Fußball Oberliga: Ein junger Stürmer soll der Arminia beim Primus helfen

Schneller Spieler: Sebastian Beikert im Pokalspiel in Rieschweiler.
Schneller Spieler: Sebastian Beikert im Pokalspiel in Rieschweiler.

Der FC Arminia Ludwigshafen steht am Samstag vor der schwersten Aufgabe der noch jungen Oberligasaison. Eine junge Offensivkraft will auswärts eine wichtige Stütze sein.

Schwerer kann für den Fußball-Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen eine Aufgabe derzeit nicht sein als das Auswärtsspiel beim noch ungeschlagenen Tabellenführer TuS Koblenz (Samstag, 14 Uhr). Der ehemalige Klub von FCA-Kapitän Ricardo Antonaci ist ein heißer Kandidat für den Aufstieg in die Regionalliga und hat nur gegen die Topteams FK Pirmasens (1:1) und SV Gonsenheim (0:0) Punkte abgegeben. „Klar, das ist eine absolute Spitzenmannschaft. Aber wir werden ganz sicher nicht mit dem Ziel in die Partie gehen, möglichst weniger als fünf Gegentore zu bekommen“, sagt Trainer Matteo Monetta.

Natürlich sei Koblenz, das einige Profis in seinen Reihen und ganz andere Ziele als der Tabellenvorletzte FCA habe, ein anderes Kaliber wie beispielsweise die Sportfreunde Eisbachtal, mit denen sich die Arminen am vergangenen Samstag duellierten. „Wir müssen versuchen, die Partie möglichst lange offen zu halten, den Gegner ärgern und eklig sein“, spricht der Coach über seine Pläne. Wenn einer seiner Akteure ausgespielt sei, müsse der nächste parat stehen. Da die Rheingönheimer nichts zu verlieren hätten, könnten sie ohne große Nervenbelastung aufspielen oder wie es Monetta ausdrückt, „vielleicht haben wir dann ja leichtere Füße“.

Zwei Spieler erneut verletzt

Neben den Langzeitverletzten Bastian Hommrich, Wal Fall und Noah Hannawald werden auch zwei weitere Spieler nicht dabei sein. Bei Mittelfeldspieler Leon Zinnicke ist die Oberschenkelverletzung aufgebrochen. „Er wird in etwa zehn Tagen ins Mannschaftstraining zurückkehren“, informiert der Übungsleiter. Und Abwehrspieler Fabian Marx hat sich erneut einen Muskelfaserriss zugezogen, was ihn die Teilnahme an den beiden zurückliegenden Begegnungen gegen Engers und in Eisbachtal kostete. „Die Spieler haben zwar eine gute Grundlagenausdauer, sind aber bei Sprints und Zweikämpfen anfällig für Muskelverletzungen“, hat Monetta festgestellt.

Einer der Hoffnungsträger ist Sebastian Beikert, die 20 Jahre alte Neuverpflichtung von der TSG Weinheim. Wer über ihn spricht, der landet sofort bei seiner größten Stärke: Die Geschwindigkeit. „Mit seinem außergewöhnlichen Tempo ist er eine Waffe. Aber er kommt aus der Verbandsliga, muss sich erst noch an die körperliche Spielweise in der Oberliga gewöhnen und seine Defensivarbeit verbessern“, verdeutlicht der Trainer. Dennoch kann der flinke Flügelstürmer ein Unterschiedsspieler sein, weil Schnelligkeit im modernen Fußball längst ein Qualitätsmerkmal ist. Das sieht auch Monetta so: „Sebastian kann noch mehr erreichen und den nächsten Schritt machen.“

„Brutales Tempo“

Eine Kostprobe seiner Fähigkeiten gab es im Heimspiel gegen Emmelshausen-Karbach zu bestaunen. Das ließ Beikert in der ersten Halbzeit seinen Gegenspieler Keita Kinoshita mehrfach stehen und nutzte den freien Raum zur Vorlage zu Maximilian Krämers Führungstreffer. Dies war auch für Gästetrainer Patrick Kühnreich ein Thema: „Beikert hat ein brutales Tempo. Wir müssen da einfach früher am Mann sein.“ Mit anderen Worten, wenn der Außenstürmer Tempo aufgenommen hat, ist er nicht mehr einzuholen. Nach einer knappen Stunde musste er jedoch angeschlagen raus und verpasste die Partie gegen Engers. Vor dem Eisbachtal-Spiel trainierte er dosiert und kam zu einem Teileinsatz. In Koblenz soll es für mehr reichen.

Sebastian Beikert, der die 100 Meter in rund elf Sekunden läuft, ist in Mannheim geboren und in Viernheim aufgewachsen. „Mit dem Fußball habe ich bei Amicitia Viernheim begonnen, spielte von der U13 ab drei Jahre beim SV Waldhof und nach einer kurzen Rückkehr nach Viernheim für Astoria Walldorf in der U19-Bundesliga“, berichtet der 20-Jährige. Verletzungspech warf ihn zurück, doch bei seinem Heimatverein holte er sich in der Landesliga das Selbstvertrauen wieder, wechselte dann in die Verbandsliga nach Weinheim. „Dort ist es in der vorigen Runde richtig gut für mich gelaufen. Ich glaube, ich habe 20 Treffer vorbereitet“, überlegt der Stürmer. Viele Tore legte er Noah Hannawald auf, der mit ihm zum FCA gewechselt ist.

Den Kontakt zur Arminia stellte Ex-Trainer Chris Chorrosch her. „Chris wollte mich schon in der Jugend zum LSC holen und ist hartnäckig geblieben“, schildert Beikert, der bis zum Alter von zehn Jahren auch Leichtathletik betrieb, die Anfänge. Er habe sich mit Sportchef Markus Impertro getroffen und man sei einig geworden. Der Sport- und Fitnesskaufmann, der im Februar seine Ausbildung abschließt, fühlt sich bei seinem neuen Klub sehr wohl. „Die Stimmung ist trotz des Tabellenplatzes prächtig, ich verstehe mich mit allen gut und man erfährt Wertschätzung“, sagt Beikert. Auch in Koblenz sei etwas möglich. Vor allem dann, wenn er den Turbo anwirft. Vielleicht macht er sich ja ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, am Sonntag wird er 21 Jahre alt.

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