Ludwigshafen
Ludwigshafen: Stadt krallt sich Falschparker
Seit knapp einem Jahr greift die Stadt im Kampf gegen Falschparker zu härteren Maßnahmen. Anstatt einem Knöllchen droht Parksündern die sogenannte Parkkralle, die den Fahrzeughalter am Wegfahren hindert. Insgesamt elf solcher Wegfahrsperren hat die Stadt angeschafft. Das Pilotprojekt ist mittlerweile abgeschlossen. Die Parkkrallen werden nun dauerhaft im Einsatz sein.
„Die bisherige Vorgehensweise hat sich bewährt. Der Einsatz der Radkralle zeigt insbesondere an neuralgischen Punkten im Stadtgebiet auch die entsprechende Wirkung“, fasst Kämmerer und Ordnungsdezernent Andreas Schwarz (SPD) die Erfahrungen der vergangenen Monate zusammen. „Die vorhandenen Radkrallen werden daher dauerhaft in das Konzept der Verkehrsüberwachung integriert.“
In der Testphase, die vergangenen Sommer startete, wurde die Wegfahrsperre nach Angaben der Verwaltung 85 Mal eingesetzt. Die Stadt hat damit bisher 2600 Euro Verwarnungsgeld von Falschparkern eingetrieben. Die Parkkrallen kommen beispielsweise in verkehrsberuhigten Bereichen zum Einsatz, wenn außerhalb von Markierungen geparkt wird oder wenn auf dem Gehweg so geparkt wird, dass kaum Platz für Fußgänger bleibt. Aufs Stadtgebiet bezogen kamen die Krallen laut Verwaltung bislang häufig im Hemshof und Oppau zum Einsatz.
Ausländische Halter im Fokus
Die Kralle wird auch an einem Rad angebracht, wenn Fahrzeughalter die Parkdauer auf kostenpflichtigen Stellplätzen überziehen oder auf andere Weise widerrechtlich parken. Besonders im Fokus der Stadt sind außerdem Fahrzeuge mit ausländischer Zulassung, die man sonst nur schwer belangen konnte. Mit den Parkkrallen ist es der Verwaltung gelungen, Parkverstöße schneller zu sanktionieren und Bußgelder effizienter einzutreiben. Denn: Die Wegfahrsperre wird erst gegen Zahlung des Bußgeldes und der Gebühren wieder entfernt.
Wer eine Parkkralle an seinem Fahrzeug findet, den macht ein Aufkleber an der Fahrer- und Beifahrerseite zusätzlich darauf aufmerksam. Auf dem Aufkleber steht die Telefonnummer der Einsatzleitstelle, bei der sich Betroffene melden und das Entfernen der Sperre anfordern können. Treffen kann es auch Fahrzeughalter, die keine Meldeanschrift in Deutschland haben. Sie hatten zuvor oft Glück: Ihnen einen Bußgeldbescheid zukommen zu lassen, gestaltete sich als sehr schwierig und war mit hohem Aufwand verbunden. Das sieht mit den Parkkrallen anders aus, denn die Bußgeldzahlung erfolgt unmittelbar. Erst wenn die Kosten beglichen wurden, wird die Wegfahrsperre von den städtischen Mitarbeitern wieder entfernt.
Es wird auch weiterhin abgeschleppt
Zu Beginn des Pilotprojekts im vergangenen Jahr hatte sich der damalige Ordnungsdezernent Dieter Feid (SPD) erhofft, dass sich die Verkehrsteilnehmer unter Androhung der Wegfahrsperren tatsächlich stärker an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten. Doch Falschparken ist weiterhin an der Tagesordnung im ganzen Stadtgebiet. Das belegen beispielsweise Knöllchen und auch Abschleppaktionen, wenn etwa Feuerwehrzufahrten zugeparkt oder Behindertenparkplätze unerlaubterweise belegt werden. (mix)