Vor der Saison RHEINPFALZ Plus Artikel Landesliga: Ludwigshafener SC vor Umbruch und schwerer Runde

Kommt vom BSC Oppau: Eleftherios Potsis (rechts) soll das defensive LSC-Mittelfeld stabilisieren.
Kommt vom BSC Oppau: Eleftherios Potsis (rechts) soll das defensive LSC-Mittelfeld stabilisieren.

Landesliga-Aufsteiger Ludwigshafener SC steht vor einer herausfordenden Saison. Die Mannschaft befindet sich nach vielen Abgängen im Umbruch. Warum der neue Trainer Yanick Haag dennoch optimistisch ist.

Nach fünf sehr unterschiedlichen Jahren in der Fußball-Bezirksliga ist der Ludwigshafener SC wieder in die Landesliga Ost zurückgekehrt, aus der er 2019 sang- und klanglos abgestiegen war. Dort zu bleiben dürfte eine Herkulesaufgabe werden.

Der Fußball lebt zu einem großen Prozentsatz von Automatismen, davon, dass man sich kennt, weiß, was der andere vorhat, dass ein Rädchen ins andere greift und Abläufe sitzen. Das kann von einer neu zusammengestellten und noch dazu sehr jungen Mannschaft wie die des LSC nicht erwartet werden, auch wenn die meisten Akteure mit den Etiketten talentiert und entwicklungsfähig versehen werden können, frisch und unverbraucht sind. Sollten die Hochfelder den Klassenverbleib schaffen, wäre dies eine großartige Leistung. Schon deswegen, weil Landesliga-Erfahrung allenfalls rudimentär vorhanden ist.

Dabei haben die Verantwortlichen noch das Beste aus einer Situation gemacht, in der der Großteil der spielstarken Aufstiegself das Weite gesucht hat. Wie schwierig das Geschäft im Amateurfußball geworden ist, zeigt ein simpler Fakt. Der LSC meldete Ende Mai den Zugang von acht externen Akteuren und die Übernahme von fünf eigenen A-Junioren. Dazu muss man ja das entsprechende Signal des Spielers bekommen haben. Ein Mann, ein Wort – das war einmal. Drei dieser 13 Akteure kratzten die Kurve und waren ein paar Wochen später schon kein Thema mehr. Das bedeutet: Weiter suchen, unzählige Gespräche führen, erschwert vom späten Zeitpunkt.

Haag mit Zuversicht

Da würde mancher verzweifeln – es sei denn man heißt Yanick Haag, 29-jähriger Coach des LSC, der allein vom Alter her gut zu seiner neuen Mannschaft passt. Diesen Yanick Haag zeichnen eine positive Lebenseinstellung und grenzenlosen Optimismus aus. „Ich bin zuversichtlich, habe eine hohe Erwartung, obwohl uns viele nicht auf der Rechnung haben“, sagt der Übungsleiter. Die Spieler seien jung, hoch motiviert und die Arbeit mit ihnen mache viel Spaß, gibt der Trainer zu Protokoll. Die Qualität stimme, auch wenn der Kader aktuell mit 22 Akteuren noch sehr klein sei. Ähnlich euphorisch ging Haag vor einem halben Jahr seine Aufgabe in Fußgönheim an. Auch da gab es im Winter einen großen Umbruch. Zum Ligaverbleib reichte es nicht.

Gewiss, beide Fälle sind nur bedingt vergleichbar, dennoch dürfte der LSC vor einer ganz schwierigen Runde stehen, weil es einige neuralgische Punkte gibt. Zum Beispiel im Tor. Leander Neumüller ist mit dem Trainer aus Fußgönheim gekommen. Dort gehörte der Keeper zunächst zum Kader der Reserve und half zweimal im Landesligateam aus. Jason Steigert wurde aus der A2-Jugend nach oben gezogen.

Zwei Kreuzbandrisse

„Wir arbeiten daran, Yannik Stoffel fit zu bekommen. Er soll ab August ins Training einsteigen“, sagt Haag. Der 22 Jahre alte ehemalige Seebacher Torhüter bestritt in der vorigen Saison acht Partien für den Bezirksligisten und zog sich dann einen Kreuzbandriss zu. Wie lange es dauert, bis er wieder seine frühere Form erreicht, ist nach einer derart schweren Verletzung völlig offen. Auch das talentierte Eigengewächs Benjamin Nikezic (20) kuriert einen Kreuzbandriss aus, den sich der Verteidiger am 1. Oktober 2023 im Spiel gegen Freinsheim zuzog.

Zudem klemmt es im Angriff. „Ben Hiobi ist ein Stoßstürmer, er könnte ganz vorne spielen“, erklärt der Coach. Der aus Eppingen gekommene Angreifer war bei Landesligist Phönix Schifferstadt Ergänzungsspieler. Der 21 Jahre alte Hiobi lief zwar 20 Mal auf, spielte aber nie über 90 Minuten und erzielte drei Tore. Vielleicht kann ja Eigengewächs Joshua Schlischka an seine gute Zeit in der Jugend des LSC anknüpfen. Nach den Stationen TuS Altleiningen und FV Freinsheim ist der 24-jährige Offensivallrounder an die Abteistraße zurückgekehrt. Ebenfalls Rückkehrer sind Jason Springer (22) und Dominik Amoako (21), die in der Rückserie der vorigen Runde in Fußgönheim Landesligaluft schnupperten, wobei sich Springer zum Stammspieler aufschwang.

Dem LSC ist es gelungen, vier Akteure von den in der Regionalliga erfolgreichen A-Junioren zu übernehmen. Sie werden bei allem Talent und Potenzial Führung benötigen. Dafür könnte neben dem alten und neuen Kapitän Peter Hildebrandt (24) sowie Abwehrchef Patrick Haag (34), der ältere Bruder von Yanick, auch der vom BSC Oppau zurückgekehrte defensive Mittelfeldspieler Eleftherios Potsis (25) sorgen. „Wir müssen in der Liga ankommen und dagegenhalten, dann ist der Klassenerhalt auf jeden Fall zu schaffen, zumal viele eine gute fußballerische Ausbildung genossen haben“, glaubt der neue Trainer. Ganz seinem optimistischen Naturell entsprechend hat er noch einen Nachsatz parat: „Vielleicht reicht es sogar zu einem einstelligen Tabellenplatz.“

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