Ludwigshafen Lotsen für Flüchtlinge

Eine Willkommenskultur für Flüchtlinge im Stadtteil aufbauen: Das ist das Ziel des Arbeitskreises Asyl, der sich am Donnerstag in der Gartenstadt konstituiert hat. Knapp 50 Teilnehmer aus Politik, Kirche, Schulen, Kitas, Verwaltung und Vereinen sowie Privatleute sind bei der Auftaktveranstaltung dabei gewesen und haben bereits viele Ideen entwickelt.
Der Arbeitskreis Asyl Gartenstadt ist bereits die siebte Initiative in einem Stadtteil, die sich um die Integration von Flüchtlingen kümmert. „Je mehr Arbeitskreise Asyl wir in den Stadtteilen haben, desto besser“, sagte die Integrationsbeauftragte der Stadt, Hannele Jalonen. Beim Auftakttreffen im Gartenstadt-Café ging es vor allem um ein gegenseitiges Kennenlernen, den Austausch erster Ideen und den organisatorischen Aufbau eines Netzwerks in der Gartenstadt. Ortsvorsteher Klaus Schneider (CDU) freute sich über die große Teilnehmerzahl und Bereitschaft der Freiwilligen, sich für die Integration der Flüchtlinge zu engagieren. Zunächst informierte Schneider die Teilnehmer über die geplanten Flüchtlingsunterkünfte an der Watt- und Wollstraße, die zwar nicht in der Gartenstadt, aber quasi in „Sichtweite“ liegen. Es sei daher zu erwarten, dass die Wege der Flüchtlinge in die Gartenstadt führen. In der Wattstraße werden am 28. Juli die ersten 41 Flüchtlinge in die umgebaute Halle einziehen, am 4. und 6. August jeweils 20. Insgesamt bietet die Halle Platz für 170 Menschen, voraussichtlich im Oktober wird sie voll belegt sein. Anfang 2016 werden noch zwei doppelstöckige Container für 80 Personen hinzukommen. Das frühere Laborgebäude mit 54 und das Verwaltungsgebäude mit 50 Plätzen sollen ebenfalls 2016 bezugsbereit sein. Die geplanten zwei Häuser mit je 54 Plätzen an der Wollstraße sollen im Frühjahr 2016 belegt werden. Weil die Stadtverwaltung für 2015 nicht mehr wie bisher mit 700, sondern 1000 Flüchtlingen rechnet, ist zudem eine weitere Notunterkunft für 200 Menschen auf dem Messplatz in Mitte geplant (wir berichteten). Peter Uebel, CDU-Stadtrat und „Street Doc“-Initiator, stellte der Runde dann eine umfangreiche Sammlung von möglichen Einsatzgebieten für Ehrenamtliche vor. Diese könnten in allen Lebensbereichen von der Kita und Schule über Mobilität, Gesundheit und Sprachunterricht bis zu sinnvollen Freizeit- und Beschäftigungsangeboten aktiv werden – der Bedarf sei groß. Uebel berichtete, dass bereits ein Projekt zum Einsatz von Flüchtlingen im Maudacher Bruch in der Planung sei. Als besonders wichtig erachteten die Teilnehmer den Einsatz von Lotsen, die die Flüchtlinge zu Ämter- und Arztbesuchen begleiten, ihnen aber auch Gepflogenheiten und Abläufe wie etwa die Mülltrennung vermitteln. Hannele Jalonen wies in diesem Zusammenhang auf die „Brückenbauer“ hin, die für solche Aufgaben qualifiziert wurden. Angeregt wurde weiter die Schaffung eines Treffpunkts analog zum Café Asyl in Mundenheim oder dem Café Welcome in Oggersheim. Auch die Erstellung eines Leitfadens für den Stadtteil wurde in Erwägung gezogen. (rad)