Was war, was kommt RHEINPFALZ Plus Artikel Neuhofen: Viele Projekte und ein Meilenstein

Auch in Neuhofen sollen sich bald Windräder drehen. Baustart soll 2026 sein.
Auch in Neuhofen sollen sich bald Windräder drehen. Baustart soll 2026 sein.

In Neuhofen ist 2025 viel fertig geworden und ein bisschen Ruhe eingekehrt. Ausruhen kann sich der Ortsbürgermeister nicht. Auch 2026 gibt es viel zu tun.

Ralf Marohn (FDP) blättert in seinen Aufzeichnungen und stellt mit Blick auf 2025 fest: „Das sind schon ein paar große Sachen gewesen.“ Die langjährige Kernsanierung des Alten Rathauses ist endlich abgeschlossen, der kleine Park daneben wurde im Mai eingeweiht. Ende des Jahres hat der Gemeinderat im alten Ratssaal die letzte Sitzung des Jahres mit anschließendem Umtrunk abgehalten. Doch Gemeinderatssitzungen bleiben die Ausnahme, die Politiker tagen auch künftig im Neuen Rathaus. Das Alte Rathaus wird den Vereinen zur Verfügung gestellt, so wie bisher schon die angrenzende Museumsscheune.

Auch das zweite Riesen-Sanierungsprojekt ist fertig. Das Otto-Ditscher-Haus beherbergt nun auch das Jugendzentrum. Die Bücherei konnte wieder zurückziehen in die frisch renovierten Räumlichkeiten. Aus der Galerie unter dem Dach ist ein Multifunktionsraum geworden, in dem auch Konzerte stattfinden können. Nun fehlt nur noch die Klimatisierung. Die Leitungen sind schon gelegt.

Nächstes Projekt in den Startlöchern

Zwei Großprojekte sind damit abgeschlossen, doch das nächste Millionen-Sanierungsprojekt steht schon in den Startlöchern: die Sanierung der Rehbachhalle. Da wird 2026 erst einmal geplant, gebaut wird 2027. Auch das Bürgerhaus muss dringend saniert werden. Zunächst wird aber nur das gemacht, was nicht auf die lange Bank geschoben werden darf: die Brandschutzertüchtigung. Außerdem warten die gemeindeeigenen Gebäude in der Ringstraße 18 und 20 auf die Sanierung. Das soll nach und nach im Einvernehmen mit den Mietern geschehen.

Doch es wird nicht nur saniert, sondern auch neu gebaut. Die Freude über das neue Sportzentrum II, das 2025 fertig geworden ist, ist Marohn schon anzusehen. Hier fehlt nun noch die Leichtbau-Sporthalle, die hoffentlich rechtzeitig steht, wenn die Rehbachhalle Anfang 2027 für die Sanierung geschlossen wird. Lieber heute als morgen würde die Gemeinde mit dem Schulerweiterungsbau beginnen. Das pädagogische Konzept ist erstellt, auf dessen Basis ein Raumkonzept erarbeitet wurde. „Wir können loslegen, wenn sich die ADD entschieden hat“, sagt Marohn. Denn dort, bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, liegen die Konzepte nun und warten auf ihre Begutachtung.

Bis jetzt noch Zukunftsmusik ist das Bauen von neuem Wohnraum. Das Wohbaubeschleunigungsgesetz macht das den Gemeinden nun einfacher. Zunächst soll erst mal geprüft werden, welche Flächen dafür infrage kämen. Hoffentlich keine Zukunftsmusik mehr ist der lang ersehnte Neubau des Edeka-Markts auf dem ehemaligen Tennensportplatz. „Edeka hat das Grundstück im September gekauft. Das ist ein Meilenstein. Es war eine schwere Geburt“, sagt Marohn. „Ein Bauanfang 2026 ist wahrscheinlich.“ Auch mit Vertretern medizinischer Berufe habe es schon Gespräche wegen des geplanten Ärztehauses gegeben, aber es gibt noch keine konkreten Pläne.

Neben Sanierungs- und Neubauprojekten will die Gemeinde Neuhofen 2026 auch noch ein Haus kaufen sowie Grundstück und Gebäude der protestantischen Kita übernehmen. Für die katholische Kita hatte der Gemeinderat ein ähnliches Vorgehen abgelehnt. Marohn erklärt den Unterschied: „Beim Gebäude der protestantischen Kita steht nichts Akutes an, die katholische Kita hätte für eineinhalb bis zwei Millionen Euro saniert werden müssen.“ Was zudem den Ausschlag für die Entscheidung gegeben habe, sei das Grundstück der protestantischen Kita, auf dem bei Bedarf ein Anbau realisiert werden könne.

Marohn: Verkehrsprobleme behoben

Von der langen Liste der Gebäude kommt Marohn zu den Straßen und Wegen. Nach der Einweihung des Kreisverkehrs, an dem auch die Tankstelle fertig geworden ist, habe sich das Entrée von Neuhofen positiv verändert, die Verkehrsprobleme seien endlich behoben. Auch die Rottstraße ist nun frisch saniert. Doch auch da geht es gleich weiter: Nun ist die Dieselstraße an der Reihe. In der Landsiedlung wird im kommenden Jahr der Kanal von Misch- auf Trennkanalisation umgestellt. Das machen die Abwasserwerke der Verbandsgemeinde. Doch 2027 will die Ortsgemeinde Neuhofen die Straßen barrierefrei ausbauen.

Auch der Radweg entlang der geplanten Straßenbahntrasse soll 2026 gebaut werden. Wenn der fertig ist, haben Radler einen durchgehenden Radweg von Wildpark bis Woog.

Im sozialen Bereich wird sich der Gemeinderat vor allem mit der Ganztagsbetreuung der Schulkinder auseinandersetzen müssen. Zurzeit gehen 140 Schüler nach dem Unterricht in die Betreuende Grundschule, in drei bis vier Jahren werden es rund 280 Kinder sein. „Wir brauchen mehr Betreuungskräfte und mehr Räume“, sagt Marohn. Für die Räume zeichnet sich schon eine Lösung ab. Denn die katholische Kita schließt im Sommer 2026. Die Gemeinde könnte sich vorstellen, das Gebäude für die Betreuende Grundschule zu übernehmen.

Lob an Schlosser

Die Kinder der katholischen Kita haben für das neue Kitajahr schon neue Kita-Plätze zugeteilt bekommen. Hier habe der Beigeordnete André Schlosser (CDU) gute Arbeit gemacht, lobt Marohn.

Der Ortsbürgermeister schließt seine Vorschau auf 2026 mit einem Ausblick auf anstehende Energieprojekte: Zwei Windkraftanlagen an der B9 sollen nächstes Jahr gebaut werden, für zwei weitere werden Genehmigungen erwartet, komplizierter sei es bei der fünften Anlage. „Und Photovoltaikanlagen bauen wir auch noch“, sagt Marohn. Unter anderem eine 200-KW-Peak-Anlage auf dem neuen Dach des Parkhauses der Hochhäuser in der Woogstraße, die die Mieter mit Strom versorgt, aber auch die Anlagen des potenziellen Wärmenetzes, das an die Tiefengeothermie angeschlossen werden soll.

Die Serie

Was wurde 2025 alles erledigt, was steht 2026 an? Wir haben mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Rhein-Pfalz-Kreis gesprochen, ziehen mit ihnen Bilanz und blicken voraus.

Ralf Marohn
Ralf Marohn
x