Ludwigshafen „Muss erst einer angefahren werden?“

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„Zu Fuß Gehende dürfen Autobahnen nicht betreten.“ An diesem Satz, Paragraf 18, Absatz 9 der Straßenverkehrsordnung, sind die Pläne der Stadt Ludwigshafen gescheitert, einen provisorischen Weg für Fußgänger zum Römig einzurichten. Wie mehrfach berichtet, laufen jeden Tag zahlreiche Menschen von der Haltestelle der Rhein-Haardtbahn in Ruchheim los. Weil sie nicht den Bus nehmen wollen oder der passende Anschluss fehlt, machen sie sich zu Fuß auf den Weg in Richtung des Frankenthaler Gewerbegebiets. Dabei gibt es für einen Abschnitt der Strecke gar keinen Fußweg. Die Menschen queren – teils im Dunkeln – Autobahnauf- und -abfahrten der A 650 und drängen sich nahe an den Fahrzeugen unter einer Brücke hindurch. Ein Zustand, an dem sich dringend etwas ändern muss, hieß es aus dem Ortsbeirat Ruchheim bereits im vergangenen Jahr. Einen Geh- und Radweg auf dieser Strecke einzurichten, war dort schon viel länger eine Forderung – bereits bevor Amazon sein Logistikzentrum eröffnete. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hatte einen dauerhaft angelegten Weg zunächst für 2020 angekündigt. Nun soll er noch in diesem Jahr gebaut werden. Um die Strecke auch kurzfristig für Fußgänger sicherer zu gestalten, hatte die Stadt Ludwigshafen Anfang Januar damit begonnen, ein Provisorium zu bauen. Unter anderem sollte der Weg unter der Brücke von der Fahrbahn getrennt, außerdem sollten Teile der Strecke ausgeleuchtet werden. Mit Verweis auf fehlende Absprachen wurden die Arbeiten wenige Tage später plötzlich wieder unterbrochen. Nun folgte das Aus. „Der ursprünglich vorgesehene provisorische Fußweg kann nicht angeordnet werden.“ Darüber informierte LBM-Leiter Martin Schafft die Ruchheimer Ortsvorsteherin Heike Scharfenberger per E-Mail. Das habe man nach einem Termin mit Stadt, Autobahnamt, Autobahnpolizei und LBM festgelegt. Grund sei der genannte Paragraf. Die Abfahrtsrampen seien „gewidmete Teile der Autobahn“ – und dürfen nicht von Fußgängern betreten werden. Einen alternativen Weg zu dem entlang der L 524 (Maxdorfer Straße) gebe es nicht. Die Mitglieder des Ortsbeirats Ruchheim sind von der Absage an das Provisorium empört. „Der Zustand ist nicht mehr hinnehmbar“, sagte Eveline Teister-Loch (CDU). Schließlich seien dort „nicht nur ein paar Personen“ unterwegs, sondern täglich viele. Die Vertreter der anderen Parteien sahen das genauso. „Das geht so nicht!“, sagte Peter Eisenberg (SPD) mit Nachdruck. In der warmen Jahreszeit könnten noch mehr Menschen zu Fuß in Richtung Römig strömen. Außerdem befürchtet Eisenberg ergänzende brenzlige Situationen, da dann auch landwirtschaftlicher Verkehr unterwegs sei. Mehrmals hatten Anlieger der Straße „Am Herrschaftsweiher“ der Ortsvorsteherin von Beinahe-Zusammenstößen berichtet. „Muss denn erst einer angefahren werden?“, fragte Scharfenberger am Montag im Ortsbeirat. Die Auskunft des LBM sei „nicht befriedigend“, sagte sie und stichelte auch nach Frankenthal. „Herr Hebich hält sich völlig raus aus der Diskussion und wir haben das Problem!“, sagte sie in Richtung des dortigen Oberbürgermeisters Martin Hebich (CDU). Sie könne die Menschen auch nicht zwingen, Bus zu fahren, sagte die SPD-Politikerin. Einige wollen schlichtweg laufen. Wie es nun weitergeht? LBM-Chef Schafft kündigte an, dass der LBM die Planung des dauerhaften Geh- und Radwegs in Richtung Frankenthal „mit Nachdruck vorantreibt“. Er soll bereits in diesem Jahr umgesetzt werden. Auch dann werden die Fußgänger und Radler die Autobahnauf- und -abfahrt queren müssen. „Mit entsprechend angepasster Lichtsignalanlage“ könnten Autobahnamt und Autobahnpolizei der Querung „in diesem Einzelfall zustimmen“. Vor allem, weil es laut LBM den „dringenden Bedarf“ für einen Weg gibt. „Angepasst“ bedeutet, dass es auch ein Lichtsignal für Fußgänger geben muss. Derzeit existiert nur eine Ampel für Autofahrer. Diese ist jedoch aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet, damit die Autofahrer besser auf Fußgänger achten. Das soll bis zur Inbetriebnahme einer neuen Ampel so bleiben, sagt Schafft. Außerdem wird die Stadt Ludwigshafen den Zugang vom „Herrschaftsweiher“ kommend mit Schildern sperren. Auch bittet der LBM Amazon darum, die Mitarbeiter noch mal zu informieren und aufzufordern, die Shuttle-Busse zu nutzen. Einwurf

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