Ludwigshafen Leistung stimmt, Ergebnis nicht
Es gibt diese Partien, die zwiespältige Gefühle hinterlassen. So war es auch am Samstag. Soll man sich über eine spielerisch gute Leistung, gepaart mit großem Willen, Engagement und Kampfgeist freuen? Oder soll man sich darüber ärgern, dass es am Ende, wie schon gegen Waldalgesheim, nur zu einer torlosen Punkteteilung reichte. Trainer Andreas Brill haderte zunächst und trauerte der Möglichkeit nach, mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib zu machen: „Wenn wir heute gewinnen, haben wir die Abstiegsgefahr zu 90 Prozent gebannt. Ein Erfolg wäre verdient gewesen, allein schon wegen der größeren Anzahl guter Chancen.“
Doch Trübsal blasen wollte der Coach nicht. Es war auch nicht nötig, denn der Auftritt seiner Mannschaft gegen ein unter Profi-Bedingungen arbeitendes Koblenzer Team war überzeugend. Was die Gäste draufhaben, wurde kurz vor der Pause sichtbar, als Cosmos mit Direktspiel über sechs, sieben Stationen sein Potenzial aufblitzen ließ. Insgesamt aber war der Auftritt der in der Winterpause noch einmal gewaltig verstärkten Mannschaft zu dünn, um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Cosmos hat sehr gute Einzelspieler, tritt aber nicht als geschlossenes Team auf. Die erste gute Gelegenheit hatte Koblenz erst nach einer guten Stunde, als es nach einem abgewehrten Freistoß zwei Nachschusschancen gab.
„Wir waren das bessere Team, haben mutig nach vorne gespielt und hätten schon zur Pause führen müssen“, verdeutlicht Brill. Doch Bastian Hommrich traf nach guter Vorarbeit von Noah Maier den Pfosten, und der Nachschuss Steffen Straubs wurde geblockt (6.). Nach einer Flanke von Hommrich drehte Cosmos-Torwart Joshua Ammon den Kopfball von Matteo Monetta um den Pfosten. Und ein Distanzschuss von Robert Langer aus 20 Metern strich hauchdünn am Tordreieck vorbei (39.). „Einstellung und Mentalität haben gestimmt. Das war eine richtig gute erste Halbzeit“, betont Brill. In der trotz fehlender Tore attraktiven ersten Hälfte gefiel der FCA auch mit guter Zweikampfführung, Biss und hoher Laufbereitschaft.
Ein Paradebeispiel für den couragierten Auftritt der Arminen war die feine Leistung des 20-jährigen Außenverteidigers Robert Langer, der sich in den vergangenen Wochen in die Startformation gekämpft hat. „Mir ist das 0:0 zu wenig. Drei Punkte wären so wichtig und der Lohn für die gute Arbeit gewesen“, sagt Langer, der deutlich selbstbewusster agiert als zu Saisonbeginn. Seine beiden Abschlüsse von außerhalb des Strafraums belegen die These. „In der Defensive waren wir gut gestanden, haben viele Kopfballduelle gewonnen und ganz lange kaum etwas zugelassen“, freut sich der Heidelberger.
Nach dem Wechsel wurden die Gäste stärker, aber erst zwingend, als die Arminia wegen der Ampelkarte für Wal Fall in Unterzahl spielte (82.). „Da hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn er die Rote Karte bekommen hätte, weil er letzter Mann war“, räumt Langer freimütig ein. Erst in der Schlussphase gab es gute Möglichkeiten für Koblenz. Etwa für Tufan Kelleci (82.) oder den eingewechselten Torjäger Hokon Sossah, der einmal am Torwart Kevin Urban scheiterte (85.) und dann aus kurzer Entfernung über die Latte köpfte (90.+2).
Zum Ende hätte es fast noch zum erlösenden 1:0 für die Arminia gereicht. Nach einer guten Balleroberung von Nathaniel Esslinger hatte Joker Tim Amberger frei Bahn zum Tor der Gäste. „Der Ball ist kurz zuvor aufgesprungen und bei der Kontrolle habe ich an Geschwindigkeit verloren, sodass mich der Gegenspieler gestellt hat“, erklärt Amberger. Es hätte der Lucky Punch sein können.