Ludwigshafen Lieder als Zufluchtsorte
Seine Songs sind ein Zufluchtsort. Und so heißt auch das neue Album von Luka Bloom: „Refuge“. Der Gitarrist und Sänger gehört zu den wichtigsten Songwritern Irlands. Jetzt kam er wieder in die Mannheimer Alte Feuerwache mit neuen Songs, die sich gegen Krieg und Umweltzerstörung richten.
Früher hieß der 1955 geborene Sänger ganz bürgerlich Barry Moore. Dann verschwand er für einige Jahre von der Bildfläche, nahm auch keine Platten auf. 1987 übersiedelte er in die USA, wo er regelmäßig auftrat. Seinen neuen Künstlernamen entlieh er sich: den Nachnamen von der Hauptfigur Leopold Bloom aus dem Roman „Ulysses“ seines Landsmanns James Joyce, den Vornamen vom Susan-Vega-Titel „Luka“. So konnte er sich als Folk-Rock-Poet etablieren und brachte in der Folgezeit Alben heraus, die hauptsächlich von seinem Gesang und seiner akustischen Gitarre geprägt sind. Mitte der 1990er-Jahre kehrte er nach Irland zurück. 2016 war ein politisch und gesellschaftlich schlimmes Jahr, befand Luka Bloom: Kriege, Umweltzerstörung, Flucht trieben die Menschen weltweit um, mit seinem Album wollte er deshalb einen Zufluchtsort schaffen. Auch den alten amerikanischen Folksong „Wayfaring Stranger“ nahm er ins Programm, „inspiriert von Leuten, die lieber Mauern als Brücken bauen“, wie er sagte. Wenn er solche Lieder singt, ist sein Gesang intensiv, wunderbar warm dazu der Klang seiner akustischen Gitarre. „Water is Life“, die Losung der amerikanischen Ureinwohner, die sich gegen den Bau der Öl-Pipeline durch ihr Gebiet wehrten, hat ihn besonders beeindruckt, darum hat Luka Bloom einen Song danach benannt. Mit ruhiger Inbrunst sang er von Umweltverschmutzung. Die Liebe zur Natur bringt er auch in seinem „January Blues“ zum Ausdruck. Früher ist er noch in der Band seines Bruders getourt und da hat er ihm mal einen eigenen Song vorgesungen. Der gefiel dem Bruder so gut, dass dieser ihn gleich selber aufnahm, unter eigenem Namen. Jetzt hat ihn Luka Bloom selber noch mal auf sein neues Album gebannt: „City of Chicago“, ein Song, der von den irischen Auswanderern erzählt. Das Publikum in der Feuerwache kannte ihn schon und sang begeistert mit. Und einen flotten amerikanischen Countryrock-Song sang er zuvor noch mit „I’d love to see California“. Auch Leonard Cohen sei eine große Inspiration für ihn gewesen, erzählte Bloom im Konzert und gestand, dass er zu dessen Lebzeiten nie einen seiner Song gesungen habe. Jetzt nach dessen Tod hat er dies nachgeholt und unter anderem „In my Secret Life“ im Repertoire. Den Song interpretierte Bloom in seinem ganz eigenen Stil, folkig, die Melancholie des Originals mit Optimismus überlagernd.