Ludwigshafen Mundenheim: Kerweprinzessin zwischen Festplatz und Klause

Kerweprinzessin Lea I., eingerahmt von Holger Scharff (links) und Andreas Mack.
Kerweprinzessin Lea I., eingerahmt von Holger Scharff (links) und Andreas Mack.

Außerplanmäßiger Einsatz für Jutta Steinruck: Bevor die neue Mundenheimer Kerweprinzessin Lea Mack inthronisiert werden konnte, musste die Politikerin ungewöhnliche Erste Hilfe leisten.

Nur fünf Minuten lang war Mundenheim ohne Prinzessin. Nach der Abdankung von Lara I., mit drei Jahren die am längsten amtierende Kerwe-Prinzessin in der Stadtteilgeschichte, erhielt Lea Mack aus der Hand von Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) Tiara und Schärpe, reagiert nun als Lea I. das Kerwevolk zwischen Festplatz und Gockels-Klause. Die Krönung war der Auftakt zu einem erfolgreichen Fest.

Nur der Anlauf hatte seine Tücken. Nachdem Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD) am Zapfhahn gescheitert war, nahm ihre Parteifreundin Jutta Steinruck den Holzschlegel in die Hand, sorgte mit drei beherzten Schlägen dafür, dass bis Dienstag niemand in Mundenheim an (Bier-)Durst leiden muss. „Anke hat gute Vorarbeit geleistet“, wollte Steinruck den Ruhm aber nicht alleine ernten.

Für die Prinzessin war die kleine Verzögerung auch kein Problem mehr. „Ich warte schließlich schon seit 18 Jahren auf diesen Moment“, sagte die 18-jährige Lea strahlend und freut sich nun auf ein aufregendes Jahr als Repräsentantin des Stadtteils. Sie hat dabei mit Laura Riegraf und Jessica Wirth als Begleitung namhafte Unterstützung. Immerhin waren beide schon selbst Prinzessin, lösten mit der Begleitung das Versprechen gegenüber Lara ein, die damals ihrerseits zur Entourage gehört hatte.

Jubiläum nachgeholt

Nach dem Auftakt stürzte sich Mundenheim in ein ereignisreiches Kerwe-Wochenende. Und nicht nur Festwirt Marco Kübler strahlte. Auch beim „Treff am Turm“ vor St. Sebastian freuten sich die Organisatoren: „Wir haben wieder den Zuspruch wie vor Corona“, zeigte sich Vorsitzender Joachim Sommer erleichtert. Die Kombination aus ehrenamtlichem Engagement, leckerem Essen und sozialer Komponente lockte die Besucher wieder an den Turm, die zahlten das Engagement der 90 Helfer mit guter Laune zurück, sorgten ganz nebenbei dafür, dass sich auch in diesem Jahr wieder das Spendenkonto füllte, das am Sonntag rückwirkend verteilt wurde. „Wir hätten vor zwei Jahren 25. Jubiläum gehabt“, erklärte Sommer. Deshalb verteilte der Verein die auf 10.000 Euro aufgerundeten Einnahmen vom Fest 2019 an acht Organisationen.

Rappelvoll war es am Samstagabend auch in der Gockels-Klause der Fasnachter. Hier fühlte sich Prinzessin Lea nach den Repräsentationspflichten ebenfalls wohl. „Es läuft super“, strahlte Gockel-Präsident Jürgen Baader, während das „Duo Andi“ beim „Sierra Madre“ gerade die gesamte Breite der Klause für das Trompetensolo ausnutzte. „Der große Zuspruch hat uns überrascht, aber die Gockelsfamilie hält einfach zusammen“, erklärte Baader unterhalb der Teufelsbrücke.

Kerwelied von Peter Arnold

In Mundenheim wird über das Wochenende hinaus gefeiert. Am Montag werden am Turm und in der Gockels-Klause traditionell Knöchel serviert. Auf dem Kerwe-Platz sind die Kinder des St. Annastiftskrankenhauses Gäste der Schausteller. Abschluss der Kerwe ist am Dienstag mit dem Seniorennachmittag. Alles ganz nach dem eigens für die Kerwe und Prinzessin Lea I. von Peter Arnold getexteten Munnemer-Kerweliedes: „Dann steckt man noi sei Pälzer Nas in ä großes Dubbeglas.“

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