sieben Absteigern aus. Aber trotzdem wollen wir Platz zwölf erreichen, der sicher den Klassenverbleib bedeutet“, sagt FCA-Trainer Andreas Brill. Aktuell haben sechs Mannschaften den Anschluss etwas verloren, aber den Tabellensiebten 1. FC Kaiserslautern II (34 Punkte) trennen nur drei Zähler vom FC Karbach (31), der Rang 14 belegt. Rechnet man die bisher geholten Punkte auf das Saisonende hoch, werden 51 Zähler benötigt, um auf der sicheren Seite zu sein. Das hieße, dass der FCA aus 14 Begegnungen noch 20 Punkte einfahren müsste. „Für viele Mannschaften bedeutet das Abstiegskampf bis zum Schluss“, prognostiziert Brill. Wohl auch für die Arminia.
Die Rheingönheimer haben ihren Kader in der Winterpause aufgestockt. Vom Ligarivalen FK Pirmasens kam der 29-jährige Außenverteidiger Björn Weisenborn, Felix Jung hat seinen berufsbedingten USA-Aufenthalt beendet. Der Rückkehrer war bereits bei der Ludwigshafener Stadtmeisterschaft wieder im Einsatz. „Björn ist eine Bereicherung, hat eine gute Mentalität und kann auf beiden Seiten spielen“, erklärt der Coach. Jung sei in einer sehr guten Verfassung zurückgekommen und habe keine Eingewöhnungsphase gebraucht. Der 25 Jahre alte Verteidiger hat seine Zuverlässigkeit schon nachgewiesen. Wenn er in Diefflen zum Einsatz kommt, wäre dies sein 50. Oberligaspiel.
Einige Verletzte
Die beiden Abwehrspieler kommen wie gerufen, denn die hintere Reihe wurde gewaltig ausgedünnt. Wie Brill informierte, hat Fabian Herchenhan einen neuen Job übernommen und wird der Arminia aus beruflichen Gründen bis zum Saisonende nicht mehr zur Verfügung stehen. Ricardo Antonaci plagt sich mit einer Schambeinentzündung und hat noch nicht trainiert. „Schließlich hat sich Lukas Kebernik um den Jahreswechsel beim Skifahren einen Innenbandanriss im Knie zugezogen“, klagt Brill. Nimmt man den aus privaten Gründen am Sonntag verhinderten Nathaniel Esslinger dazu, fallen vier Defensivspieler aus.
Gute Nachrichten gibt es hingegen von zwei Langzeitverletzten: Sebastian Lindner hat seine Achillessehnenblessur auskuriert. „Er macht einen stabilen Eindruck, hat auch auf Kunstrasen keine Probleme gehabt“, freut sich der Trainer. Das ist wichtig, denn in Diefflen, ein Stadtteil von Dillingen im Saarland, wird auf künstlichem Geläuf gekickt. Der defensive Mittelfeldspieler Wal Fall, der seit dem 22. Oktober fehlte, hat seine schwere Schulterverletzung überwunden. Er ist im Training, braucht aber Spielpraxis. Trotz der Ausfälle wird der FC Arminia eine gute Mannschaft stellen können. „Wir wollen an die ordentliche Vorbereitung anknüpfen. Die, die da waren, haben Gas gegeben. Aber eine Krankheitswelle hat den Betrieb gestört“, verdeutlicht Brill.
Diefflen ist mit einem 2:0-Erfolg im Nachholspiel in Engers gestartet und die viertbeste Heimmannschaft. Seit Jahren prägen die kaum zu kontrollierenden Stürmer Fabian Poß und Chris-Peter Haase das Spiel der Saarländer. Zu ihnen gesellt sich der torgefährliche Lukas Feka. Drei Akteure, die mindestens acht Tore erzielt haben, hat sonst nur noch Mechtersheim. „Ein unangenehmer Gegner, das haben wir schon beim umkämpften 1:0-Heimsieg in der Hinserie gesehen“, weiß Brill. Mentalität, Kampfgeist, Laufbereitschaft und Zweikampfstärke seien entscheidend für den Ausgang dieses ersten direkten Duells im Abstiegskampf.