Fußball
Oberliga: Der FC Arminia Ludwigshafen steckt mitten im Umbruch
„Es war eine ordentliche Hinserie mit Höhen und Tiefen. Die Mannschaft hat Potenzial, dieses aber nicht durchgängig gezeigt“, bilanziert Trainer Chris Chorrosch, der seine erste Halbrunde als Coach des FCA absolviert hat und mit klarer Ansprache sowie Geradlinigkeit beeindruckte. Mit 22 Zählern aus 20 Partien belegen die Arminen den zwölften Tabellenplatz. Da in dieser Saison mutmaßlich nur drei Teams die Oberliga verlassen müssen, weil wohl keine Mannschaft aus dem Südwesten aus der Regionalliga absteigt, dürfte am Ende der 15. Tabellenplatz für den Klassenverbleib reichen. Der Abstand zu den Abstiegsrängen beträgt fünf Punkte. Das ist kein Ruhekissen, aber ein kleines Polster.
Die Arminia hatte vor der Saison alles auf links gedreht. Viele ältere Spieler wie Fabian Herchenhan, Sebastian Lindner, Matteo Monetta oder Markus Schmitt, die über reichlich Oberligaerfahrung verfügen, verließen den Klub. Dazu gingen die Stammkräfte Laurenz Graf (21) und Daniel Fichtner (24) sowie Akteure aus der zweiten Reihe. Gekommen sind acht talentierte Spieler, von denen der älteste 21 Jahre alt war. Der 35-jährige Coach Chorrosch, der zuvor A-Junioren-Regionalligist Ludwigshafener SC trainierte, hatte einige der Neuverpflichtungen schon unter seinen Fittichen und passt mit seinem innovativen Spielansatz gut zu der jungen Mannschaft.
Ärgerliche Punktverluste
Nach einem Start mit sechs Punkten aus den ersten vier Partien geriet die Arminia, die zum Auftakt den gesetzten Innenverteidiger Lukas Hartlieb aufgrund eines Kreuzbandrisses verlor, mit vier Niederlagen in Folge erstmals unter Druck. Im Herbst gab es eine weitere Negativserie, das Team verlor fünfmal in Folge. Mit drei Siegen aus den letzten vier Begegnungen entfernte sich der FCA ein Stück von der Abstiegszone. „Wir haben viele junge Spieler integriert, für die die Oberliga Neuland ist. Ich sehe eine deutliche Entwicklung der Mannschaft, auch wenn sie mitunter Lehrgeld bezahlt hat“, verdeutlicht der Übungsleiter. Ärgerlich seien vor allem die Punktverluste in Eisbachtal (0:2), Auersmacher (1:1) und Engers (3:4) gewesen.
Zu den Stärken seines Teams zählt Chorrosch das gute Anlaufverhalten, die Arbeit gegen den Ball und dass häufig spielerische Lösungen gefunden werden. „Lang geschlagene Bälle sehe ich nicht so gerne“, räumt der Trainer ein. Das Risiko im Spielaufbau, das die Zuschauer oft den Atem anhalten lässt, ist eingepreist. Ziel sei eine Spieleröffnung über den Torwart und die Außenverteidiger oder mit Diagonalbällen, mit denen man die in die Räume hinter der Angriffsreihe des Gegners kommen könne. Der Wille der fußballerisch guten, dynamisch agierende Truppe sei ausgeprägt, die Intensität ihres Spiels phasenweise hoch.
Fünf Langzeitverletzte
Mängel weise der FCA, der angesichts von fünf Langzeitverletzten (Hartlieb, Rik Hiemeleers, Björn Weisenborn, Tim Amberger und Noe Peter) und weiterer Ausfälle teilweise nur einen Minikader zur Verfügung hatte, in der Effizienz vor dem Tor auf. Chorrosch, der Videoaufnahmen von den Partien ausgewertet hat, spricht von 18 hundertprozentigen Möglichkeiten, die ausgelassen wurden. Und noch etwas erwähnt der Coach. „In der Anfangszeit hatte ich gehofft, dass wir etwas schneller vorankommen. Da war ich vielleicht zu ungeduldig. Ich habe gesehen, dass es etwas dauert, bis ein Rädchen ins andere greift“, erklärt der 35-Jährige.
Von den 25 eingesetzten Akteuren machten drei alle 20 Partien mit: Philip Krischa, Nico Pantano und Noah Maier. „Philip ist der Gewinner der Vorrunde. Er war mein Wunschspieler, hat mit Leistung überzeugt und rasch die Akzeptanz der Älteren gewonnen“, lobt der Trainer. Pantano sei eine Führungspersönlichkeit, stets in der Lage, etwas Entscheidendes zu tun und immer besser in Fahrt gekommen. „Das permanente Spiel gegen den Ball war eine Umstellung für ihn, die er top hinbekommen hat“, sagt Chorrosch. Eine veränderte Aufgabenstellung bedeutete dieses frühe Attackieren auch für Maier, der im Oktober eine starke Phase gehabt habe, zum Teil aber unglücklich agierte. 19 Mal liefen Ricardo Antonaci und Adnan Rizvanovic auf, und auf 18 Einsätzen kamen Wal Fall, Steffen Straub und Jannik Dörr.
Einen klassischen Torjäger haben die Rheingönheimer nicht. Maier traf mit sechs Treffer am häufigsten, gefolgt von Straub, Rizvanovic (je 5) und Bastian Hommrich (4). Bei den Vorlagen liegen die üblichen Verdächtigen vorne. Kapitän Pantano und Straub bereiteten je sieben Tore vor, Antonaci vier und Hommrich drei. „Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern, die das Team führen und oft den Unterschied ausmachen sowie etlichen jungen Kräften, die ihr Potenzial in der Rückrunde noch besser ausschöpfen werden“, ist Chorrosch überzeugt, den die Co-Trainer Robert Toth und Nico Elias unterstützen
