Ludwigshafen
Munnemer Göckel: Der neue „Doktor des Humors“ ist ein Kind der Region
Da geriet selbst sein Doktorvater ins Schwärmen. „Mike hat das Herz am richtigen Fleck“, sagte Paul Grützner, der ärztliche Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik bei der Vorstellung des 57. Dr. humoris Causa im vollbesetzten Festsaal des Gesellschaftshauses der BASF. Der Karnevalverein „Munnemer Göckel“ und seine legendäre Universität von Gockelonien um ihren engagierten Dekan Gerd Nuber und deren Präsidenten Andreas Mack, die auch durch das Programm führten, sind wieder fündig geworden. Sie haben jemanden gefunden, der die Voraussetzungen für die hohe Auszeichnung erfüllte: Diesmal war es Michael Heinz, der 62 Jahre alte dreifache Familienvater, Mitglied des Vorstands der BASF, ehemaliger Arbeitsdirektor und Standortleiter.
Er bekam im Kreis der bereits ernannten Doktoren, wie den „Bänkern“ Peter Fußer, Wolfgang Thomasberger, Thomas Traue, Michael Düpmann, GAG-Chef Wolfgang van Vliet, Ex-OB Eva Lohse, Beigeordneter Ernst Merckel und Brauereichef Frank Mayer sowie „Ober-Gockel“ Gerd Nuber nach einer Schnapsrunde das einstimmige Votum zum Erhalt des Doktorhuts nebst Urkunde und Medaille. „Michael Heinz ist ein echtes Kind der Rhein-Neckar Region, in Mannheim geboren, in der Pfalz verwurzelt und in Neustadt-Hambach zu Hause. Er kennt die Vereine, ihre Feste, ihre Menschen – und jetzt lernt er auch die ,Munnemer Göckel’ noch besser kennen“, versprach Grützner.
Der Kern der Auszeichnung
Dann sprach der Mediziner den Kern der Auszeichnung an: „Sie wird verliehen für Engagement, Charisma und Menschlichkeit. Für eine Haltung, die zeigt: Verantwortung gepaart mit Humor öffnet viele Türen. Das verkörpert Michael Heinz. Er ist humorvoll, aber nie verletzend, sondern sensibel und charmant. Ein Mensch, der Menschen zusammenbringt“, so Grützner.
Heinz ist nicht nur beruflich erfolgreich. Er war Wasserball-Nationalspieler und steht für Ausdauer, Mut und Teamgeist. Er ist Vorstand des SC Neustadt, Grillmeister bei den Spielen der Jugend und Mentor des Nachwuchses. Und jetzt auch noch Vorsitzender des Förderkreises der Landesgartenschau 2028 in Neustadt. Er steht für Engagement und Verantwortung, die Werte, die bei der närrischen Universität von Gockelonien ganz oben stehen.
Humor ist die eine Seite, Haltung die andere Seite – und da ging Michael Heinz voran. Während der Corona-Pandemie war er der Initiator der BASF-Hilfsaktion „Helping Hands“. Über 900.000 Liter Desinfektionsmittel wurden kostenlos an Krankenhäuser, Pflegeheime und an die UNO-Flüchtlingshilfe geliefert. „Auch die BG Klinik war sehr dankbar für die Hilfe in der Not. Das ist nicht nur Führung, das ist Menschlichkeit, das ist gelebte Verantwortung. Das ist im besten Sinne gockelwürdig“, lobte Grützner.
Wahrlich „gockelwürdig“
Und seine „Doktorarbeit“ erwies sich in der Tat als „gockelwürdig“, denn Heinz hat sich mit der Vogelwelt der BASF intensiv, aber auch humorvoll beschäftigt. „Diese Ehrendoktorwürde wirft ein Schlaglicht auf eine weitere große Leistung der BASF und das weiß wirklich kaum jemand“, so Heinz. „Mit Vögeln kennen wir uns aus. Kein Witz: Manchmal ist unser Werk der reinste Zoo. Wirklich! Lasst mich erklären, denn für meinen Doktortitel muss ich ja was tun. Ihr habt die Mini-Göckel, ihr habt die Göckel-Garde. Und die Göckel-Band. Respekt! Aber wie unterstützt die BASF das Federvieh?“, rief Heinz in die Runde.
Es war nicht nur die Aufzählung der Produktpalette für Piepmatzen, was die BASF produziert. Michael Heinz spannte einen Bogen von den Überflugrechten über die Anlagen der BASF, erst recht in Zeiten, wo elektronische Zugvögel aus dem Osten über das Gelände kreisen, bis hin zur Vogelwelt in den Betrieben. Über 100 Vogelarten wurden auf dem Werk dokumentiert. „Na ja, wir haben über die Jahre immer mehr Flächen und Plätze für sie geschaffen. Im Werk gibt es ja Futter, Wasser, Windschutz und Wärme“, erzählt Heinz.
„Die besten Brutplätze der ganzen Region“
„Wir haben eben die besten Brutplätze in der ganzen Region. Oben auf der Rangierlok, in der Satteltasche eines abgestellten Mofas bis hin in einem ehemaligen Ventilationsschacht auf 36 Meter Höhe“, erzählte Heinz von den Erlebnissen um die Vogelwelt in Ludwigshafen. „Ihr seht, wie weit die Liebe fürs Federvieh bei uns geht! Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, aber ich glaube, ich konnte zeigen: Wir machen sooo viel für die Vogelwelt – da wird mir jetzt klar: Ich hab’s verdient! Ich nehme die Wahl an! Ihr Göckel: Her mit dem Doktortitel!“