Fußball
Oberliga: Ein wichtiger Rückhalt will der Arminia Klassenverbleib sichern
Als vor knapp zwei Jahren ein junger Mann namens Robin Schneider bei der Arminia als neuer Torwart vorgestellt wurde, da dachten wohl viele, dass der heute 22-jährige Schlussmann als Nummer zwei hinter dem erfahrenen Kevin Urban (28) nur wenig Spielzeit bekommen würde. Doch es kam anders, auch weil Urban immer wieder mal wieder verletzt oder angeschlagen passen musste. Und so verteilen sich die Einsätze fast paritätisch auf die beiden Torhüter. In der aktuellen Saison stand Schneider (14 Spiele) sogar häufiger zwischen den Pfosten als sein Konkurrent (elf Partien). Auch am Samstag, 15 Uhr, gegen den FV Eppelborn steht der Jüngere im Tor.
An der aktuellen Erfolgsserie hat auch der trainingsfleißige Schneider seinen Anteil. „Es ist ein Luxus, zwei Torhüter auf einem ähnlichen Niveau zu haben. Robin hat zuletzt sehr gute Leistungen gezeigt und auf jeden Fall einen Schritt nach vorne gemacht. Auf der Linie ist er top, ebenso im Eins-gegen-eins“, sagt Trainer Chris Chorrosch. Bei hohen Bällen und bei der Frage, wann er ein Spiel beruhigen oder schnell machen muss, gebe es noch Nachholbedarf. Mulmig müsse es einem sicher nicht werden, eher das Gegenteil trifft zu. „Ich habe immer ein gutes Gefühl“, bestätigt Chorrosch. Schneider sei ein angenehmer Mensch, der stets ein Feedback fordere.
Zum Rückhalt entwickelt
Der immer noch sehr junge und reaktionsschnelle Keeper spielt prima mit, hat von Ausnahmen abgesehen eine gute Spieleröffnung und sich zu einem Rückhalt entwickelt. In fast jedem Spiel bewahrt er sein Team mit beherztem Eingreifen vor Gegentoren. „Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen, verstehen uns gut und haben derzeit einen Lauf“, nennt Schneider Gründe für die gute Performance der Arminia mit sieben Partien ohne Niederlage. Hinzu komme eine effiziente und gute Chancenverwertung sowie das nötige Spielglück.
Robin Schneider begann beim LSC in der Jugend und spielte bei den Bambini zunächst Innenverteidiger. „Mit zehn bin ich probehalber ins Tor, auch weil Roman Weidenfeller mein Vorbild ist“, berichtete der 22-Jährige, der ob seines Lieblingsspielers nicht unerwartet Fan von Borussia Dortmund ist. Die Leistung habe gepasst, und so ist er nie wieder raus aus dem Kasten. Zwei Jahre VfR Frankenthal schlossen sich an, dann folgte eine Saison in der Jugend der TSG Hoffenheim. Weil es dort nicht mehr weiterging, wechselte er mit 13 zum SV Sandhausen. „Dort habe ich alle Juniorenteams durchlaufen und ab und zu mit den Profis trainiert“, erzählt Schneider. Als Sandhausen seine U23 abmeldete, zog es ihn in die Pfalz zurück.
Zum Studium nach Basel
Dort war er beim damaligen Oberligisten FC Speyer 09 Stammtorwart. Der nordostdeutsche Regionalligist Optik Rathenow, knapp 100 Kilometer westlich von Berlin gelegen, holte ihn nach einem Jahr. „Mit einem Mitspieler habe ich dort in einer WG gewohnt. Allerdings war Optik überraschend noch abgestiegen und wir spielten Oberliga“, blickt Schneider zurück, dem auch das Torwartspiel des früheren Gladbachers und Müncheners Yann Sommer imponiert. Im Osten habe man überwiegend in Stadien gespielt, meist 500 Zuschauer gehabt. Bei Derbys sogar mehr. Doch er zog sich einen Meniskusriss zu, verpasste das Winter-Trainingslager und Rathenow holte einen neuen Torwart.
„Dieser Fakt, und weil die kurzen Stippvisiten in der Heimat zu stressig waren, ich zudem die Familie öfter sehen wollte, hat mich zur Rückkehr bewogen“, verdeutlicht der Torhüter. Bei der Arminia hatte Schneider einen Zweijahresvertrag unterschrieben, der jetzt ausläuft. In Worms studiert er Internationales Management im vierten Semester. „Jetzt folgt ein Auslandssemester in Basel, dem sich ein Praxissemester anschließt“, informiert Schneider. Deswegen trainierte er zur Probe beim FC Aesch, was nahe Basel im Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich liegt.
„Gegen Eppelborn wollen wir unsere Serie fortsetzen und den Klassenerhalt perfekt machen, bevor die Brocken kommen“, blickt der Torhüter nach vorne. Das Duell gegen die Saarländer ist der Auftakt einer englischen Woche mit einem Auswärtsspiel in Idar-Oberstein und der Heimpartie gegen Auersmacher. „Eppelborn ist ganz schwer einzuschätzen, hat oft sehr überraschende Ergebnisse“, weiß Chorrosch. Zu Beginn des neuen Jahres lief es für die Saarländer nicht so gut, doch zuletzt gab es einen 4:0-Erfolg gegen den SC Idar-Oberstein. Gut für die Arminia: Die Defensivspieler Pascal Nicklis und Lukas Kebernik kehren in den Kader zurück.