Ludwigshafen
Lions Club Ludwigshafen-Kurpfalz wird 50
Schon viermal hat der Club den Festakt für sein Jubiläum umgeplant und verschoben. „Ursprünglich wollten wir im März feiern“, sagt Rainer Ritthaler, Präsident des Vorjahres, denn das Amt rotiert bei den Lions jährlich. Eine gute Einrichtung, befinden der aktuelle Vorsitzende und sein Vorgänger, der im Club-Jargon „Past-Präsident“ genannt wird. „So hält man den Verein attraktiv und spannend, weil jeder Präsident die Möglichkeit hat, Schwerpunkte zu setzen, die sich im Vortrags- und Veranstaltungsprogramm wiederspiegeln“, erklärt Rainer Ritthaler.
Das Programm für dieses Jahr sei allerdings durch das Jubiläum bestimmt – und natürlich durch die bestehenden Rahmenbedingungen. „Wir sind froh, dass wir im vergangenen Oktober, kurz vor dem Lockdown, noch unsere Baumpflanzaktion durchführen konnten“, sagt Ritthaler. Genau 50 Obstbäume setzten die Clubmitglieder und ihre Freunde dafür im Maudacher Bruch. Und dabei ging es keineswegs allein um die Geldspende; auch das Pflanzen selbst übernahmen die Mitglieder.
50.000 Euro eingeworben
Das war aber nur ein Schwerpunkt. „Im Rahmen unseres Jubiläums werden wir neben unseren langjährigen Förderungen fünf ausgewählte und unterstützenswerte Projekte besonders bedenken“, kündigt Präsident Voeste an. Insgesamt hat der Verein über seine Aktivitäten dafür 50.000 Euro eingeworben, die an soziale und umweltfördernde Projekte sowie lokal, national und international an Hilfsbedürftige verteilt werden. So gingen während der Lockdowns 9000 Euro an lokale Solo-Künstler, 25.000 Euro erhielt die Tafel Ludwigshafen als Unterstützung, weitere 9000 Euro gingen an die Don-Bosco-Farmen in der Region Battambang in Kambodscha und auch der Kinder- und Jugendchor Juventus Vocalis aus Dannstadt-Schauernheim erhielt einen finanziellen Zuschuss. Alles ganz im Sinne der internationalen Ziele des Clubs, „den Geist gegenseitiger Völkerverständigung wecken, guten Bürgersinn zu fördern, aktiv für die Entwicklung der Gesellschaft einzutreten“ – und natürlich andere einsatzfreudige Menschen zu bewegen, ebenfalls der Gemeinschaft zu dienen. „We serve“ („Wir dienen“) heißt das internationale Club-Motto.
Und natürlich auch das Motto des Lions Club Ludwigshafen-Kurpfalz, dem „Mittleren“ der drei Bruderschaften. „Ältester ist der Club Ludwigshafen aus dem Jahr 1957, jüngster Club ist der Verein Ludwigshafen – Tor zur Pfalz“, zählt Ritthaler auf. Die Aufsplitterung sei dabei keineswegs ein Zeichen für Misstöne zwischen den Club-Brüdern. Viel mehr sollte kein Lions Club mehr als 50 Mitglieder zählen, um so für die eigenen Projekte, die „Activities“, beweglich zu bleiben. „Mit den anderen Clubs sind wir freundschaftlich verbunden und haben auch gemeinsame Veranstaltungen“, erklärt Dirk Voeste, der auf eine Liste namhafter Vorgänger und Mitglieder zurückblicken kann.
Gründungspräsident am 23. Juni 1970 war Werner Arens, erster Chefarzt der BG-Klinik, die Gründungsurkunde erhielt der neue Club am 6. März 1971. Mitglieder waren und sind seither unter anderem der ehemalige Landesinnenminister Kurt Böckmann, der ehemalige Leitende Baudirektor Gerhard Schoenmakers und GAG-Vorstand Detlef Tuttlies. Auch die BASF-Vorstände Berthold Frank, Herbert Willersinn und Hans Lothar Thiel unterwarfen sich den Club-Zielen, hilfsbedürftige Personen und Institutionen gezielt und unbürokratisch zu unterstützen.
Hilfe für Kambodscha
„Gezielt“ sei dabei ein gutes Stichwort. „Uns sind immer konkrete Ansprechpartner wichtig“, sagt Voeste. Das gelte sowohl für die Don-Bosco-Farmen in Kambodscha, wo der langjährige BASF-Manager und gelernte Landwirt Walter Zwick vor 15 Jahren ein landwirtschaftliches Projekt als „Hilfe zur Selbsthilfe“ aus dem Boden gestampft hat. Ebenso gelte es für die Tafel mit dem Motor Juergen Hundemer und auch für die Street Docs als Zugang zu medizinischer Versorgung und mittlerweile sogar einem Impf-Angebot, das von Lions-Freund Peter Uebel initiiert wurde.
„Wir hatten uns überlegt, ob wir die gesammelten 50.000 Euro für dieses Jahr nicht für die Menschen der Flutkatastrophe verwenden sollen. Aber dann haben wir uns dazu entschieden, dafür jetzt noch einmal gezielt Spenden zu sammeln“, sagt Dirk Voeste. Die nächste Gelegenheit wird der Festakt zum Lions-Jubiläum am 12. September sein.