Fußball
Oberliga: Arminias Nachwuchstalent in der Innenverteidigung
Karbach, da war doch was? Richtig, im ersten Heimspiel, einem der schwächsten Auftritte der Arminia, setzte es eine happige 1:4-Niederlage. Mittlerweile steht das Team aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, am Samstag (13 Uhr) Gastgeber der Rheingönheimer, hinter diesen auf einem Abstiegsplatz. „Wir haben etwas gutzumachen, auch wenn im Hinspiel gefühlt jeder Schuss der Karbacher ein Tor war“, sagt FCA-Trainer Andreas Brill. Dazu sei nötig, an die starke zweite Halbzeit gegen Trier anzuknüpfen, als die Arminen mit großer Spielfreude, viel Mut, mehr Aggressivität und intakter Moral ins Spiel zurückgefunden habe. „Da ist Trier geschwommen und ein Punkt war drin. Die Niederlage wird unserem Selbstvertrauen nichts anhaben“, glaubt der Coach.
Brill hat sich die Videoaufnahmen vom Spiel gegen die Eintracht angeschaut und sieht seinen ersten Eindruck vom Spielfeldrand bestätigt. „Das Tor zum vermeintlichen 2:2 von Laurenz Graf war korrekt. Der Torwart hat den Ball aus den Händen gleiten lassen. Ein Foul habe ich nicht erkennen können“, erklärt der Übungsleiter. Eine ähnliche Aussage hatte Graf direkt nach dem Abpfiff getroffen. Die Aberkennung des Treffers verhinderte auch den Dreierpack des defensiven Mittelfeldspielers. Sein Duell mit Torhüter ähnelte dem von Noah Maier vor dessen 3:4.
Duo fehlt weiter
Doch ein Nachhaken und Nachtrauern bringt nichts, der Blick muss nach vorne gehen. Am Samstag in Karbach ist Nico Pantano für seine Rote Karte aus der Partie gegen Worms letztmals gesperrt. „Sebastian Lindner war anfangs der Woche erkrankt und Ricardo Antonaci laboriert an einer Kapselverletzung am Zeh, der geschwollen ist. Ich hoffe, dass beide mitwirken können“, verdeutlicht Brill. Nathaniel Esslinger hat erste Gehversuche im Training unternommen, habe aber noch Probleme gehabt. Fabian Herchenhan und Wal Fall stehen weiter nicht zur Verfügung.
Im Gegensatz zu Lukas Kebernik. Der 20-jährige Innenverteidiger hat sich mit beeindruckend stabiler Leistung seinen verlorenen Platz im Team zurückerkämpft. Der Anlagenmechaniker, der im Dezember Abschlussprüfung hat und im Februar seine Ausbildung beendet, stand zu Saisonbeginn im Team, saß dann aber plötzlich sieben Partien in Folge auf der Bank. Zuletzt lief er dreimal über 90 Minuten auf. „Er hat gespielt, als es beim gesamten Team nicht gut lief, war selbst nicht am Maximum und danach ein Opfer unserer Serie“, erläutert der Coach. Inzwischen spiele er seine Tugenden wieder aus: Enorme Kopfballstärke, Aggressivität, Stabilität, Ruhe am Ball, gutes Tempo und verbesserter Spielaufbau.
Junger Mann mit Zukunft
Lukas Kebernik, der beim FCA die Rückennummer 28 trägt und vor seinem 41. Oberligaeinsatz steht, ist ein reflektierter junger Mann. „Natürlich macht man sich Gedanken, wenn man draußen sitzt. Ich hatte eine gute Vorbereitung, aber am Anfang waren unsere Leistungen nicht überragend und die Konkurrenz in der Innenverteidigung ist groß. So habe ich meinen Platz eingebüßt. Aber ich hatte immer einen guten Austausch mit dem Trainer“, sagt der Abwehrspieler, der längst absolute Oberligatauglichkeit nachgewiesen hat.
Der 1,94 Meter lange Defensivspezialist, der sich in Dreier- und Viererkette gleichermaßen gut zurechtfindet, ist einer, der in den Sturm beordert wird, wenn der FCA zurückliegt und die Brechstange auspackt. Den späten Ausgleichstreffer von Guiliano Cultrera zum 1:1 gegen Quierschied bereitete er per Kopf vor. Ein paar Minuten zuvor hatte er selbst den Ball an die Latte geköpft. „Mit gefällt es bei der Arminia gut, der Zusammenhalt ist groß“, verdeutlicht Kebernik. Er zählt zu den Akteuren, denen die Zukunft beim FCA gehört.
Der gebürtige Otterstadter begann seine Laufbahn bei der ortsansässigen TuRa zunächst als Stürmer. In der D-Jugend wechselte er zum FC Speyer 09 und lief ab der C-Jugend für den Karlsruher SC auf. Dort wurde er zum Abwehrspieler umgeschult. Mit der U17 des KSC spielte er in der Junioren-Bundesliga. „Eine coole Erfahrung. Ich habe damals viel gelernt und mitgenommen“, schildert Kebernik seine Zeit bei den Badenern. Cool sei auch die Begegnung beim FC Bayern München gewesen, weil bei den Bayern ein gewisser Jamal Musiala kickte. Im letzten A-Jugendjahr spielt er wieder in Speyer, von dort wechselte er zur Arminia.