Fussball Oberliga: Arminia Ludwigshafen unterliegt FK Pirmasens 2:5
Trotz guter aktueller Phase hat sich Oberligist FC Arminia Ludwigshafen nicht unerwartet Spitzenreiter und Titelaspirant FK Pirmasens beugen müssen. Die 2:5 (1:3)-Niederlage geht in Ordnung, auch wenn es zuvor Hoffnungen gab, den Westpfälzern ein Bein zu stellen. Ein Sieg, selbst ein Unentschieden stand nie ernsthaft zur Debatte. Bis der FCA vor knapp 300 Zuschauern zu seiner ersten von insgesamt nur drei, maximal vier guten Chancen kam, führten die Gäste schon locker mit 3:0 und hatten früh für eine Vorentscheidung gesorgt. Für die drei Tore benötigte der FKP nur acht Minuten.
„Dieses Spiel haben wir in den ersten 25 Minuten verloren. Wir haben es nicht geschafft die Emotionen auf den Platz zu bringen, vor allem im Spiel gegen den Ball“, kritisiert Trainer Matteo Monetta. Sein Team habe mit dem Favoriten mitspielen wollen, statt den Pirmasensern mit griffigem Zweikampfverhalten das Leben schwer zu machen. „Der Auftritt war emotionslos und somit völlig inakzeptabel“, macht Coach seinem Ärger Luft. Er wechselte bereits nach 29 Minuten zweimal und nahm in Kauf, dass Philipp Krischa auf einer ungewohnten Position agieren musste.
Bevor der erste Treffer fiel hatte der Pirmasenser Mittelfeldspieler Luca Eichhorn eine gute Möglichkeit. Doch er scheiterte mit seinem Schrägschuss an FCA-Torhüter Paul Gronau. Für den 20-jährigen Schlussmann der Reserve war es das erste Oberligaspiel über 90 Minuten. In der vorigen Runde wurde er in Eppelborn für den verletzten Robin Schneider eingewechselt. „Paul, dem ich sehr dankbar bin, hat seine Sache gut gemacht“, lobt Monetta den jungen Torwart. Er spielte gut mit, kann ein Spiel von hinten mitaufbauen und hatte noch eine gute Aktion, als er Luka Dimitrijevic den Ball vom Fuß nahm (78.). An den Gegentoren war er schuldlos.
Das Fatale war, dass die FKP-Spieler im Training beim Torabschluss vermutlich mit größerer Gegenwehr rechnen müssen als bei den ersten drei Treffern am Samstag. Beim 1:0 kombinierten sich die Gäste problemlos in den Strafraum ohne in einen Zweikampf verwickelt zu werden. Den Querpass von Silas Gutmann musste Nico Wiltz nur über die Linie schieben (16.). Beim zweiten Tor war der FCA nach einem Fehlpass im Aufbau schlecht positioniert sowie zu hoch aufgerückt und lief in einen Bilderbuchkonter. Dennis Krob legte uneigennützig quer und Torjäger Marc Ehrhart vollendete problemlos (19.).
Auch Tor Nummer drei erinnerte an eine Trainingseinheit. Wiltz flankte maßgerecht und Krob traf mit einem schulmäßigen Kopfball gegen die Laufrichtung des Torwarts (24.). Matt in drei Zügen. „Ja, wir haben zuletzt ein paar Spiele gewonnen. Aber das heißt nichts. Über diese Phase bis zur 25. Minute müssen und werden wir reden“, betont der Übungsleiter. Da sollten die Spieler halbwegs gute Antworten parat haben. Monetta sprach zudem etwas an, was nicht zur Arminia passt: „Auf dem Platz herrschte eine merkwürdige Stimmung. Wir waren viel zu lethargisch, während die Pirmasenser über ihre Tore eher zurückhaltend gejubelt haben.“
Dass es bei den Platzherren auch anders gehen kann, belegt die Entstehung des 1:3 (35.). Ausgehend von einem Einwurf lief der Ball über zehn Stationen ohne dass ein Pirmasenser die Kugel berührte. Am Ende traf Krischa nach einem Querpass von Malte Moos. Es war eines der am besten herausgespielten Tore des FCA in dieser Serie. „In dieser Phase haben wir einen Tick weniger gemacht, sodass sich die Arminia das Tor verdient hat“, spielt FKP-Trainer Daniel Paulus auf den Treffer an, der aber keine Trendwende bedeutete. Dazu waren die Einheimischen gegen spielstarke und leichtfüßige Gäste nicht in der Lage.
Nach dem 1:4 von Krob, der einen Patzer des sonst zuverlässigen Lukas Hartlieb nutzte (53.), brachte die Einwechslung von Wal Fall wenigstens ein bisschen frischen Wind. Er leitete mit einem Distanzschuss die große Gelegenheit für Noah Hannawald ein (64.) und traf selbst auf Vorarbeit von Sebastian Beikert und Ricardo Antonaci mit einem weiteren, noch leicht abgefälschten Versuch von außerhalb des Strafraums zum 2:4 (72.). „Wir haben den Kampf nicht angenommen. Pirmasens hat ein gutes Team und unsere Fehler ausgenutzt“, sagt der lange verletzte Zentrumsspieler.
Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Luka Dimitrijevic, der nach einem lang geschlagenen Ball von Noah Stilb seinen unentschlossenen Gegenspielern zeigte, was Handlungsschnelligkeit ist (83.). Da war der FCA wegen Jhon Mosqueras Ampelkarte (73.) aber nur noch zu zehnt.