Ludwigshafen Kreative mit Lebenserfahrung

Einen Poetry-Slam für Senioren gab es auch schon bei Lu Kompakt. Hier ein Foto vom Wettbewerb des Jahres 2015.
Einen Poetry-Slam für Senioren gab es auch schon bei Lu Kompakt. Hier ein Foto vom Wettbewerb des Jahres 2015.

Fünf Minuten Zeit, ein eigener Text, keine Requisiten – das sind die Vorgaben beim Poetry-Slam am 26. August um 15 Uhr in der Stadtbibliothek. Mitmachen sollen Senioren. Den Sieger küren die Zuhörer.

Es ist nicht der erste Poetry-Slam für Senioren in der Stadt. Katrin Kirchner – die den Slam in der Stadtbibliothek leitet und moderiert – hat bereits drei im Seniorenkompetenzzentrum Lu Kompakt umgesetzt. „Der Text ist die eine Sache“, erzählt die in Mutterstadt lebende Autorin und ergänzt: „Ein guter Poetry-Slammer muss ihn wirklich spielen.“ Und das sei gar nicht so einfach. Die Voraussetzungen für den Bibliotheks-Slam: Die Senioren müssen ihre Texte selbst schreiben – zwei unterschiedliche sollen eingereicht werden. Beim Vortrag dürfen sie keine Requisiten verwenden. „Alles, was man hat, ist der Körper und die Stimme“, sagt Kirchner. Außerdem müssen sich die Teilnehmer an die vorgegebene Zeit von rund fünf Minuten halten. Länger darf’s nicht sein. Das Thema hingegen ist nicht vorgegeben. „Geslamt“ werden darf über alles mögliche. Katrin Kirchner berichtet von den Wettbewerben bei Lu Kompakt Die Siegerin im Jahr 2016 – sie war übrigens die älteste Teilnehmerin – hatte über eine Jeans gedichtet. Darüber, dass erstaunlicherweise inzwischen die Kleidungsstücke am teuersten sind, die bereits Löcher haben und kaputt sind. Ein anderer Teilnehmer hat über das Gehirn geschrieben. Es gibt keine kreativen Einschränkungen. Die Texte können sich reimen, nicht reimen, sie können witzig sein oder auch nachdenklich. Die Wertung übernimmt das Publikum per Abstimmzettel. Die Zuhörer entscheiden, welcher Text und welche Darbietung sie am meisten überzeugt hat. Zwölf Teilnehmer dürfen mitmachen. In vier Gruppen aufgeteilt findet die Vorrunde statt. Aus jeder Gruppe bleibt ein Sieger, der in die Hauptrunde kommt. Dort lesen alle vier Slammer ihren zweiten Text. Auch nach dieser Runde gibt es eine Publikumsentscheidung. Der Poetry-Slam ist eine Kunstform aus den USA, die sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland stark verbreitet hat. Was man auf den ersten Blick eher mit jüngeren Menschen verbindet, ist aber auch für Senioren kein Problem, wie Katrin Kirchner bestätigt. Und überhaupt zählt laut Kirchner: „Dass Senioren den Mut haben mitzumachen, ist das Wichtigste.“ Noch Fragen? Anmeldungen nimmt Ines Arnold von der Stadtbibliothek unter Telefon 0621/504-3301 oder per E-Mail an Ines.Arnold@ludwigshafen.de entgegen.

x