Wasserball
Neustadt setzt sich im pfälzischen Zweitligaderby gegen WSV Ludwigshafen durch
Sabrina Görge und Sarah Held haben sich gefreut, dass die Partie ohne Hakeleien oder sogar Verletzungen von Spielern endete. Schließlich sind sie erfahrene „Spielerfrauen“ und haben auch schon erlebt, dass ihre Männer eine robuste Behandlung durch Gegenspieler erfahren mussten. Görge und Held sind befreundet, schließlich hat Martin Görge einige Jahre für den SCN gespielt, bevor er 2018 wieder zurück zum WSV Vorwärts Ludwigshafen wechselte. Und Matthias Held ist seit fast zwei Jahrzehnten für den SCN im Einsatz. Nicht nur die beiden Spieler sind Freunde, auch die Familien treffen sich regelmäßig. Denn die Kinder sind im passenden Alter. Finn Görge ist vier Jahre, seine Schwester Juna zwei Jahre und Familie Held hat mit Maja und Thea Zwillinge im Alter von drei Jahren.
Unisono sagen die beiden Frauen vor dem Anpfiff: „Wir hoffen, dass unsere Männer unverletzt bleiben.“ Schließlich laboriert Matthias Held immer noch an einer Fingerverletzung, die er sich vor einem Jahr zugezogen hatte. Mittlerweile steigt der SCN-Kapitän zwar wieder ins Becken, aber seine Frau Sarah hat schon oft erlebt, dass ihr Mann unfair attackiert wurde. Doch an diesem Sonntag bleibt alles harmonisch. Nach dem Spiel gehen die beiden Familien zum Essen in ein Café. Sarah Held sagt: „Wasserball ist immer ein Thema, aber wir können mit den Kindern nicht immer dabei sein, vor allem wenn das Spiel abends ist. Doch heute ist es ideal am Sonntagnachmittag.“
Lob von WSV-Trainer Hilbich für Neustadts Torwart
Die übliche Hektik eines Derbys trat dann auch gar nicht auf. Zu überlegen war Gastgeber Neustadt. Gut aufgelegt war aufseiten des SCN vor allem Tim Hornuf mit fünf Treffern. Torwart Hendrik Hummel zeichnete sich durch sein hervorragendes Stellungsspiel aus und verhinderte viele Gegentreffer, wie Vorwärts-Coach Pierre Hilbich lobend betonte. Neben Spielgestalter Timo van der Bosch und Matthias Held übernahm aber auch ein neuer Spieler Verantwortung beim SCN-Team.
Erst seit zwei Wochen in Deutschland, fügte sich der 23-jährige Spanier Sergio Roman Ramirez perfekt in die Mannschaft ein. Er brauchte in der ersten Hälfte noch ein bisschen Zeit, tankte dann aber mit seinem ersten Treffer im dritten Abschnitt Selbstvertrauen. Ab da sprühte er vor Spielwitz und begeisterte mit präzisen Zuspielen und drei weiteren Treffern die Neustadter Fans. Er spielt seit 13 Jahren Wasserball und war in Spanien in der Zweiten Liga im Einsatz.
WSV erkennt Neustadts Sieg als verdient an
Der Wirtschaftsingenieur ist zunächst bis Mai im Rahmen eines Austausch-Programms in Karlsruhe. „Wenn ich einen Job finde, würde ich gerne länger bleiben. Mir gefällt es hier, ich trainiere zweimal in der Woche in Neustadt, die restlichen Tage bin ich in Karlsruhe im Wasser. Ich liebe es, täglich zu trainieren“, erzählte er fröhlich. Vom Typ her ähnelt er seinem spanischen Vorgänger beim SCN, Fernando Mongrell. Mongrell ist nach vielen Jahren im Einsatz für Neustadt im Sommer mit seiner Familie nach Spanien zurückgekehrt.
Für Vorwärts-Trainer Pierre Hilbich fiel die Spielanalyse kurz aus. „Wir ordnen uns gerade neu, der SCN hat sich toll verstärkt. Der SCN hat unsere Angriffe gut verstanden und unterbunden. Wir wollten auf die Lücken lauern, doch da stand dann auch der SCN-Keeper.“ Und Vorwärts-Spielführer Johannes Schmitz: „Gegen Neustadt zu spielen ist extrem schwierig. Es war ein faires Spiel, der SCN hat verdient gewonnen.“
Der Neustadter Coach Thorsten Preuß hatte am Sonntag alles in allem einen ruhigen Nachmittag. Er fragte rhetorisch: „Ist das jetzt ein hoher Sieg?“ Ein paar Chancen ließ seine Mannschaft tatsächlich noch durch überhastete Abschlüsse liegen, so blieb das Ergebnis auch für die Gäste noch erträglich. Schließlich verbindet die beiden pfälzischen Zweitliga-Teams auch eine enge Freundschaft. Für Preuß gab es also nichts zu kritisieren. Er meinte: „Wir haben viel durchgewechselt, unsere Abwehr war kompakt.“