Seitenwechsel
Manchmal dauert’s eben etwas länger
Shooter Wagner
Manchmal dauert es einfach länger. Ein kleines Bisschen, ein nicht mehr ganz kleines Bisschen, ein ziemlich großes Bisschen. Wie im Fall eines Trikots der Eulen Ludwigshafen, das sich eigentlich auf den Weg in die Westpfalz machen sollte. Wo es bisher noch nicht ankam. Aber der Reihe nach. Im vergangenen Jahr wurde Eulen-Rückraumspieler Hendrik Wagner von Bundestrainer Alfred Gislason erstmals in die Nationalmannschaft berufen. Und im Herbst erlebte ein handballspielender Zweibrücker Nachwuchsakteur seine Premiere bei einem Heimspiel der Eulen in der altehrwürdigen Eberthalle. Der Zwölfjährige war begeistert von der Atmosphäre. Es lag also nahe, ihm zu Weihnachten ein neues Eulen-Trikot zu schenken. Die nächste Größe, denn aus dem ersten wächst er raus.
„Aber bestell bitte das coole Auswärtstrikot in blau-lila, Papa!“ Aha, und welcher Spieler? „Hendrik Wagner, Nummer 28, natürlich!“ Gesagt, getan, am 24. November ging die Bestellung online raus. Der Fanshop auf der Homepage der Eulen wird betrieben von der Firma Diez Concept in Kassel. Die Rechnung war zwei Tage später per Mail schon da, das Trikot unterm Tannenbaum noch nicht.
Im Januar dann die erste zaghafte Nachfrage bei der Kasseler Firma, wo das Trikot denn bleibt. Schließlich wechselt Hendrik Wagner im Sommer ja zu seinem alten Trainer Ben Matschke zum Bundesligisten HSG Wetzlar. Und das sportliche Oberhemd des Eulen-Shooters sollte vor Saisonende bei einem Heimspiel ja mal noch signiert werden. Der Trikot-Hersteller habe Lieferschwierigkeiten, hieß es, wohl auch in Folge der Corona-Pandemie.
Vermehrte telefonische Nachfragen ab Februar bei der Kasseler Firma gestalteten sich dann schwierig. Bestellvorgang und -nummer, die eigene Telefonnummer – die Angaben hätten die Mitarbeiter im Sekretariat von Diez Concept spätestens bei dem fünften Anruf schon längst auswendig wissen dürfen. Und vielleicht auch dafür Sorge getragen, dass von den jeweils versprochenen Rückrufen wenigstens einer den Adressaten erreicht hätte.
Inzwischen sind schon wieder eineinhalb Monate vergangen, Ende März feiert der Filius schon seinen 13. Geburtstag. Das Trikot fehlt noch immer. Man darf gespannt sein, ob das bestellte Kindertrikot ihm nach fünf Monaten Lieferzeit dann noch passt. Wenn Sie also dieser Tage Nachwuchs bekommen, bestellen Sie vielleicht schon mal rechtzeitig und in größerer Größe vor ...
Torhüterin Götz
Eine Karriere auf dem zweiten Bildungsweg? Warum nicht, denkt sich Frederike Götz. Die Oberliga-Handballerin der VTV Mundenheim ist eigentlich seit Jahren im rechten Rückraum zuhause. Im Spiel bei Schlusslicht HSG TVA/TSV Saarbrücken war sie jedoch an anderer Stelle gefordert. Weil Katrin Meiszis als einzige Torhüterin im Kader nach 20 Minuten die rote Karte gesehen hatte, stellte sich Götz nicht nur in den Dienst der Mannschaft, sondern auch zwischen die Pfosten, trug so ihren Teil zum knappen 19:18-Sieg im Saarland bei. Nicht ihr erster Ausflug auf fremdes Terrain. „Vor ein paar Jahren in Bretzenheim war ich sogar die einzige Torhüterin und habe durchgespielt“, verriet sie. Und hat mit ihren mittlerweile 28 Jahren Gefallen an der neuen Position gefunden. „Ich könnte mir einen Wechsel vorstellen.“ Die Vorteile liegen schließlich auf der Hand. Zum einen ist die Position deutlich weniger laufintensiv und eine Karriere dauert deutlich länger als die eines Feldspielers, was in der Bundesliga Spieler wie Jogi Bitter und Silvio Heinevetter, beide jeweils Ende 30, beweisen oder vor der Haustür Gorazd Skof, der bei den Friesenheimer Eulen auch mit Anfang 40 noch Glanzleistungen vollbracht hat. Bis es bei Frederike Götz allerdings so weit ist, muss noch ein wenig Überzeugungsarbeit geleistet werden. „Ich habe schon mit unserem Trainer Thorsten Engert gesprochen – aber der hat mich nicht ernst genommen.“ Mit 28 Jahren hat die Mundenheimerin ja auch noch ein wenig Zeit.
Der Trainer
Steffen Schneider, Trainer der VTV Mundenheim, ist nicht nur ein verständnisvoller, sondern auch ein sehr höflicher Mensch. Und er weiß um die Nöte von Vorberichterstattungen in Zeiten von Corona. Was donnerstags noch sicher scheint steht freitags schon wieder auf der Kippe, ist teilweise dann erst am Samstag Makulatur. Gefüllt werden müssen die Zeilen vorab aber trotzdem mit wichtigen Informationen oder unterhaltsamen Details zu den zumindest am Mittwoch noch angesetzten Spielen des Wochenendes. Mit einem großen „Nichts“ bei jeder Menge abgesagter Partien sind solche Zeilen aber schwer zu füllen. Das wusste auch Schneider bei der Nachricht zur Absage des Derbys bei der HSG Eckbachtal.
Er hatte trotz der Absage aber immerhin eine wichtige Botschaft mitzuteilen: „Liebe Grüße an alle Leser!“ Wird ausgerichtet. Versprochen!