Ludwigshafen Lange Wartezeiten für Fahrzeugzulassung sorgen für Ärger

Im Straßenverkehrsamt gibt es immer wieder Wartezeiten.
Im Straßenverkehrsamt gibt es immer wieder Wartezeiten.

Lange Wartezeiten und chaotische Zustände bei der Fahrzeugzulassung sorgen für Unmut in Ludwigshafen. Ralf Friedel vom Autohaus H+R Automobile fordert Verbesserungen.

Derzeit sorgen längere Wartezeiten für die Zulassung eines Fahrzeugs für Beschwerden. Auf einen Termin bei den Behörden müsse man zu lange warten, ärgert sich Ralf Friedel, Seniorchef des Autohauses H+R Automobile im Stadtteil LU-West. Betroffen seien nicht nur seine Kunden und Händler, sondern alle Bürger, die ein Auto zulassen wollten, meint er und fordert eine Verbesserung der „chaotischen Zustände“.

Die zeitnahe Zulassung eines Fahrzeugs in Ludwigshafen, aber auch in Frankenthal und dem Rhein-Pfalz-Kreis sei im Moment unmöglich, sagt der Händler. Ohne vorher einen Termin online vereinbart zu haben, gehe bei der Zulassungsstelle in Ludwigshafen nichts – auch wenn kaum Publikum da sei, sagt Friedel, der dafür kein Verständnis hat.

Zu wenig Personal in den Zulassungsstellen

Bei der RHEINPFALZ-Recherche zeigt die Online-Terminvergabe der Zulassungsstelle die ersten freien Termine in acht Tagen an. „Im Rhein-Pfalz-Kreis geht gar nichts, da bekommt man einen Termin in vier bis sechs Wochen“, sagt Friedel. In Ludwigshafen sei es so, dass Autohändler Online-Termine im Voraus blocken und einen Tag, bevor für die Stornierung eine Gebühr fällig wird, wieder absagen. Im Rhein-Pfalz-Kreis sei für die Autohäuser die zeitnahe Zulassung eines verkauften Neuwagens nahezu unmöglich. „Die Kunden warten drei bis vier Wochen, bis ihr neues Auto zugelassen wird“, berichtet er.

Ärgerlich sei dies beispielsweise für Leute, die sich vor den Osterferien ein Wohnmobil gekauft hätten, um in Urlaub zu fahren. Bis zur Zulassung seien die Ferien nämlich um, erklärt er. Ursache ist laut Friedel der Mangel an Personal in den Zulassungsstellen. In der Ludwigshafener Einrichtung habe man den Fehler gemacht, den Mitarbeiter am Eingang einzusparen. Der habe bei jedem Ankommenden geschaut, ob alle Unterlagen zusammen sind. Wenn nicht, habe er darauf aufmerksam gemacht und die Leute wieder weggeschickt.

Sicherheitsdienst im Gebäude seit Ende 2024

Nachdem der Mann am Empfang eingespart wurde, sei es passiert, dass Kunden nach zwei Stunden Wartezeit erst am Schalter wegen fehlender Papiere weggeschickt wurden. Einzelne Männer mit Migrationshintergrund seien daraufhin aggressiv geworden und hätten die jungen Frauen beleidigt, berichtet der 60-jährige Autohändler. In der Folge hätten Mitarbeiterinnen die Zulassungsstelle verlassen.

Wie die Stadt Ludwigshafen mitteilt, werde aufgrund der immer wieder vorkommenden Ausfälle gegenüber dem Personal seit Ende 2024 ein Sicherheitsdienst im Dienstgebäude eingesetzt. Der Eindruck der Leere vor dem Schalter könne auch andere Ursachen haben. So müssten auch die morgens gesammelt abgegebenen Vorgänge der Händler und Zulassungsdienste bearbeitet werden. Wie ein Stadtsprecher bestätigt, „benötigen die Zulassungsvorgänge aktuell eine deutlich höhere Bearbeitungszeit“.

Die Wartezeit für freie Termine habe sich durch mehrere Schließtage während der Softwareumstellung von zwei bis drei auf aktuell fünf bis sieben Werktage erhöht. Gründe seien die Einarbeitungszeit der Beschäftigten sowie Einstellungen und Änderungen der Software, die mit dem IT-Dienstleister oder dem Softwarehersteller vorgenommen werden müssten. Aktuell seien zwei Stellen nicht besetzt. Eine Beschäftigte befinde sich in der Einarbeitungsphase, was zusätzliche Kapazitäten binde. Die Umstellung auf vorherige Terminvereinbarung seit 2020 habe sich bewährt. Die vorher üblichen langen Wartezeiten und Warteschlangen gebe es seitdem nicht mehr.

Die Zualssung kann bis zu einer Woche dauern, so die Stadt.
Die Zualssung kann bis zu einer Woche dauern, so die Stadt.
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