Handball RHEINPFALZ Plus Artikel mHSG Friesenheim-Hochdorf muss vor allem auswärts zulegen

Trainer Gabriel Schmiedt ist trotz des aktuellen elften Tabellenrangs seiner Mannschaft bislang mit der Saison zufrieden.
Trainer Gabriel Schmiedt ist trotz des aktuellen elften Tabellenrangs seiner Mannschaft bislang mit der Saison zufrieden.

Wenn die mHSG Friesenheim-Hochdorf am Samstag mit dem Auswärtsderby bei der TSG Haßloch ins Jahr 2023 startet, wird Trainer Gabriel Schmiedt fast auf den Tag genau ein Jahr im Amt sein. Am 17. Januar hatte er im vergangenen Jahr Matthias Polifka abgelöst und blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. „Ich würde sagen, dass wir ein erfolgreiches Jahr gespielt haben“, so sein Zwischenfazit.

Mit dem Blick auf die aktuelle Tabelle mag Schmiedts Fazit vielleicht ein wenig überraschen. Er kennt aber auch die Voraussetzungen. „Wir wollten zeigen, dass wir auch mit dieser ganz jungen Truppe den Klassenverbleib schaffen können.“ Dafür würde Platz zehn nach der Runde genügen. Aktuell steht die mHSG als Elfter genau einen Platz dahinter“. Aber es ist nur ein Punkt, der die Spielgemeinschaft aus Hochdorf und Friesenheim vom rettenden Ufer trennt. „Und Wetzlar hat ein Spiel mehr ausgetragen als wir.“

So stehen nach der Hinrunde sechs Siege für seine Mannschaft zu Buche – alle in eigener Halle. Auswärts brachten die Akteure des Handballleistungszentrums bislang das Leistungsvermögen nicht auf die Platte, weshalb Mannschaftskapitän Niko Sorda auch schon von „einer Mannschaft mit zwei Gesichtern“ sprach. Denn dass im Kader durchaus großes Potenzial steckt, zeigten unter anderem die Heimsiege gegen Saarlouis und die HSG Rodgau Nieder-Roden. „Gerade gegen Saarlouis haben wir die vielleicht beste Halbzeit in dieser Saison gespielt“, blickt Schmied gerne auf den 23:22 Erfolg zurück, bei dem die HSG in der ersten Halbzeit auch spielerisch brilliert hatte. „Und auch gegen Dansenberg haben wir durch die Bank weg gut gespielt.“ Auf der Gegenseite stehen Niederlagen wie in den Derbys bei Aufsteiger VTV Mundenheim und gegen die TSG Haßloch.

Verletzungspech als großes Manko

Gerade bei den Höhepunkten wurde aber nicht nur das Potenzial, sondern zugleich auch das Manko der Spielgemeinschaft deutlich. „Wir hatten in diesem Jahr kein einziges Mal unsere bestmögliche Aufstellung auf dem Feld“, sagt Schmied. Da ist zum einen das große Verletzungspech im eigentlichen Drittligastammkader, aus dem unter anderem Yannick Muh, Niko Sorda, Yannik Polifka, Roko Peribonio, Mika Schwenken und natürlich Marvin Gerdon mal kurz-, mal auch längerfristig fehlten.

Und dann ist da natürlich noch die Unwägbarkeit einer Reservemannschaft. „Teilweise wusste ich erst kurz vor dem Spiel, wen ich zur Verfügung habe oder wer kurzfristig von den Eulen Ludwigshafen angefordert wurde.“ Das macht auch die taktische Vorbereitung für den Trainer nicht einfach. „Aber das sehe ich nicht als Problem, sondern nur als Herausforderung. Man darf vor so einer Situation als Trainer keine kalten Füße bekommen“, sagte Schmiedt. „Es stellt uns als Trainerteam einfach nur vor die Aufgabe, kurzfristige Lösungen zu entwickeln.“

Nach Rückschlägen immer wieder aufstehen

Bislang ist ihm dies zumindest in der eigenen Halle auch immer wieder gut gelungen. Auswärts ist hingegen Luft nach oben, weiß auch der Trainer. Immerhin wird er gegen Haßloch aber wieder ein Stückchen näher an der Idealformation sein. Damit sei man dann auch bei der TSG nicht chancenlos. Und das sei die einzig richtige Einstellung. „Es war klar, dass wir mit unserem jungen Kader hin und wieder auch auf die Nase fallen. Aber wir haben uns vorgenommen, dass wir immer wieder aufstehen werden.“ Zumindest das hat in dieser Spielzeit immer wieder funktioniert.

Und so erklärt Gabriel Schmiedt auch seine Jahresbilanz: „Auch wenn wir um den Klassenverbleib kämpfen, spielen wir trotzdem ein erfolgreiches Jahr.“ Das habe schon in der Vorsaison begonnen, wo sich die HSG mit 14 von 20 möglichen Zählern den Klassenverbleib in der Abstiegsrunde unerwartet souverän sicherte, und das setze sich auch in dieser Spielzeit fort: „Wir stehen nahe an dem Tabellenplatz, den wir uns vorgenommen haben und wir können ihn aus eigener Kraft erreichen.“ Das sei eine anstrengende, aber auch eine interessante Aufgabe.

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