Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Der FC Arminia Ludwigshafen und das Problem Erfolgserlebnis

Der Ball ist im Tor: Bastian Hommrich (links) dreht jubelnd ab, hinten freut sich Maximilian Krämer.
Der Ball ist im Tor: Bastian Hommrich (links) dreht jubelnd ab, hinten freut sich Maximilian Krämer.

Der FC Arminia Ludwigshafen verpasst gegen den FC Rot-Weiss Koblenz einen Befreiungsschlag im Oberligakeller. Allerdings sind bereits die Vorzeichen vor der Partie schlecht.

Trainer Ralf Gimmy wirkte nach dem 1:1 (1:0)-Remis seines FC Arminia Ludwigshafen gegen den FC Rot-Weiss Koblenz am Samstag sehr nachdenklich. Das lag bestimmt nicht daran, dass die Arminen mit Patrick Wolf seinen Nachfolger für die kommende Saison bekanntgegeben haben. Gimmys Engagement in Rheingönheim war von vorneherein nur für die restlichen Partien dieser Runde ausgemacht gewesen. So richtig Einblick in seine Gedankenwelt nach dem Abpfiff gab er nicht. „Wir hatten unsere Chancen und hätten bereits in der ersten Hälfte nachlegen müssen“, stellte er fest. Vielleicht wusste er bereits, dass die Konkurrenz gepunktet hatte.

Einmal mehr musste der Übungsleiter seine Mannschaft vor dem Spiel umbauen. Co-Trainer Kevin Selzer rückte in seinem ersten Saisonspiel in diesem Jahr in die Zentrale der Dreierkette. „Wir haben uns darauf geeinigt, weil da der Laufaufwand nicht ganz so hoch ist wie auf der Sechs“, spielte der wiedergenesene Selzer auf seine angestammte Rolle an. „Ich bin zwar gesund, aber es dauert noch, bis ich wieder konditionell auf der Höhe bin“, erklärte der 32-Jährige. Weiterer Punkt, der im Spielaufbau ersichtlich war: Mit Selzer rückte ein ballsicherer Spieler in die Zentrale, der einen starken rechten Fuß und den Blick für den Mitspieler hat.

Einige Spieler mit Problemen

Auch auf einer anderen wichtigen Position mussten die Trainer handeln. Schließlich hatte sich Yakup Polat in Worms eine Woche zuvor die Gelb-rote Karte eingehandelt und musste von draußen zuschauen. Wal Fall rückte deshalb eine Position nach vorne. Er musste allerdings nach 50 Minuten vom Feld, Hasan Yalcinkaya ersetzte ihn. Weiterer harter Rückschlag vor der Partie: Der in der Offensive so wichtige Steffen Straub saß zu Spielbeginn auf der Bank, kam erst in der 82. Minute aufs Spielfeld: „Er hat über Probleme im Oberschenkel geklagt, da haben wir reagiert“, erläuterte Gimmy die Maßnahme.

Dennoch zeigten die Gastgeber gleich zu Beginn, dass sie gewillt waren, die Punkte zu Hause zu behalten. Nach schönem Doppelpass zwischen Malte Moos und Julian Malburg flanke Ersterer in die Mitte, wo am zweiten Pfosten Bastian Hommrich den Ball über die Linie schob. Das machte Lust auf mehr, allerdings setzte Mittelstürmer Maximilian Krämer ein schönes Zuspiel von Ricardo Antonaci über den Querbalken (22.). Die Gäste kamen zweimal vors Arminia-Tor, blieben aber ungefährlich. Das änderte sich in Hälfte zwei, als Koblenz immer druckvoller wurde. Die Gäste hatten zweimal in aussichtsreicher Position Chancen auf den Ausgleich (60., 63.). Hommrich (67.) und der eingewechselte Noah Hannawald hatten weitere Möglichkeiten für die Arminia, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. „Wenn wir das 2:0 geschossen hätten, hätte das Koblenz den Stecker gezogen“, war sich Selzer nach der Begegnung sicher.

Ausgleich kassiert

Aber es kam anders: Als die Arminia-Abwehr den Ball nach einem Koblenzer Angriff nur halbherzig klärte, erkämpften sich die Gäste den Ball zurück. Im Rückraum kam Tyler-Jeremy Wozny an den Ball und schoss die Kugel unhaltbar für Arminia-Schlussmann Kevin Urban in die vom Schützen aus ins rechte Eck (79.). Der Traum, drei Punkte im Abstiegskampf einzutüten, war zerplatzt. Eine Doppelchance für Lukas Hartlieb und Hommrich blieb ungenutzt (90.+1). Den letzten Abschluss setzte Straub über das gegnerische Tor (90.+7).

„Das Remis geht natürlich auch in Ordnung, weil Koblenz in Hälfte zwei stark war“, erklärte Gimmy. Er ärgerte sich aber über die ungenutzten Torchancen. „Wenn es nach dem Spielglück geht, hätten wir den Sieg verdient.“ Und fügt an: „Uns fehlt für diese Situationen einfach das Erfolgserlebnis.“ Das wird sich der FC Arminia Ludwigshafen wohl eher nicht im nächsten Spiel holen: Am kommenden Samstag ist die Gimmy-Elf zu Gast beim Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern II. Der will seinen ersten Platz unbedingt gegen Verfolger FK Pirmasens verteidigen. Co-Trainer Frank Wieschalla bleibt derweil optimistisch: „Dann holen wir eben beim FCK die Punkte“, erklärt er mit einem breiten Grinsen. Vielleicht war das der Grund, warum sein Trainer so nachdenklich in Richtung der Kabine unterwegs war.

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