Ludwigshafen „Man ist gewöhnt, dass es bei der BASF kracht“

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Heute vor einer Woche ist eine Rohrleitung der BASF im Landeshafen Nord explodiert. Drei Menschen starben, mehrere liegen schwer verletzt im Krankenhaus. Wir haben uns in der Innenstadt umgehört, mit Passanten über das Unglück gesprochen.

Monika Schaffelhuber

hat es per What’s App erfahren. Als am vergangenen Montagmittag die Meldung über die Explosion veröffentlicht wurde, war sie in Urlaub, im Schwarzwald. Ihr Sohn hat sie informiert. Er wohnt in Edigheim, nicht weit vom Unglücksort entfernt. Ob sie jetzt beunruhigt sei? „Ja, auf jeden Fall!“, sagt die 65-jährige Mutterstadterin – denkt aber vor allem an die Menschen, die immer noch schwer verletzt im Krankenhaus liegen. Sie werden vermutlich langfristige Schäden davontragen. „Furchtbar“, sagt die Mitarbeiterin einer Änderungsschneiderei. Mehrere andere Passanten fordern eine bessere Aufklärung vom Chemiekonzern. „Herr Bock ist nicht öffentlich in Erscheinung getreten“, sagt Karl-Heinz Danlowski. „Er ist der Boss der BASF. Er müsste nach vorne und Flagge zeigen“, sagt der 76-jährige Rentner mit Nachdruck. Danlowski hat sein Zuhause in Süd, sagt: In Oppau oder Edigheim wolle er nicht wohnen. Doch er ergänzt: „Wir müssen mit der Chemie leben.“ Ähnliches sagt Petra Zeißler, deren Großväter schon bei der BASF gearbeitet haben. Das Unternehmen sei schließlich in der Region auch „Brötchengeber“. Dennoch wünscht sich die 59-jährige Beraterin mehr Transparenz und Auskunft vor allem darüber, welche Chemikalien beim Unglück im Spiel waren. Auch das Gasunglück zwischen Oppau und Edigheim vor zwei Jahren ist Zeißler ein Begriff. „Inwieweit ist da geschlampt worden?“, fragt sich die Ruchheimerin für beide Fälle. „Man weiß, dass da immer was passieren kann“, sagt ein 84-jähriger Ludwigshafener, der in Ludwigshafen-Mitte wohnt. Er habe selbst mal für kurze Zeit bei der BASF gearbeitet. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen. „Man wächst damit auf“, sagt er. Von der Explosion am Montag hat er beim Nachrichtenschauen im Fernsehen erfahren. Als dann noch der Sicherheitshinweis von der Stadt kam, hätten er und seine Frau zwei Tage lang die Fenster geschlossen gehalten – aus Vorsicht. „Es wäre schön, wenn man die Karten auf den Tisch legt“, sagt Albrecht Meyer. Denn: Welche Stoffe genau freigesetzt wurden, wisse man bis heute nicht. Besorgter als vorher ist er durch das Unglück aber nicht. „Man ist allmählich gewöhnt, dass es bei der BASF kracht“, sagt der 68-jährige Rentner und spielt damit auf die gehäuften, veröffentlichten Störfälle in letzter Zeit an. |rxs

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