Das spontane Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Manfred Platz weiß, wie die Blies ganz tief unten aussieht

Hat zwölf Jahre lang in Griechenland als Tauchlehrer gearbeitet: Manfred Platz, hier im Gespräch mit Volker Endres.
Hat zwölf Jahre lang in Griechenland als Tauchlehrer gearbeitet: Manfred Platz, hier im Gespräch mit Volker Endres.

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Am Montag haben wir im Bliesbad Manfred Platz getroffen. Der 66-Jährige lebt in Eppstein und ist Bademeister, Platzwart und Hausmeister in Personalunion sowie einziger Festangestellter des Fördervereins.

Wie sind Sie zum Förderverein gekommen?
Das war 2003 noch unter Manfred Reimann. Der Verein hat einen Bademeister gesucht und hat mich eingestellt.

Bademeister ist ja eigentlich die Kurzform eines Fachangestellten für Bäderbetriebe und ein Lehrberuf. Dürfen Sie sich einfach so „Bademeister“ nennen?
Genau genommen bin ich sogar ein staatlich geprüfter und zertifizierter Tauchlehrer. In dieser Ausbildung steckt auch einiges vom Bademeister. Und den Rest habe ich mir mittlerweile angeeignet.

Wie wird man denn staatlich geprüfter Tauchlehrer?
Ich war acht Jahre bei der Bundeswehr und im Anschluss bekam man eine Berufsausbildung finanziert. Ein Kollege von uns hat sich dabei zum Segellehrer ausbilden lassen und eine Segelschule in der Karibik eröffnet. Da dachte ich, dass das eigentlich nach einer guten Idee klingt.

Haben Sie auch als Tauchlehrer gearbeitet?
Ja, ich war zwölf Jahre lang in Griechenland und hatte dort auch eine Tauchschule, aber nach zwölf Jahren wollte ich wieder zurück nach Deutschland.

In Griechenland brennen aktuell an vielen Orten die Wälder. Kennen Sie einige der betroffenen Regionen?
Ja, ich war zum Beispiel auch auf Kreta, und wir wurden ebenfalls einmal wegen Waldbränden evakuiert. Wenn ich die Bilder von dort sehe, dann fallen mir die gelben Löschflugzeuge auf. Die gab es schon vor 30 Jahren. Und die waren damals schon alt.

Mir hat mal ein Freund vor vielen Jahren gesagt, dass es Gyros in Griechenland eigentlich gar nicht gibt. Stimmt das?
Nein. Das kennt man dort auch, aber es ist wirklich nicht sehr verbreitet. Ich habe damals dort immer gerne Kokoretsi gegessen, weil das praktisch geschmeckt hat wie nur der knusprige Teil von einem Gyrosspieß. Bis ich irgendwann herausgefunden habe, dass es sich dabei um gewickelten Schafdarm gehandelt hat. Dann hatte ich darauf nicht mehr so viel Appetit.

Anderes Stichwort: War vor 20, 30 Jahren auch Plastik schon ein großes Problem unter Wasser?
Zumindest nicht in Griechenland. Wir hatten damals mehr Probleme mit Seilen, Stricken und abgetriebenen Fischernetzen. Das ist in Südostasien mittlerweile sicher anders. Dort leben ja auch mehr Menschen auf engerem Raum zusammen.

Sie sind jetzt 66. Gibt es fürs Tauchen eine Altersgrenze?
Nein. Ich kenne Leute, die sind auch mit 75 noch regelmäßig unter Wasser. Das ist einfach nur eine Frage der Gesundheit. Der gesamte Apparat muss noch in Ordnung sein. Wenn einem ein Arm oder ein Bein fehlt, dann ist das kein Problem, aber die Lungenfunktion und die Trommelfelle müssen in Ordnung sein. Außerdem ist Platzangst ein Ausschlusskriterium

Warum Platzangst?
Weil das Sichtfeld unter Wasser eingeschränkt ist. Und wenn man dann anfängt, schneller und hektischer zu atmen, bekommt man ein Problem.

Sie kennen die Blies auch unter Wasser?
Ja, ich war da auch schon unten.

Wie sieht es dort aus?
Die Blies ist, je nach Wasserstand, bis zu 13 Meter tief. Dort unten sind viele Wasserpflanzen, was gut für die Wasserqualität ist, und es gibt auch einige Fische. Das ist übrigens das Interessante: Unter Wasser zeigen Fische ein ganz anderes Verhalten. Da sind sie nicht ängstlich, sondern bleiben auch einmal stehen oder kommen sogar neugierig angeschwommen.

Wann fangen Sie morgens an?
Im Moment so zwischen 6 und 7 Uhr. Aber wenn wir Normalbetrieb haben, also das Planschbecken in Betrieb ist, bin ich schon um 5.30 Uhr hier, damit ich die Wasserqualität prüfen kann. Aber das ist im Moment ja nicht in Betrieb, deshalb kann ich ein bisschen später kommen.

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