Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Arminia reist mit breiter Brust zum VfR Wormatia Worms

Wiedersehen mit ehemaligen Weggefährten: Arminias Mittelfeldakteur Nils Wannemacher.
Wiedersehen mit ehemaligen Weggefährten: Arminias Mittelfeldakteur Nils Wannemacher.

Zu ungewohnter Zeit tritt Oberligist FC Arminia Ludwigshafen beim selbst ernannten Aufstiegsanwärter VfR Wormatia Worms an. Einer im Arminia-Dress freut sich besonders auf diese Begegnung.

Ein Derby bei Wormatia Worms ist für Oberligist FC Arminia Ludwigshafen immer etwas Besonderes. Wegen der geografischen Nähe, aber auch wegen der Rivalität. Gut in Erinnerung ist den Arminen das Duell am letzten Spieltag der vergangenen Runde, als sich die Gäste mit einem 3:0-Sieg in Worms den Klassenverbleib sicherten. In dieser Saison trennten die beiden Kontrahenten Ende September noch Welten, doch in der zurückliegenden englischen Woche holte der FCA sieben Zähler, während Worms dreimal in Folge jeweils auswärts verlor. Dazu sind Coach Peter Tretter und sein Co-Trainer Benny Früh zurückgetreten. „Ich könnte mir vorstellen, dass eine gewisse Verunsicherung vorherrscht, Worms nicht vor Selbstvertrauen strotzt. Aber das darf uns nicht interessieren“, sagt Arminia-Trainer Chris Chorrosch, der erwartet, dass die Wormatia am Sonntag, 14 Uhr, ein Zeichen setzen will.

Der Coach, der zuletzt beim 1:1 in Auersmacher einen 18-köpfigen Kader zur Verfügung hatte, sieht personell wieder bessere Perspektiven. „Wir werden mit breiter Brust antreten, uns nicht nach der Wormatia richten und wollen früh attackieren“, betont der Übungsleiter. Selbst wenn Innenverteidiger Lukas Kebernik wegen einer Platzwunde passen müsste, ließe sich dies mit Bastian Hommrichs Nominierung egalisieren. Der Flügelstürmer hatte zuletzt sechs Partien wegen einer Schambeinentzündung verpasst, ist aber wieder im Training. Mehr als maximal ein Kurzeinsatz im Derby, das am Sonntag um 14 Uhr beginnt, dürfte aber nicht drin sein.

Der Perspektivspieler

Sicher dabei ist Nils Wannemacher, auch wenn der 20-jährige zentrale Mittelfeldspieler den Anpfiff vermutlich dort erleben wird, wo er ihn zuletzt am häufigsten gehört hat: auf der Auswechselbank. „Nils ist ein technisch starker Spieler mit guten fußballerischen Anlagen, sehr trainingsfleißig und ehrgeizig. Er muss allerdings an körperlicher Härte zulegen“, erklärt Chorrosch. Hinzu kommt, dass er mit Nico Pantano und Ricardo Antonaci zwei absolute Führungsspieler mit viel Erfahrung vor sich hat. Trotzdem sieht der Trainer nicht schwarz für Wannemacher. „Er findet prima Lösungen mit dem Ball, wird immer besser und sicher noch in dieser Saison eine gute Rolle spielen“, ergänzt der Coach.

Nils Wannemacher, ein ruhiger und sehr angenehmer Gesprächspartner, bleibt absolut cool. „Ich weiß um die starke Konkurrenz im Mittelfeld und weiß, dass es schwer ist, mir einen Platz zu erkämpfen. Aber ich bleibe positiv“, sagt der Anlagenmechaniker, der im Ludwigshafener Stadtteil Maudach wohnt. Zuletzt spielte er sechsmal in Folge, stand zweimal in der Startelf. In der vergangenen Saison bestritt Wannemacher anfangs einige Oberligaspiel für den sonntäglichen Gegner. Als Worms seine Trainingszeiten vorverlegte, musste er letztlich aus beruflichen und zeitlichen Gründen passen. „Trotzdem freue ich mich sehr auf dieses Spiel, besonders weil ich mal wieder ein paar alte Gesichter sehen kann“, verdeutlicht der 20-Jährige.

Gegen Pavlovic und Wanner

Nils Wannemacher begann bei Alemannia Maudach mit dem Fußballspielen, wechselte früh zum 1. FC Kaiserslautern, spielte danach jeweils zwei Jahre bei der TSG Hoffenheim und Astoria Walldorf. „Danach bin ich zum Karlsruher SC gegangen und habe in der B-Junioren-Bundesliga gespielt. In der U19 lief ich wieder für Walldorf in der A-Junioren-Bundesliga auf“, berichtet der 20-Jährige. So genoss er eine sehr gute und vielfältige Ausbildung, die ihm sicherlich noch zugutekommen wird. In Walldorf hatte er es beim Spiel gegen Bayern München unter anderem mit Neu-Nationalspieler Aleksandar Pavlovic oder dem großen Talent Paul Wanner zu tun.

Den Kontakt zur Arminia, wo Wannemacher bis 2025 unter Vertrag steht, stellte Gianluca Giannetta her, der aber schon weg war, als der neue Mittelfeldspieler kam. Chorrosch-Vorgänger Andreas Brill habe damals schon sein Okay für den Transfer gegeben. „Wir haben viel Potenzial, ein guter Mittelfeldplatz sollte möglich sein. Ich glaube nicht, dass wir in Abstiegsgefahr geraten“, ist Wannemacher optimistisch. Und er selbst? Als Junioren-Bundesligaspieler hat man doch Träume. „Im Moment möchte ich einfach Fußball spielen, weil es Spaß macht“, sagt der Mittelfeldspieler. Und Spaß macht es noch mehr, wenn man den Anpfiff häufiger auf dem Spielfeld hört.

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